VfL Osnabrück nach toller Moral im NFV-Pokal-Halbfinale

Der VfL Osnabrück hat bereits mit 0:2 im Viertelfinale des NFV-Pokals gegen den Regionalligisten TSV Havelse zurückgelegen, als Treffer von Daniel Nagy und Simon Zoller nach 90 Spielminuten für ein 2:2-Unentschieden und damit die Verlängerung erforderten. Im Elfmeterschießen hat sich der Aufstiegskandidat aus der 3. Liga letztlich mit 4:3 durchsetzen können. Am 17. April wird es nun mit dem Spiel gegen den BSV Rehden gegen einen weiteren Viertligisten gehen.

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VfL Osnabrück nach toller Moral im NFV-Pokal-Halbfinale
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Kämpferisch gut, spielerisch verbesserungswürdig
Kämpferisch konnte Trainer Claus-Dieter Wollitz seinen Kickern keinerlei Vorwürfe machen. Einzig das Spielerische ließ noch erheblichen Verbesserungsbedarf zu. Im Wilhelm-Langrehr-Stadion zu Havelse erlebten die Fans beileibe kein schönes dafür aber ein extrem spannendes Fußballspiel. Wollitz mag folgendes erkannt haben: „Wir haben aufgehört, der Gegner nicht.“
In der 56. Spielminute gab es den ersten Rückschlag durch einen Treffer von Tim Wendel. Rund zwanzig Spielminuten später ist es Daniel Hinzke gewesen, der ebenfalls gegen den Favoriten als Torschütze in Erscheinung treten konnte. Das Defensivverhalten seiner Kicker wurde von Wollitz ausdrücklich kritisiert, als er gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ klarstellte: „Es war mal unsere Stärke, dass wir nach Ballverlusten sehr stark in der Zurückeroberung waren und selbst schnelle Angriffe eingeleitet haben.“ Dennoch muss der 47-Jährige auch lobende Worte erwähnen, denn selbst nach dem zweiten Gegentreffer gab sein Team nicht auf und fightete sich in die intensive Begegnung zurück.

Einwechslungen sorgen für frischen Schwung
Auch Offensivmann Gaetano Manno hat diese große Stärke der West-Niedersachsen durchaus erkennen können, denn er hat den Glauben an die eigene Stärke als eine bedeutende Tugend ausmachen können: „Wir haben an unsere Chance geglaubt, weil wir auch schon vor den Treffern einige gute Offensivaktionen hatten.“ Mit der Einwechslung der Offensivleute Emil Jula und Simon Zoller hat Wollitz deutlich mehr Risiko bringen können und hat dem VfL-Spiel die Impulse geben können, die für neue Torgefahr vonnöten gewesen sind. Und Manno spielt auf das nahezu „blinde Verständnis“ untereinander an, wenn er sagt: „Ich weiß ja, wie der Zolli läuft.“

Selbstvertrauen für Liga durch siegreiche Elfmeterschießen
Es schien fast so, als sei auch der Spieler selbst über die Nominierung ein wenig überrascht gewesen, denn zuletzt hat er einen Haarriss erst noch auskurieren müssen. Zuvor konnte er seine großartigen Fähigkeiten mit elf erzielten Saisontreffern schon beweisen. Zoller erklärt die Vorgehensweise: „Ich habe am Samstag einen Belastungstest gemacht und ihn bestanden. Dann sagte mir der Trainer, dass ich mitfahren solle.“ Selbstbewusstsein durch das letztlich siegreiche Elfmeterschießen erhofft sich auch Wollitz, der gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ deutlich macht: „Auch wenn diese Elfmeterschießen viel mit Lotterie zu tun haben, so bin ich mit dem Verlauf, der dahin geführt hat, nicht unzufrieden. Besser, nach einem 0:2-Rückstand noch zurückzukommen, als einen 2:0-Vorsprung zu verspielen. Ich bin sicher, dass dieses Spiel für den Liga-Alltag einen Schub gibt.“

Alte System = alte Stärke
Auch Profifußballer mögen es bekanntlich, wenn „Altbewährtes“ wieder durchgeführt werden kann. Die Rückkehr in das „alte System“ ist auch für den Torschützen Tibor Nagy ein gewichtiger Grund dafür gewesen, dass die Selbstsicherheit im VfL-Spiel wieder deutlich geworden ist. Und er versucht zu begründen, wenn er sagt: „Nicht nur wegen des Anschlusstreffers, sondern weil auch sonst die ein oder andere ordentliche Aktion dabei war.“

Fußballerische Extraklasse durch Osnabrücks Grimaldi
Einen echten Höhepunkt demonstrierte der bärenstarke Osnabrück-Stürmer Adriano Grimaldi, der mit einem artistischen Seitfallzieher an die Querlatte für ein echtes Highlight in diesem leidenschaftlichen Spiel sorgen, welches sonst eher arm an spielerischen Höhepunkten gewesen ist. Auch Torwart Marcus Rickert konnte den populären Verein von der Bremer Brücke im Spiel halten. Besonders seine starken Reflexe waren beeindruckend. Auch weil sein Team sich einige vielversprechende Tormöglichkeiten herausgespielt hat, kam Havelses-Trainer Andre Breitenreiter zu der Annahme: „Es war insgesamt ein Match auf Augenhöhe.“ Leider hat der Ex-Profi vom Hamburger SV jedoch auch die Tragik eines Penaltyschiessens erleben müssen, welches seine Mannschaft letztlich verloren hat. VfL-Keeper Rickert mutierte zum Pokalhelden, weil er den letzten Elfmeter halten konnte.

Arroganter Tayar setzte bei Rickert die Motivationsspritze
Nach dem Spiel konnte er sich im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zu dieser Thematik unterhalten. So beschreibt er den wirklich hitzigen Nervenkrimi, der bei diesem Duell auf Augenhöhe sich ereignet hat. So sagt er zu diesem Thema: „Die ersten drei Schüsse der Havelser vom Punkt gingen ja rein. Da musste ich mir also etwas einfallen lassen.“ Gleichzeitig räumt er auch ein, dass auch psychologische Spielchen eine Rolle gespielt haben könnten. Besonders ein arroganter Havelse-Spieler hat ihm die Motivationsspritze setzen können, wie er gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ verraten hat: „Wenn Sie es so nennen wollen. Der Schütze des vierten Elfers, Deniz Tayar, war mir schon vorher recht arrogant gekommen. Ich habe ihn wohl dazu animiert, bei diesem Verhalten zu bleiben. Dementsprechend hat er den Ball drübergechippt.“ Eine besondere Aktion hat er beim letzten Schützen des Regionalliga-Spitzenklubs vollzogen, als er dem Schützen vor dessen Schuss noch einmal verbal die Bedeutung dieses Elfmeters deutlich machte: „Ich bin hin zum Schützen und habe ihm gesagt: Junge, jetzt hast du die Verantwortung. Entsprechend verunsichert war er, und ich konnte den Ball parieren.

Rickert räumt Teilschuld am ersten Gegentreffer ein
Im Spiel kann ein Keeper nur relativ wenig Einfluss nehmen. Anders gestaltet sich hingegen die Situation im Elfmeterschießen, wo dem Keeper häufig eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Über den Grad seiner Erleichterung berichtet er ebenfalls, wenn er sagt: „Da ist schon eine ganz schöne Last abgefallen, denn lange sah es ja nicht danach aus, als könnten wir das Ding noch umbiegen. Aber das zeugt auch von der Moral in der Mannschaft.“ Und der Neuzugang von RW Erfurt hat genügend Selbstvertrauen um ganz ehrlich zuzugeben, dass auch er eine Mitschuld am Führungstreffer des TSV Havelse hatte. Er schildert die Situation wie folgt: „Klar, den Schuh muss ich mir mit anziehen. Okay, er kam mit reichlich Windunterstützung und war schwer zu sehen. Aber ich hätte diesen Freistoß sicher auch so abwehren können, dass der Ball nicht so dem Torschützen vor die Füße fällt.“

Mindestens Relegationsplatz drei
Nun muss der VfL Osnabrück tatsächlich versuchen den Schwung auch in die Liga mit zunehmen. Die Aufstiegskonkurrenz aus Karlsruhe, Bielefeld, Münster und Heidenheim wartet auf einen Fehler des VfL, der in den letzten Spielen ein wenig geschwächelt hat. Zumindest Relegationsplatz drei sollte nun angestrebt werden.

Quelle: noz.de


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