Hallescher FC: Mit dem zweiten Stürmer zu mehr Erfolgen?

Der Vorsprung von vier Punkten auf den ersten Abstiegsplatz trügt ein wenig. Der Hallesche FC sollte in den nächsten Wochen bis zur Winterpause genügend Punkte sammeln, um den Vorsprung auf die ungemütlichen Abstiegsplätze weiter vergrößern zu können. Gegen den Tabellenachtzehnten Stuttgarter Kickers musste der HFC eine ganz bittere Niederlage hinnehmen. Statt möglichen zehn Punkten Abstand bei einem eigenen Sieg ist der Vorsprung auf nur noch vier Punkte zusammengeschmolzen.

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Hallescher FC: Mit dem zweiten Stürmer zu mehr Erfolgen?
Foto: Hallescher FC
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Neidischer Blick auf die Stuttgarter Kickers

Die Worte von Kickers-Trainer Horst Steffen wecken zweifelsfrei Begehrlichkeiten bei den Hallensern. So weiß der neue Trainer zu berichten: „Ich habe zwei Stürmer mit dem Potenzial, auch aus dem Nichts Tore zu machen.“ Beachtlich, wie die beiden Stürmer Marcos Alvarez und Elia Soriano vor dem Siegtreffer zum 1:0 harmonierten. Weitere gute Torchancen sind sogar noch liegen gelassen worden. Insgesamt waren die Sieger jedoch mit der Leistung und auch Effizienz ihrer Stürmer absolut zufrieden.

„Wir haben den einstmals positiven Trend relativiert“

Ganz anders gestaltete sich hingegen die Stimmungslage beim HFC-Trainer Sven Köhler, der die derzeitige Problematik durchaus erkannt hat, wenn er sagt: „Timo Furuholm fehlt derzeit einfach die Lockerheit.“ Die Stuttgarter waren stets brandgefährlich, während Halle dies schmerzlich vermissen ließ. Nach einem kleinen Zwischenhoch glaubte man sich an der Saale deutlich weiter. Nun hingegen muss Manager Ralph Kühne konstatieren: „Wir haben den einstmals positiven Trend relativiert.“

Abschlussschwache Hallenser

Gerade einmal 16 Tore hat der Traditionsverein aus Sachsen-Anhalt in den bisherigen 16 Saisonspielen erzielen können. Davon sind sogar drei Stück per Strafstoß erzielt worden. Damit hat der 13. der 3. Liga genauso wenig Tore erzielen können, wie das Schlusslicht SV Wacker Burghausen. Einzig der SV Elversberg ist mit 14 erzielten Treffern noch schlechter.

„Wer garantiert, dass ein zweiter Stürmer von Beginn an etwas bringt?“

Registriert hat Kölhler jedoch auch die Tatsache, dass mit der Einwechslung des zweiten Angreifers Pierre Merkel die Abwehr der Stuttgarter Kickers deutlich mehr gefordert gewesen ist. Zuvor musste sich der finnische Nationalspieler Timo Furuholm autonom an der vielbeinigen Stuttgarter-Abwehr abstrampeln. Trotz dieser erkennbaren Verbesserung weiß auch Köhler im Gespräch mit der „Mitteldeutschen Zeitung“ zu berichten, dass auch ein Zwei-Mann-Angriff längst kein Erfolgsrezept darstellen kann: „Wer garantiert, dass ein zweiter Stürmer von Beginn an etwas bringt?“

Richtige Reaktion von Merkel

Der Grund für diese Ein-Stürmer-Politik lag jedoch auf der Hand. Furuholm hat den ausgeprägten Torriecher, den er in dieser Spielzeit jedoch noch nicht ganz gefunden hat. Der von Eintracht Braunschweig verpflichtete Pierre Merkel hingegen hat sich im Training nicht richtig aufdrängen können. Für Köhler sind die Leistungen in den Übungseinheiten von einer enormen Bedeutung. Bei Sturmtank Merkel hat in den letzten zwei Wochen immerhin eine Verbesserung eingesetzt, was Spielführer Daniel Ziebig mitgeteilt hat: „Er hängt sich im Training richtig rein.“ Auch Manager Kühne kann dies bestätigen: „Es scheint, als finde er sich jetzt in seiner Rolle zurecht. Er ist, nachdem wir ihm mal ein Wochenende eine Auszeit gegeben haben, bereit, im Training Gas zu geben.“

„Ein Signal an die Mannschaft“

Schon im letzten Auswärtsspiel in Stuttgart hat der Trainer mit der Hereinnahme von Merkel ein „Signal an die Mannschaft gegeben, noch einmal alles zu probieren.“ Bekanntlich war dies erfolglos, doch Merkel zeigte sich immerhin bemüht.

„Der Trainer entscheidet allein über die Aufstellung“

So ganz langsam sollte der HFC auch wieder effizienter werden. Findige Beobachter der Szenerie sind immer mehr der Meinung, dass auch ein zweiter Stürmer dem HFC-Spiel gut tun könnte: „Natürlich diskutieren wir über Verschiedenes. Aber der Trainer entscheidet allein über die Aufstellung, doch das ist sicherlich eine Überlegung wert“, so denkt etwa Kühne nach. In der Saisonvorbereitung hat er diese Möglichkeit schon einmal gesehen, wie er hinzufügt: „Da wurde damit geliebäugelt und dies probiert, um mit dieser zusätzlichen Variante aufwarten zu können.“

Indizien sprechen für Zwei-Mann-Angriff

Um zukünftig etwas offensiver spielen zu können, müsste ein Kicker vor der Defensive geopfert werden. Dies sollte jedoch machbar sein, denn auf der einen Seite hat sich auf dieser Position keine echte Stabilität herauskristallisieren können. Hinzu kommt nun auch, dass Philipp Zeiger bei den Stuttgarter Kickers seine fünfte Gelbe Karte gesehen hat und damit für das Punktspiel in Duisburg gesperrt ist. Zurückhaltend äußert sich Ziebig zu dieser Thematik: „Ob zwei Stürmer unserem Spiel gut tun würden? Da bin ich der falsche Ansprechpartner.“

Erste Bewährungsprobe im Stadtderby?

Auch Manager Ralph Kühne will sich in solche Themen nicht einmischen, weiß aber allgemein zu berichten: „Ich möchte jetzt kein Horror-Szenario ausmalen. Aber es geht für uns um den Erhalt der dritten Liga. Dafür muss jeder seinen Teil beitragen.“ Auch in den kommenden Trainingseinheiten wird es Pierre Merkel seinem Trainer so schwer wie möglich machen, auf ihn zu verzichten. Am kommenden Samstag könnte beim Achtelfinalspiel im Landespokal gegen den fünftklassigen Lokalrivalen VfL Halle 96 eine erste Bewährungsprobe für diese neue Variante entstehen. Spannend bleibt es beim Halleschen FC definitiv.

Quelle: mz-web.de

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