Hachings-Trainer Schromm sieht Heidenheim als gutes Vorbild für sein Team

Nach der deutlichen 0:3-Heimniederlage gegen den Tabellenführer 1. FC Heidenheim ist die Stimmung bei der Spielvereinigung Unterhaching derzeit alles andere als erfreulich. Nach zwei Niederlagen in Serie ist das Team aus dem Münchener-Süden mittlerweile bis auf den achten Tabellenplatz abgerutscht. Auch wenn der Abstand auf Relegationsplatz zwei bei gerade einmal vier Punkten liegt, so stellt sich der Trend als wenig positiv bei den Hachingern dar. In der traditionellen Spielanalyse äußert sich nun Chef-Coach Claus Schromm zur derzeitigen Situation.

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Hachings-Trainer Schromm sieht Heidenheim als gutes Vorbild für sein Team
Foto: SpVgg Unterhaching
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„Wie wir uns in Duisburg und Osnabrück präsentiert haben, waren nicht wir“

Trotz des klaren Ergebnisses macht der Auftritt insgesamt sicherlich Mut, denn spielerisch ist eine klare Verbesserung im Vergleich zu den vorherigen Auftritten erkennbar gewesen. Dies hat auch Schromm so erkennen können, wie er gegenüber der vereinseigenen Homepage „www.spvggunterhaching.de“ deutlich macht: „ Man konnte zumindest eine Steigerung erkennen, das war auch unser Ziel. Wie wir uns in Duisburg und Osnabrück präsentiert haben, das waren eigentlich nicht wir. Das wollten wir wieder ändern und das ist doch geglückt, auch wenn das Ergebnis, gerade der Halbzeitstand, eigentlich ein Schlag ins Gesicht war. Heidenheim ist eine sehr clevere Truppe, mit einer ungeheuren Effektivität vor dem Tor. Wie verpassen gerade durch Voglsammer die Führung, im Gegenzug schlagen die mit ihrer eigentlich ersten Chance zu. Dann haben sie nichts mehr anbrennen lassen, wenn wir es mal geschafft haben, über das Mittelfeld vor die Kette zu kommen, haben sie das sofort mit kleinen Fouls unterbunden. Das haben die richtig gut gemacht.“

"Bei eigener Führung wäre es interessant geworden, wie der Gegner darauf reagiert“

Eine bewusste, konkrete Einstellung auf den Spitzenreiter hat es nicht gegeben. Auch wurden nicht direkte Rückschlüsse auf die letzten beiden Pleiten gezogen. Vielmehr wurde versucht, dass man sich auf die eigenen Stärken konzentriert und versucht die begangenen Fehler abzustellen: „Prinzipiell nicht. Natürlich haben wir versucht, die letzten beiden Spiele nüchtern zu analysieren, im Video hat man gesehen, dass wir in der Offensive eigentlich nie alle in unseren Positionen waren und es deshalb sehr schnell zu Ballverlusten kam und wir nicht ins Gegenpressing gekommen sind. Wir sind aber davon abhängig, dass wir uns alle im Konzept wiederfinden und die Positionen halten. Das haben wir zu Beginn gegen Heidenheim besser gemacht, eigentlich mussten wir in Führung gehen, dann wäre es interessant geworden, wie der Gegner darauf reagiert. Mit dem Heidenheimer Doppelschlag aber war es erledigt.“

„Heidenheim wird im kommenden Sommer sicher in der zweiten Liga sein“

Heidenheim stellt in diesen Tagen das beste Team in der gesamten 3. Liga. Diese Tatsache hat auch Hachings-Trainer so erkannt, der auch weiß, dass seine Mannschaft noch erhebliches Entwicklungspotential benötigt, jedoch nicht so abgezockt ist, wie das deutlich erfahrene Team von der schwäbischen Alb: „Da sah man die Entwicklung der Heidenheimer Mannschaft, die weitgehend zusammengeblieben und punktuell verstärkt worden ist. Das zeigt, was in einem Jahr machbar ist, diese Qualität hatte sie im letzten Jahr noch nicht. Homogen im Mannschaftsgefüge, diszipliniert und gut organisiert. Die werden im kommenden Sommer sicher in der zweiten Liga sein.“

Schromm nennt Gründe für Hachings fehlende Zielstrebigkeit

Auffällig ist beim Spiel der Hachinger, dass die Zielstrebigkeit und Konsequenz vor dem gegnerischen Tor schmerzlichst vermisst wird. Es fehlt in einigen Situationen das notwendige Selbstbewusstsein, um selbst den Abschluss zu suchen. Diese Problematik hat auch Schromm so erkannt, wie er gegenüber der vereinseigenen Homepage deutlich gemacht hat: „Meist ist es ja so, dass junge Spieler, wenn sie ein paar Chancen liegen gelassen haben, etwas verändern wollen. Statt sich zu sagen, egal, den nächsten mach ich rein, spielt man lieber ab und hofft, vielleicht macht es der Nebenmann.“

Keine einfache Situation für Jonas Hummels nach seiner Rückkehr

Gegen die so offensivstarken Heidenheimer hat die neu zusammengestellte Innenverteidigung der Hachinger nicht immer den sichersten Eindruck machen können. Schromm wollte in dieser Umstellung keinen Grund für die Niederlage erkannt haben: „Nein, die haben das wirklich ganz ordentlich gemacht. Gerade für Jonas Hummels war es ja nicht einfach, aus dem Nichts in die Startelf zu rücken, er hatte den Auftrag, möglichst einfach zu spielen, sich auf seinen Job zu konzentrieren. Das hat er getan.“

Schromm lobt die Moral seiner Mannschaft“

Steinherr hatte eine gute Torchance, um zumindest das 1:3 erzielen zu können. In dieser Szene fehlte dem Youngster jedoch das notwendige Abschlussglück. Lobende Worte hingegen findet Schromm für die Moral seiner Mannschaft: „Das war auch das Positive, dass die Mannschaft zwar nach dem 0:1 kurz durchgeschnauft, aber nie aufgegeben hat. Selbst nach dem 0:3 hat sie noch weitergespielt.“

„Entscheidend für den Erfolg ist, dass sich jeder seiner Rolle bewusst ist“

Nun stehen für den ehemaligen Bundesligisten noch zwei Partien auf dem Programm bis zur Winterpause. Eine klare Aufgabenverteilung und ein Zusammenbleiben der Mannschaft erhofft sich Schromm. Heidenheim sieht er als positives Fazit. Am besten sollen die Stärken schon in den kommenden beiden Spielen in Chemnitz und gegen Regensburg auf dem Spielfeld umgesetzt werden. Dazu hat Schromm folgende Meinung: „Entscheidend für unseren Erfolg ist, dass sich jeder seiner Rolle bewusst ist. Bei unserem variablen Offensivspiel muss jeder Spieler in bestimmte Situationen die Aufgaben seines Nachbarn übernehmen, muss einmal innen, dann außen verteidigen, dann auf die Sechs rücken oder ins Mittelfeld, jeder muss im Kopf schnell umschalten können, sich klar werden, welchen Job er gerade hat. Das ist ein hoher Anspruch, an dem wir noch arbeiten müssen. Das müssen wir noch festigen und die Spieler noch mehr sensibilisieren. Dafür wäre es schön, wenn mal eine Mannschaft ein, zwei Jahre zusammen bleiben kann. Was dann möglich ist, hat uns Heidenheim vorgeführt.“ Seine konkreten Erwartungen für die kommenden beiden Spiele bis zur Winterpause beziffert er wie folgt: „Wir wollen die Tugenden der ersten 20 Minuten gegen Heidenheim mitnehmen und die Effektivität erhöhen. Wir freuen uns auf alle Fälle auf diese Spiele.“

„Die Rückrunde soll in diesem Jahr besser werden als in den letzten beiden Jahren“

Nun ist die Hinrunde mit 19 absolvierten Begegnungen für die Spielvereinigung aus Unterhaching vorbei. Auch wenn es zuletzt punktemäßig eher bescheiden zuging, so muss ehrlich konstatiert werden, dass die Aufstiegshoffnungen noch weiterhin existent erscheinen. Claus Schromm zieht folgende Bilanz zur Hinrunde aus der Hachinger-Sicht: „Durch die drei Niederlagen am Ende wird das Bild natürlich getrübt, aber wenn uns jemand vor der Saison 27 Punkte nach der Hinrunde angeboten hätte, hätten wir das dankend mitgenommen. Gerade das letzte Spiel lässt sich schnell abhaken, Heidenheim war einfach zu stark. Wir können uns nun schnell auf die Rückrunde konzentrieren, die soll in diesem Jahr besser werden als in den letzten beiden Jahren. Wir wollen eine solide Serie spielen, 45 Punkte werden wir zum Klassenerhalt brauchen, da sind wir gut im Soll.“

Quelle: spvggunterhaching.de

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