Neuer Preußen Münster-Trainer Loose äußert sich zur neuen Aufgabe

Mit gerade einmal sieben Punkten steht der mutmaßliche Aufstiegsfavorit SC Preußen Münster auf einem enttäuschenden 17. Tabellenplatz in der 3. Liga. Gerade einmal ein Punkt beträgt der Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz, den derzeit die Stuttgarter Kickers innehaben. Daher ist es auch nicht allzu verwunderlich gewesen, dass Ralf Loose den glücklosen Pavel Dotchev auf der Trainerbank ersetzt hat. Letzten Sonntag musste der ehemalige Nationaltrainer von Liechtenstein zahlreiche Gespräche mit Vereinsverantwortlichen, aber auch Trainern und Scouts vom SC Preußen führen. Am Montag folgte die Kommunikation mit der medizinischen Abteilung. Bei herbstlichen Temperaturen hat der 50-Jährige nun also seine erste Trainingseinheit abgehalten. Danach fand er auch Zeit für ein interessantes Gespräch mit den „Westfälischen Nachrichten“, wo er sich umfassend zur derzeitigen Situation bei den Preußen-Adlern geäußert hat.

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Neuer Preußen Münster-Trainer Loose äußert sich zur neuen Aufgabe
Foto: Preußen Münster
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„Wir müssen ohne Negativ-Erlebnisse nach vorne schauen“

Die Erwartungshaltung an den neuen Trainer ist enorm. Eine verunsicherte Mannschaft muss möglichst schnell aufgebaut werden. Zudem kommt am Samstag kein Geringerer als Spitzenreiter 1. FC Heidenheim ins Preußen-Stadion. Nur drei Tage später gibt es das Duell gegen den Bundesligisten und Looses Ex-Verein FC Augsburg in der zweiten Runde des DFB-Pokal. Aufgaben, die sehr komplizierter Natur sind, was auch der Ex-Profi weiß, wie er es gegenüber den „Westfälischen Nachrichten“ deutlich gemacht hat: „Die Saison ist lang. Wir sollten nicht den Fehler machen, jetzt an Augsburg zu denken, wir müssen uns auf Heidenheim besinnen. Wir müssen, ohne die ganzen Negativ-Erlebnisse der letzten Zeit aufzuwühlen, nach vorne schauen.“

„Jeder hat die Chance sich zu präsentieren“

Die wenigen Trainingseinheiten vor diesen enorm wichtigen Spielen möchte er nun intensiv nutzen. Über seine Art der Kaderauswahl kann er folgendes deutlich machen: „Es beginnt eine neue Art des Präsentierens. Wir haben keine ganze Vorbereitung, aber wir haben zumindest mal eine Woche, da kann sich jeder Spieler aufdrängen und empfehlen. Es gibt aber eben nicht sieben, acht Testspiele, wo jeder seine Chance bekommt. Es wird in der Kürze der Zeit so sein, dass ich mich für ein Team, für einen Kader entscheide.“ Und er wird konkreter, wenn er sagt: „Jeder hat die Chance, sich zu präsentieren, hat Moral und Teamgeist zu beweisen, um Preußen Münster nach vorne zu bringen.“

„Im konditionellen Bereich haben wir noch Luft nach oben“

Seine Premiere als Übungsleiter hat er zuletzt bei der Trainingseinheit erleben dürfen. Trotzdem hat er bereits die große Motivation und den ausgeprägten Ehrgeiz bei seinen Spielern erkennen können: „Wir sind am Anfang der Woche. Aber man hat gesehen, dass die ganze Mannschaft die Bereitschaft hat, voll mitzuziehen. Jetzt geht es darum, in allen Bereichen – konditionell, im taktischen Bereich und auch von der Cleverness – sich in kleinen Schritten zu verbessern. Und man kann sicher sagen, dass wir im konditionellen Bereich arg zulegen können. Da haben wir noch Luft nach oben.“

„Wir müssen die Spiele so nehmen, wie sie sind“

Es ist ein offenes Geheimnis, dass diese Verbesserung während einer Saison enorm schwierig sein wird. Doch Loose zeigt sich auch als Realist genug, um einschätzen zu können, dass die Mannschaft mit diesen Aufgaben umgehen muss, weil es alternativlos erscheint: „Das geht nicht in kürzester Zeit, aber wir müssen die Spiele so nehmen, wie sie sind. Und wir werden das Training jetzt auch nicht so planen, dass wir im Spiel mausetot sind. Das geht nicht, dafür sind zu viele Punkte zu verteilen. Trotzdem werden wir versuchen, parallel die Dinge voranzutreiben.“ Loose gilt als starker Kommunikator. Dennoch möchte er den Medien die Inhalte seiner Worte keineswegs verraten, wie er deutlich macht, wenn er sagt: „Ich rede ständig mit der Mannschaft, aber ich kann Ihnen nicht alles sagen, was ich der Mannschaft erzähle. Dafür haben wir eine Kabine. Da gibt es persönliche Dinge, wenn man zum Beispiel Spielern mehr Verantwortung übertragen will.“

„Jeder Spieler ist angewiesen, mehr Verantwortung zu übernehmen“

Und er fordert von seinen Spielern: „Jeder Spieler ist angewiesen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Jeder muss den anderen unterstützen, muss dem Mitspieler energische Unterstützung geben. Alle diese Dinge müssen sich entwickeln.“ Für Loose bedeutet diese Aufgabe in absoluter Hinsicht Novum, denn bisher hat er noch keinen aktuellen Preußen Münster-Spieler unter seinen Fittichen gehabt, wie er den „Westfälischen Nachrichten“ verraten hat: „Ich habe ja auch nur einmal in der dritten Liga gearbeitet, in Siegen. Gut, die kurze Zeit in Dresden kann man mit dazunehmen, aber das waren sechs Spiele, wenn man die Relegation dazunimmt. Aber das spielt auch keine Rolle. Jeder weiß, was meine Vorstellung von Fußball ist.“

„Jetzt müssen wir uns um wesentliche Dinge kümmern“

Zuletzt hat Loose beim Zweitligisten Dynamo Dresden gearbeitet. Dort hat er starken Offensivfußball spielen lassen. Ähnliche Vorstellungen hat er nun auch in Münster. Seine Wunschvorstellung von guten Fußball skizziert er wie folgt: „Wir wollen attraktiven Fußball zeigen, der natürlich auch gute Kombinationen und offensives Spiel beinhaltet. Aber es ist auch klar, dass wir uns jetzt um wesentliche Dinge kümmern müssen. Darum, Sicherheit im Defensivverhalten zu gewinnen. Nur wer eine stärkere Defensive aufweisen kann, kann schlussendlich erfolgreich sein, das ist kein Geheimnis. Und da muss eine deutliche Steigerung her.“ Über seine Ideen, wie er sich sein Team in Heidenheim am Samstag und in den Spielen danach präsentieren könnte, hat er ebenso gewisse Vorstellungen. Das wichtigste Kriterium ist für den gebürtigen Dortmunder jedoch die Platzierung in die Tabelle: „Natürlich hat man gewisse Dinge im Kopf, wenn man gewisse Eindrücke gesammelt hat. Aber wir haben jetzt englische Wochen, in denen alle drei Tage ein Spiel ist, sodass sicher die Entwicklung ein bisschen dauert. Aber das wissen wir doch. Es zählt nur einmal die Tabelle, und zwar am letzten Spieltag.“

Quelle: wn.de

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