SC Preußen Münster 06 e.V. und das Preußenstadion

Das Vereinsportrait des Bundesligagründungsmitgliedes und das Portrait des historischen Stadions.

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SC Preußen Münster 06 e.V. und das Preußenstadion
Foto: Preußen Münster
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Geschichte



Gründung und erste Erfolge

Die Gründung des Vereines erfolgte am 30. April 1906 von Schülern der heute unter dem Namen Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums bekannten Münsteraner Gymnasiums. Der „FC Preußen“ war vorerst Zweitklassig, stieg aber bereits 2 Jahre nach Gründung in die A-Klasse (1. Liga) auf. 1914 wurde man das 1. Mal Westfalenmeister und konnte diesen Erfolg 7 Jahre später ein zweites Mal feiern. In 1921 erfolgte neben dem Titelgewinn die Umbenennung in „Sportclub Preußen“.

Rundfunkgeschichte

1925 schrieb der Verein Rundfunkgeschichte. Am 01. November 1925 wurde erstmals ein Spiel Live kommentiert. Es war das Spiel des „Sportclub Preußen“ gegen Arminia Bielefeld.

Erstklassigkeit

Von 1933 bis 1936 und von 1938 bis 1941 war der Verein sechs Spielzeiten lang Bestandteil der Gauliga Westfalen, ein von 16 Gauligen, die die höchsten deutschen Spielklassen darstellten.

Ende der 40er Jahre, nach dem zweiten Weltkrieg konnte sich der heutige Drittligist nach einigen Abstiegen und Wiederaufstiegen endgültig in der Oberliga West, der höchsten deutschen Spielklasse festsetzen.

1950/51 wurde die Mannschaft Tabellenzweiter hinter Schalke 04. In der Vorrunde zur deutschen Meisterschaft bezwang Münster den 1. FC Nürnberg, den Hamburger SV und Tennis Borussia Berlin, ehe man im Finale vor 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion gegen den 1. FC Kaiserlauter mit 1:2 unterlag und deutscher Vizemeister wurde.

1953/1954 gelang ein weiterer 4. Platz. Ansonsten hielt sich der SCP immer im Mittelfeld auf. 1963 erfolgte für viele überraschend die Aufnahme in die neu gegründete Fußball Bundesliga.

Südamerikareise

1962 ging SC Preußen Münster dann auf Südamerikareise und trat in Freundschaftsspielen gegen die Nationalmannschaft Chiles und Argentiniens. Beide konnte der deutsche Bundesligist besiegen, Chile gar mit 3:0.

Gründungsmitglied der Bundesliga



Das Bundesligadebüt am 24. August 1963 wurde dann im Preußenstadion von 40.000 neugierigen Zuschauern beobachtet. Münster spielte gegen die einzige Mannschaft, die seither nie aus der Bundesliga abgestiegen und seit Gründung ein Teil davon ist, den Hamburger SV. Das Spiel endete mit 1:1, obwohl Münster bereits mit 1:0 geführt hatte.

Obwohl Münster einen guten Saisonstart hingelegt hatte folgte nach einer Serie an sieglosen Spielen, mitunter einer 5:0 Auswärtsklatsche in Hamburg beim HSV, am Ende der Saison der sportliche Abstieg.

Zweitklassigkeit

Später bestand zwar des Öfteren (in den Jahren 1976, 1978, 1979) die Möglichkeit wieder in die Bundesliga und somit das deutsche Fußballoberhaus aufzusteigen. Doch jedes Mal wurde man in der neu gegründeten 2. Bundesliga Nord nur Dritter und verpasste immer wieder die Qualifikation zu den Relegationsspielen um den Aufstieg.

In bester Erinnerung blieb das 4:1 zu Hause gegen den direkten Aufstiegsrivalen, die Borussen aus Dortmund, im wiederum ausverkauften Preußenstadion vor 40.000 begeisterten Zuschauern. Münster spielte Dortmund schwindelig und ließ keinen Zweifel an einem Erreichen der Relegationsspiele aufkommen. Nur drei Spieltage später standen die Preußen unglücklich als bester Nichtaufsteiger, Platz 3 in der 2. Bundesliga Nord,

Abstieg in die Drittklassigkeit

In der Saison 1981/1982 wurde zum ersten Mal die 2. Bundesliga nur eingleisig gefahren, somit war die Spielzeit 1980/1981 die Qualifikation dazu. Der SC Preußen Münster 06 e. V. landete auf Rang 13, also stand somit der Abstieg in die Drittklassigkeit fest.

Nach mehreren vergeblichen Anläufen schafften es die Münsteraner 1988 Meister der Oberliga Westfalen zu werden und qualifizierte sich dadurch für die Aufstiegsrunde um in die 2. Bundesliga zurück zu kehren. In der Aufstiegsrunde zerstörte allerdings Hertha BSC Berlin die Hoffnungen der Preußen.

Der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga

Auch in der nächsten Saison gelang dann unter Helmut Horsch wiederum die Oberligameisterschaft und hatte diesmal den MSV Duisburg als Gegner. Durch ein 0:0 im Entscheidungsspiel glückte der lang ersehnte Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Helmut Horsch wechselte nach dem Aufstieg zum Fußballverband Westfalen. Seine Nachfolge trat Elmar Müller an.

Die erste Saison in der zweiten Liga schloss Münster als Tabellenzwölfter ab. Münster schaffte es Schalke 04 sowohl auswärts als auch zuhause in die Knie zu zwingen, jedoch trotz anhaltender Erfolgslosigkeit musste Elmar Müller den Verein verlassen und Platz für Ernst Mareczek schaffen. Mareczek war zuvor sportlicher Leiter der und übernahm nun den Trainerposten.

Der nächste Abstieg

Im Folgejahr konnten die Adlerträger den sportlichen Abstieg nicht mehr verhindern. Trotz der Verpflichtung von dem renommierten Trainer Gerd Roggensack und des starken Zweitligaspielers Harald Kügler reichte es trotzdem nicht und es folgte die große Ernüchterung. Der erhoffte Erfolg blieb aus.

Im Frühjahr 1991 steckten die Münsteraner alle Hoffnungen in Siegfried Melzig. Er sollte der Retter der Adlerträger werden. Jedoch schaffte es auch dieser nicht die Talfahrt zu beenden und somit stiegen die Preußen als Tabellenachtzehnter erneut ab, diesmal in die Oberliga Westfalen.

Versuche, zurück zu kommen scheiterten

Trotz zwei aufeinanderfolgenden Meisterschaften in der Oberliga kam Münster nicht über Niederlagen in den Aufstiegsrunden hinaus und scheiterten am Wuppertaler SV und an Rot-Weiß Essen.

In der darauffolgenden Saison genügte dann der zweite Platz und Mitglied der neu gegründeten Regionalliga West/Südwest zu werden. Münster gewann auch die deutsche Amateurmeisterschaft im selben Jahr, nachdem man die Kickers Offenbach mit 1:0 bezwang. 6 Jahre lang stellten die Adlerträger dann nur Mittelmaß dar. Aber mit 306 Punkten aus 206 Spielen ist und bleibt der SCP Tabellenführer in der ewigen Tabelle dieser bereits 2000 wieder aufgelösten Spielklasse.

2000/2001 wurde dann durch den DFB die neue zweigleisige Regionalliga eingeführt. Münster erreichte diese nur denkbar knapp. Die Regionalliga Nord wurde nur dank einem 4:1 Erfolg über den SC Verl am letzten Spieltag der Vorsaison vor über 10.000 fußballbegeisterten Anhänger im heimischen Stadion erreicht.

Wieder entfachte in der ersten Saison in der Regionalliga Nord auf den Aufstieg. Es sah alles gut aus, auch im entscheidenden Spiel am vorletzten Spieltag als man gegen den Aufstiegskonkurrenten Fortuna Köln lange Zeit mit 1:0 führte. Den Vorsprung konnte der SCP aber dann doch nicht über die Zeit retten und war dann auf einen Patzer der Fortunen im letzten Spiel angewiesen. Dies Chance ließ sich Köln aber nicht mehr entgehen und somit verpasste Münster erneut den Sprung zurück ins Profigeschäft.

Auf diese doch ansehnliche Saison folgte nun wieder harter Abstiegskampf. 2002 wäre es dann vorbei gewesen mit Münsteraner Regionalligafußball, wäre nicht nur ein Verein aus der 2. Liga in die Regionalliga Nord abgestiegen. Somit hat sich die Zahl der Absteiger von 4 auf 3 verringert. Münster war viertletzter und hatte somit das Glück auf seiner Seite. Zwei Jahre später wäre es beinahe wieder um den Traditionsverein geschehen gewesen, hätte man nicht am letzten Spieltag gegen einen weiteren Abstiegskandidaten, Wattenscheid 09, nicht in einem Endspiel mit 1:0 die Nase vorne behalten.

Das unerfreuliche 100. Vereinsjahr

In der Jubiläumssaison, 2006 wurden die Preußen 100 Jahre alt, verbreitete sich alles andere als Feierstimmung. Nach einer 1:2 Niederlage zuhause gegen den Wuppertaler SV stand der sportliche Abstieg des Gründungsmitgliedes der Bundesliga in die vierte Klasse fest. Auch ein 3:1 Sieg gegen die Amateure Bayer Leverkusens am letzten Spieltag konnte daran nicht mehr rütteln.

Der Weg zurück zu alter Stärke und der DFB-Pokal

Die Mission Wiederaufstieg war gestartet und sollte unter Trainer Georg Kress zu Stande kommen. Dieses festgeschriebene Ziel wurde letztendlich mit einem sechsten Tabellenplatz in der Oberligaspielzeit 2006/07 deutlich verfehlt.

2007/2008 war ein Aufstieg in eine höhere Liga nicht möglich, da die heutige Spielklasse der Preußen, die dritte Liga gegründet wurde. Mit Roger Schmidt als Trainer und einem komplett veränderten Kader wurde das Ziel sich für die ebenfalls neu formierte Regionalliga zu qualifizieren frühzeitig erreicht. Am vorletzten Spieltag sicherten sich die Adlerträger auch noch mit einem 2:0 Erfolg über Hamm die Meisterschaft ihrer Spielklasse. Des Weiteren konnten der Verbands- und der Kreisligapokal gewonnen werden, womit zum ersten Mal seit 1997 eine Münsteraner Teilnahme am DFB Pokal fest stand.

In der ersten Hauptrunde unterlag man aber dem VfL Bochum denkbar knapp nach dem Elfmeterschießen mit 5:6. Im weiteren Verlauf der Saison 2008/2009 spielte Münster Dann in der Regionalliga West gut mit, mehr als ein 4. Platz in der Anschlusstabelle war dennoch nicht zu holen. Aber dennoch sicherte Münster sich erneut die Teilnahme am DFB-Pokal dank des Erfolges im Westfalenpokal.

Gegner diesmal war der Bundesligist Hertha BSC Berlin. Münster bestätigte seine Pokalstärke im ausverkauften Preußenstadion (18.100 Zuschauer) und schied unglücklich durch zwei Gegentreffer in den letzten beiden Minuten der Verlängerung, die durch das 1:1 nach regulärer Spielzeit nötig wurde, mit 1:3 aus. Extra für dieses Spiel ließ man sich von der Stadt eine Sondergenehmigung erteilen um die Zuschauerkapazität von 15.050 auf die 18.100 zu erhöhen.

2009/10 stand Münster das dritte Mal in Folge in der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal. Diesmal war der Gegner der VfL Wolfsburg, dem der SCP wie in den beiden Jahren zuvor knapp mit 1:2 unterlag.

In der Saison 2010/11 war es dann endlich wieder so weit. Münster stieg bereits vorzeitig am 31. Spieltag in die Dritte Liga auf und stellte zudem gegen die Zweitbesetzung von Borussia Mönchengladbach mit 18.500 Zuschauern den Zuschauerrekord in der 2008 gegründeten Regionalliga West auf.

In der ersten Drittligasaison erreichte der SCP den sicheren Nichtabstieg mit 50 Punkten und Rang 12. In der Saison 2012/13 gelang ein grandioser Start. Mit Amaury Bischoff, Matthew Taylor und Dominik Schmidt verstärkten sich die Nordrhein Westfalen mit einigen Hochkarätern und standen nach 13 Spielen auf dem ersten Tabellenplatz und konnten sich als Aufstiegsaspirant Respekt verschaffen.

Diesmal klappte es auch im DFB-Pokal. Mit Werder Bremen konnte Münster einen Bundesligisten aus dem Turnier eliminieren. Münster siegte vor heimischer Kulisse mit 4:2 nach Verlängerung.



Preußenstadion



Der SCP trägt seine Heimspiele im „Preußenstadion“ an der Hammer Straße aus. Dieses verfügt momentan über ein Fassungsvermögen von 15.050 Zuschauern. Auf Grund der Baufälligkeit wurde dieses über die Jahre auf diese Kapazität minimiert. Gegen Ausnahmegenehmigung der Stadt Münster dürfen bis zu 18.000 Zuschauer in das Stadion.

Ein Um- oder Neubau des Stadions stand bereits seit den 80er Jahren, besonders nach dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 1989 im Raum, wurde jedoch nie durchgeführt. Im Dezember 2000 wurde der „Preußen-Park“ endgültig ad acta gelegt. Die Gegengerade wurde in einem unabhängigen Bauvorhaben im November 08 überdacht. Die 5.000 Zuschauer, die dort Platz finden können nun wettergeschützt die Heimspiele ihres SCP verfolgen.

Ab November 2008 bis Mai 2009 wurde der Großteil des Stadions umgebaut. Obwohl die Walter Hellmich Baugesellschaft den Tribünenumbauauftrag übernahm, sprang diese wieder ab, da durch die gestiegenen Rohstoffpreise die Bausumme nicht eingehalten werden konnte. Das Projekt wurde jedoch doch noch realisiert, die Paderborner Bremer AG nahm sich der Sache an. Während des Umbaus konnte die 60 Jahre zuvor errichtete Tribüne nicht genutzt werden.

Die Tribüne fasst neben verschiedene Funktionsräume, Presseräumen und zunächst zehn VIP-Logen 2.885 Sitzplätze, 800 davon sind Business-Seats. Die Kosten über 4,8 Millionen Euro trug die Stadt Münster.

Beim Heimspiel gegen Eintracht Trier konnten erstmals Zuschauer einen Teil der neuen Tribüne nutzen. Die offizielle Einweihung fand am 21.08.2009 vor dem Spiel gegen die Zweitbesetzung Schalke 04s statt.

Neben den beiden weiteren Umbaumaßnahmen gab ein Münsteraner Spezialbauunternehmen bekannt, die seit Jahren gesperrte Westtribüne auf eigene Kosten und in Eigenregie zu sanieren. Dies erhöhte zwar auf Grund von Lärmschutzrichtlinien das maximale Fassungsvermögen nicht, würde aber nun den Zuschauern der gastierenden Vereine mehr Platz bieten. Dieses Vorhaben wurde aber durch den plötzlichen Tod des Bauunternehmers unterbrochen und befindet sich seither im halbfertigen Zustand. Eine Freigabe für Zuschauer ist ebenfalls noch nicht erfolgt.

Die neue elektronische Anzeigetafel wurde erstmals im Auftaktspiel zur Saison 2010/11 präsentiert. Sie war eine Spende der Firma Hoesch und befindet sich im stillgelegten Teil der Westkurve.

Vor der Saison 2012/13 wurde der 60 Jahre alte Rasen erneuert. Es war noch der Rasen auf dem der SCP seine ersten Bundesligaspiele austrug. Im Zuge des neuen Rasen wurde ebenfalls eine moderne Rasenheizung verbaut.

Eckdaten

Name: Preußenstadion
Kap.: 15.050
erbaut: 1926
letzte Renov.:2012 – Rollrasen mit Rasenheizung
höchste bekannte Zuschauerzahl: 40.000

Links zum Verein


- Vereinsinformationen Preußen Münster
- Stadioninformationen Preußen Münster
- Kader

Quelle: wikipedia.de


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Kommentare

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(nicht öffentlich)

Kommentar zu dieser News

Kommentar von Hans Rummenie am 02.03.2013 um 23:39 Uhr:

Muss es im achten Abschnitt (Überschrift: "Der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga") in der achten Zeile statt "trotz anhaltender Erfolgslosigkeit" nicht "trotz anhaltender Erfolge" heißen?

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