Offenbacher Kickers: Der Rücktritt von Thomas Kalt, die Gründe und die Folgen

Beim hessischen Drittligisten Offenbacher Kickers gibt es in diesen heißen Sommertagen ein kräftiges Gewitter im zwischenmenschlichen Bereich. Sportlich konnte das Team bei der 0:1 Niederlage beim Aufsteiger Hallescher FC nicht gänzlich überzeugen. Auch hinter den Kulissen tobt nach dem Rücktritt von Geschäftsführer Thomas Kalt ein erbitterter Machtkampf.

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Offenbacher Kickers: Der Rücktritt von Thomas Kalt, die Gründe und die Folgen
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Viele Handlungen, die derzeit am Biberer Berg überlegt werden, sind kontrovers zu diskutieren, da man nicht weiß, ob die Umsetzung die erhoffte Harmonie und den Erfolg bringen kann. Der scheinbar zukünftige OFC-Präsident Frank Ruhl steht heftig in der Kritik, denn viele Verantwortliche des ehemaligen Bundesligisten sehen in dem Industrieberater nicht den geeigneten Kandidaten für die Nachfolge des extrem beliebten Dieter Müller. Vor kurzem sah er sich als der große Gewinner. Doch dies scheint nun vorbei zu sein, denn das Blatt hat sich grundlegend gewendet. Im Urlaub weilend musste Ruhl miterleben, dass eine massive Kehrtwende hinsichtlich der Führungspositionen beim Traditionsverein stattgefunden hat.

Der Aufsichtsrat tagte und beschloss, dass der angebotene Rücktritt von Thomas Kalt akzeptiert werde und den bisherigen Kaufmännischen Manager Jörg Hambückers als dessen Nachfolger zu präsentieren. Gleichzeitig soll der sich in Streitigkeiten mit Ruhl befindliche Kalt als Nachfolger von Dieter Müller ins Gespräch gebracht werden.

Schon im Dezember 2011 hat der clevere Geschäftsmann Kalt mit der Gründung eines Investorenpools für die finanzielle Sicherheit des angeschlagenen Vereins sorgen wollen. Kalt konnte damals jedoch noch nicht erahnen, dass dieser Bereich sich als äußerst zukunftsträchtig erweisen sollte, da er mit diesem exklusiven Senatorenklub zugleich eine Menge Macht erhalten hat. Ein im Nachhinein extrem schlauer Schachzug des ehemaligen Vizepräsidenten, der nun von diesem Senatorenklub massiv gefördert wird.

Ursprünglich war geplant gewesen, dass Ruhl der legitime Nachfolger von Ex-Profi Müller werden sollte. Doch dies hat sich jetzt zerschlagen, da die Situation sich nun als völlig anders gestaltet. Für Kalt war es lange Zeit nur allzu klar, dass er Ruhl voll und ganz die Unterstützung zusagt. Nun räumt er eigene Fehler gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ ein: „Scheinbar habe ich mich zu sehr auf mein Bauchgefühl verlassen.“ Obwohl dieses Amt erst im September wieder ausgefüllt werden sollte, war der nun vermeintlich Gescheiterte, ein gefühlter OFC-Boss. Dazu Kalt: „Er hatte Einsicht in alle Akten und nahm an sämtlichen Treffen teil.“

Kalt, der als Macher der Kickers in den letzten Jahren bezeichnet worden ist, wurde immer mehr ausgeschlossen im Senatorenklub und war etwas überrascht von dieser neuen Situation, die ihn massiv zum Nachdenken animierte. Daher übt er nun auch harsche Kritik: „Wir haben festgestellt, dass Herr Ruhl große Fähigkeiten besitzt, aber auch, dass sein respektloser Ton zunahm“, so Kalt. Und er ergänzt: „Über mich wird keiner sagen, dass ich jemals wie eine wilde Sau durch das Dorf gelaufen bin.“ Kritiker haben diesen Führungsstil von Ruhl vermutet. Der stolze Kalt jedoch zeigt auch hier wieder sein ganzes Kämpferherz: „Das wird es mit mir nicht geben. Bevor ich mich von einem Newcomer vom Hof jagen lasse, gehe ich lieber selbst.“ Nun wurde bekannt, dass Kalt sich zum Rücktritt bereiterklärt hat. Schon zwei Tage vor der Stadioneröffnung hat sich Kalt zum Rücktritt bereit erklärt.

Bei einem Traditionsverein ist es stets auch der Fall, das es viele verschiedene Meinungen gibt. Dementsprechend kursieren auch Gerüchte, wie auch Sportkoordinator Ramon Berndroth mitbekommen hat. Kalt erklärt gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ dazu: „Ich habe Herrn Ruhl darauf angesprochen und er sagte lediglich, dass es keine Erbhöfe gebe.“ Und führt weiter aus: „Das hat mich leicht vermuten lassen, dass es zu einer Demission kommt.“

Nun ist es zu einem massiven Vertrauensbruch gekommen. Präsidiumsmitglied Eckrich hat zu dieser Thematik nun erklärt: „Wir stehen für eine Präsidentschaft mit Ruhl nicht zur Verfügung.“ Ein echtes Possenspiel beim Traditionsverein. Deshalb hat sich Kalt nun rund 14 Tage Bedenkzeit erbeten, da ihn die Gerüchte zu belasten scheinen, und ihn mit einer schlechten Finanzpolitik anprangern. Kalt ist ein Mann, der Sachen klären möchte, denn er möchte unter keinen Umständen mit einem Schuldgefühl belastet sein. Deshalb hat er sich konkret gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ zu diesen Themen ausführlich geäußert. Ehrlich konstatiert er, dass gewiss auch die nicht unbedingt so eingeplanten Baunebenkosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro „Schrammen hinterlassen“ haben. Auch räumt er treumutig ein, dass noch kurz vor der Lizenzierung dem Verein 682.000 Euro für den Liquiditätsnachweis gefehlt hätten. Immerhin muss man Thomas Kalt jedoch auch zugestehen, dass diese für einen Drittligisten enorme Finanzlücke durch die massive Unterstützung des Investorenpools, aber auch vor allem durch Kalt selbst geschlossen werden konnte. Es ist ihm hoch anzurechnen, dass er stattliche 75.000 Euro an eigenem Geld eingebracht hat. Gewohnt kämpferisch erklärt Kalt dazu: „Die Finanzlage ist schwierig, aber nicht aussichtslos. Das war für mich nie ein Grund zum Gehen.“

Quelle: www.fr-online.de

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