Für Rot-Weiß Erfurt geht es weiter nach unten - nicht nur in der Tabelle

Erst die massive Kritik an Präsident Frank Nowag für dessen Alleingang bei der Insolvenzanmeldung, dann der Rücktritt des gesamten Aufsichtsrat und nun die Ankündigung des Hauptsponsors, vorerst kein Geld mehr zur Verfügung zu stellen: Rot-Weiß Erfurt kommt derzeit nicht zur Ruhe und befindet sich mitten in der größten Krise seiner Vereinsgeschichte.

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Für Rot-Weiß Erfurt geht es weiter nach unten - nicht nur in der Tabelle
Foto: Foto Huebner
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Dem Fußball-Drittligisten FC Rot-Weiß Erfurt bläst weiter starker Wind ins Gesicht. Das Autohaus König lehnt eine weitere Zusammenarbeit mit Präsident Nowag ab. Zwischen dem Hauptsponsor und dem Präsidenten herrscht Eiszeit. So lange Frank Nowag Clubchef ist, will das Autohaus kein Geld mehr an den Verein überweisen.

Etwas Entspannung gab es dafür an anderer Stelle: Am Freitag stimmte das Amtsgericht Erfurt dem Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung vorerst zu. Rechtsanwalt Volker Reinhardt wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Er soll jetzt ein Gutachten über den FC Rot-Weiß erstellen, erklärte Gerichtssprecher Michael Müller-Hilgert. Erst danach will das Gericht endgültig entscheiden. Das könne jedoch bis zu sechs Wochen dauern. Wie Müller-Hilgert ergänzte, wird nun die finanzielle Situation des Clubs geprüft. Der vom Verein beauftragte Rechtsanwalt Mirko Harraß soll die Sanierung durchführen, zudem hat das Gericht einen vorläufigen Gläubigerauschuss mit fünf Mitgliedern bestellt. Über die Personen wurden keine Angaben gemacht. Zum Streit war es unter anderem über die Art und Weise gekommen, wie die Insolvenz abgewickelt werden soll. Insgesamt sind es mehr als 200 Gläubiger. Ob und wie Geld sie erhalten, wird sich erst Verfahrens herausstellen. Die Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzausfallgeld für drei Monate gesichert.

Der Club hat Schulden von über sechs Millionen Euro, inkludiert man die sogenannten Besserungsscheine, liegen die Gesamtverbindlichkeiten sogar bei über acht Millionen Euro. Der Insolvenzantrag bedeutet laut DFB-Satzung neun Punkte Abzug in der laufenden Saison und damit für den abgeschlagenen Tabellenletzten den sicheren Abstieg aus der Dritten Liga. Um immer auf dem Laufenden über die aktuelle Tabelle zu bleiben und auf das Favoriten-Team zu wetten, gibt es eine Vielzahl an Sportwetten Angeboten.

In 21 Jahren waren bereits 109 Fußballvereine der oberen Liga zahlungsunfähig:

  • 109 deutsche Fußballclubs der Ligen eins bis fünf haben in den vergangenen 21 Jahren einen Insolvenzantrag gestellt.
  • Laut einer Studie der Sportökonomen Daniel Weimar und Stefan Szymanski wurden von den 109 beantragten Insolvenzen 19 zurückgezogen; 55 Clubs führten eine Planinsolvenz durch; 32 Vereine verschwanden komplett, 21 von diesen tauchten aber unter einem ähnlichem Namen in niedrigeren Ligen wieder auf.

  • 17 Vereine waren schon mehrmals beim Amtsgericht angetreten. Dreimal Uerdingen, Fortuna Köln und Ulm. Der FC Rot-Weiß ist nach 1997 zum zweiten Mal pleite.


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