FC Hansa Rostock - über Empor zur Bundesliga

Die Geschichte der Hansa und des Ostseestadions (DKB-Arena).

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FC Hansa Rostock - über Empor zur Bundesliga
Foto: Hansa Rostock
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Geschichte



Empor Rostocks Gründung 1954

1954 wurden in vielen Bezirken der ehemaligen DDR zur Leistungssportförderung viele Sportclubs gegründet. Diese sollten die anders als die breitensportorientierten Betriebssportgemeinschaften zu leistungssportlichen Zentren ihrer jeweiligen Region und ihrer zentralen Sportvereinigung werden lassen.

Zu dieser Zeit entstand in Rostock, der größten Stadt der DDR nördlich Berlins, auch so ein Sportclub, „SK Empor Rostock“ genannt. Der dann in SC Empor Rostock umbenannte Club sollte sieben verschiedene Sportarten umfassen. Trägerbetrieb war das Fischkombinat Rostock war dies das Leistungszentrum, welches die Sportgemeinschaften mit Trägerbetrieben aus Versorgungswirtschaft und Handel umfasste.

Auch im Juni 1954 wurde dann das Ostseestadion eröffnet. Allerdings dauerte es im Gegensatz zu den Feldhandballern, im Fußballbereich eine schlagkräftige Truppe zusammen zu stellen.

Ein Grund dafür war, dass mit Motor Wismars Abstieg 1951/52 kein nördlicher DDR-Club mehr in der Oberliga vertreten war. In der laufenden Saison 1954/55 waren es überwiegend sächsische Teams, die die Meisterschaft unter sich ausspielten. Daraufhin beschloss die Sportführung der Deutschen Demokratischen Republik, dass der sächsische BSG Empor Lauter noch während der laufenden Saison nach Rostock delegiert wird. Bereits ein Jahr zuvor wurde auch schon Vorwärts Leipzig auf diese Art und Weise nach Berlin delegiert. 1991 brachte die Zeitschrift Fußballwoche den Lauter-Umzug mit dem späteren Gewerkschaftsbund-Vorsitzenden Harry Tisch in Verbindung, offiziell war der Initiator aber Karl Mewis. Dieser war zu jenem Zeitpunkt erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Rostock.

Empor Lauter war wie Empor Rostock ein Teil der Sportvereinigung Empor. Lauter war zur Zeit des Umzuges mit 10:6 Punkten Tabellenführer der Oberliga. Aber die Mannschaft verfügte in Lauter nicht über eine Dauer wettbewerbsfähige Infrastruktur und konkurrierte mit weiteren Erstligisten in näherer Umgebung.

Das Spiel Lauters gegen Motor Zwickau wurde abgesetzt, um den Umzug nach Rostock zu ermöglichen. Einige Spieler traten jedoch genau diesen nicht an, sondern wechselten zu Motor Zwickau oder in niederklassige Ligen. Manche beendeten auch ihre Karrieren. Drei Spieler verzichteten erst nach wütenden Protesten auf den Ortswechsel. Am Ende waren es 12 Spieler und der Trainer Oswald Pfau, die den Gang in den Norden der DDR antraten.

Für die Spieler Rostocks begann eine schwere Zeit. Bei den Auswärtsspielen wurden diese als Verräter bezeichnet und deren Angehörige wurden ausgegrenzt.

Empor Rostock war zwar eine sehr stark geförderte Sportgemeinschaft, konnte aber mit den großen Sportvereinigungen Motor, Turbine oder Dynamo in keiner Weise konkurrieren.

Der Kader wurde meistens mit Talenten aus der Region aufgefüllt. Auch TSG Wismar und Einheit Greifswald waren bis in die 70er Delegierungsschwerpunkte. Aber es wurden nur wenige wirklich etablierte Oberligaspieler zu der Zeit an die Ostseeküste delegiert.


1954 bis 1965 Die Zeit als der „ewige Zweite“

17.000 Zuschauer verfolgten das erste Rostocker Oberligaspiel am 14. November 1954. Gegner im noch nicht vollständig fertiggestellten Ostseestadion war Chemie Karl-Marx-Stadt. Kurzfristig wurde die Mannschaft zwar mit regional ansässigen Spielern verstärkt, jedoch auch dies verhinderte nicht das Abrutschen in der Oberliga auf den 9. Platz. Allerdings erreichte man das Finale des FDGB-Pokals, welches gegen Wismut Karl-Marx-Stadt im Leipziger Bruno-Plache-Stadion mit 2:3 nach Verlängerung verloren ging.

In der Übergangsrunde 1955 belegte Empor Rostock Platz 2 und stellte mit Gerhard Schaller zum ersten Mal einen Akteur, der in den DDR-Nationalkader berufen wurde. In der drauffolgenden Spielzeit stieg man dann als Tabellenletzter in die Zweitklassigkeit ab. Unter Willi Möhring und danach Erich Dietel schafften es die Rostocker, lediglich zwei Spiele der Hinrunde als Sieger zu beenden. Unter Lotar Wiesner, der von Kurt Zapf als Spielertrainer unterstützt wurde, spielte die Mannschaft dann erfolglos gegen Abstieg.

1957 gelang neben dem sofortigen Wiederaufstieg auch der erneute Einzug ins Finale des FDGB-Finales. Obwohl Rostock mit 1:0 im Finale in Führung ging, ging das Spiel durch das 2:1 für den Gegner Lok Leipzig in der Verlängerung dann aber letztendlich wieder verloren.

Darauf etablierte sich Empor Rostock in der Oberliga und schaffte es 1960 zum dritten Mal in der kurzen Vereinsgeschichte in das FDGB-Pokalfinale einzuziehen. Auch im dritten Anlauf verpasste Rostock den Gewinn des Pokals. Trotz einem 2:0-Vorsprung in der 63. Minute unterlag man Motor Jena mit 2:3 nach Verlängerung. Auch in der Oberliga wurde man ebenfalls Vizemeister durch eine 1:3 Pleite am letzten Spieltag der Saison vor 30.000 Zuschauern gegen den mit einem Punkt Vorsprung angereisten Tabellenführer Vorwärts Berlin.

Trotz der beiden Zweitplatzierungen wurde die Mannschaft in der Zeitung Junge Welt zum Team des Jahres 1961 gewählt. Auch den Torschützenkönig stellte man mit Arthur Bialas. Dieser erzielte 23 Treffer.


1965 bis 1973 – Die Anfangsjahre

Am 28. Dezember 1965 wurde die Gründungsurkunde unterschrieben und die Fußballabteilung aus dem Empor Rostock in den selbstständigen FC Hansa Rostock abgespalten. Dies war im Sinne der DDR-Sportführung um Leistungszentren für den Fußball zu etablieren. Der Fußball sollte im Leistungssportsystem der Deutschen Demokratischen Republik eine Sonderstellung einnehmen. Bereits am 22. Dezember 1965 war der 1. FC Magdeburg als erster Fußballclub gegründet worden. Weitere Clubs aus Berlin, Chemnitz, Erfurt, Halle und Leipzig erfolgten dann im Januar 1966. Der Trägerbetrieb Hansas war das Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft, was bedeutete, dass Rostocks Staatsamateure beispielsweise als Buchhalter im Überseehafen angestellt wurden. Erster Vorsitzender des neu gegründeten FC Hansa Rostock wurde Heinz Neukirchen.

In der Rückrunde der Saison 1965/66 bestritt die Mannschaft die ersten Spiele unter dem Namen FC Hansa Rostock und erreichte abschließend den 4. Platz in der Tabelle. Im Jahr darauf erreichte die Mannschaft dann nur einen enttäuschenden 10. Platz. Aber es gab auch Positives. Der FC Hansa Rostock erreichte zum 4. Mal das Finale des FDGB-Pokals. Diesmal scheiterte man aber klar und bereits nach der regulären Spielzeitmit 0:3 gegen Motor Zwickau.

Vor der Saison 1967/68 ließ die Sportführung der Deutschen Demokratischen Republik den Stadtrivalen ASG Vorwärts Rostock nach Stralsund delegieren. Dies geschah daher, dass diese trotz Zweitklassigkeit als Kontrahent des FC Hansa angesehen wurden.

Am Ende der Saison wurde Gerd Kostmann mit 15 erzielten Treffern Torschützenkönig und der FC Hansa mit 5 Punkten hinter Carl-Zeiss Jena zum bereits 4. Mal Vizemeister in der Oberliga. Dadurch wurde aber zum ersten Mal der Messepokal, der Vorläufer des heutigen UEFA-Pokals, erreicht. Dort überstand Hansa die erste Runde gegen OGC Nizza und schied denkbar knapp wegen der Auswärtstorregel gegen den AC Florenz aus.

Auch in der darauffolgenden Saison konnte man sich wieder mit einem 4. Platz in der Liga für den Messepokal qualifizieren. Auch den Torschützenkönig stellten die Rostocker. Wieder war es Kostmann mit 18 Treffern. Allerdings wurde der Trainer Gläser im Mai 1969 wegen ausbleibender Titelgewinne durch seinen Vorgänger Wiesner ersetzt worden, ehe ab Juli 69 dann Horst Saß das Amt übernahm.

Saß war um die Verjüngung des Kaders bemüht und brachte das durch die Eingliederung junger Spieler wie Gerd Kirsche und Joachim Streich zum Ausdruck. Allerdings brachte dies weniger Erfolg, so dass die Saison 69/70 mit nur 2 Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf dem 12. Platz der Oberliga beendet wurde. Im Messepokal konnte man zwar Panionios Athen bezwingen und im Hinspiel das große Inter Mailand mit 2:1 in der zweiten Runde schlagen, aber das 3:0 im Rückspiel gegen Mailand sorgte für das erneute Zweitrundenausscheiden.

Als sich die Ergebnisse in den nächsten 3 Spielzeiten nicht besserten und Rostock immer im hinteren Tabellendrittel aufzufinden war, verließ der Trainer Horst Saß den Verein.

Bei den Olympischen Sommerspielen 1972 gewannen die Rostocker Joachim Streich und Dieter Schneider die Bronzemedaille mit der Nationalmannschaft Deutschlands.


1973 bis 1990 – Die Rostocker „Fahrstuhlmannschaft“

Heinz Werner führte Rostock in der Saison 1973/74 noch auf Rang 7, wurde dieser dann in der darauffolgenden Spielzeit 1974/75 auf einem Abstiegsrang stehend noch während des Spiels seiner Mannschaft gegen den FC Carl-Zeiss Jena seines Amtes enthoben. Sein Nachfolger wurde Helmut Hergesell, der zwei Jahre zuvor noch selbst aktiv das Trikot Hansas getragen hatte. Aber auch er konnte den 2. Abstieg nicht verhindern.

Während Joachim Streich dann Richtung Magdeburg abwanderte und dort Rekordspieler der DDR wurde, blieb Kische Rostock treu. Beide spielten bei der WM 1974 für die DDR, Kische auch gegen die BRD. Bei den olympischen Sommerspielen 1976 sollte dieser dann auch Gold gewinnen.

Die Unterschiede im Leistungssportbereich zwischen der aus Betriebssportgemeinschaften bestehenden DDR-Liga und der zum Großteil aus Fußballclubs gebildeten Oberliga machten die Wiederaufstiege der abgestiegenen Teams einfacher. Das machte Rostock dann immer mehr zum Fahrstuhlteam. So ging es 75/76 unbesiegt wieder rauf, in der nächsten Saison mit einem Punkt Rückstand auf dem letzten Tabellenplatz wieder runter.1977/78 ging es, trotz einiger Niederlagen als Tabellenführer wieder aufwärts. Auch der höchste Pflichtspielsieg der Vereinsgeschichte konnte in dieser Aufstiegssaison mit einem 10:0 über BSG Motor Wolgast gefeiert werden. Trainer Hergesell musste auf Grund ernüchternder Ergebnisse in der Oberligasaison 1978/79 seinen Schreibtisch räumen. Abgelöst wurde dieser durch seinen einstigen Teamkollegen Jürgen Heinsch. Aber auch er, seit Dezember 1978 im Amt, konnte den Klassenerhalt nicht erreichen. 1979/80 ging es allerdings wieder nach oben und auch der Rekord „höchster Sieg der Vereinsgeschichte“ konnte mit einem 10:0 über BSG Kernkraftwerk Greifswald eingestellt werden.

1980/81 gelang es dann endlich. Mit drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze konnte die Fahrstuhlfahrt vorerst gestoppt und der Klassenerhalt in der Oberliga gehalten werden.

Vier Jahre bis zur Saison 1984/85 konnte Rostock erstklassig bleiben. Allerdings immer im unteren Teil der Tabelle wiederzufinden. 1985/86 ging es dann unter Claus Kreul, der Jürgen Heinsch abgelöst hatte, wieder zurück in die zweithöchste Spielklasse der Deutschen Demokratischen Republik. Thomas Doll, Rostocks junger Nationalspieler verließ den Verein daraufhin in Richtung DDR-Rekordmeister BFC Dynamo. Allerdings konnte der Verbleib der Älteren, Axel Schulz und Rainer Jarohs, gesichert werden. Neben dem sofortigen Wiederaufstieg gelang auch in der Saison 1986/87 unter Werner Voigt einmal mehr der Einzug in das Finale des FDGB-Pokals. Allerdings war es der Hansa auch im 5. Anlauf nicht vergönnt, den Pokal nach Hause zu holen und das Finale ging mit 1:4 gegen Lok Leipzig verloren.

Nachdem man 1987/88 noch gerade so das rettende Ufer mit 2 Punkten Abstand zur roten Linie erreicht hatte, spielte man in der darauffolgenden Saison sehr gut und beendete diese auf dem 4. Platz, was gleichbedeutend mit der ersten Qualifikation für den UEFA-Pokal war. Allerdings konnte man sich in diesem nicht lange halten und schied bereits in der ersten Runde gegen Banik Ostrava aus.

Rostocks Spieler Axel Kruse flüchtete während eines Spiels in Kopenhagen nach Westdeutschland. Die sich abzeichnende Wiedervereinigung Deutschlands machte sich auch in der Saison 1989/90 im Fußball bemerkbar. Während Rostock diese auf Rang 6 abschloss, konnte man die Liberalisierung des Fußballs miterleben. Die Spieler, die zuvor an die Trägerbetriebe der Vereine arbeitstechnisch gebunden waren, erhielten Spielerverträge mit den Vereinen und wurden von dort weg nicht mehr als Amateure deklariert. Des Weiteren wurde ihnen gestattet, ihren sportlichen Arbeitgeber ohne Zustimmung der staatlichen Sportführung zu wählen. Auf dem Weg zu einem marktwirtschaftlich agierenden Fußballverein erhielt Rostock, wie im Kooperationsvertrag Unterstützung durch den SV Werder Bremen. Die Liquidität Hansa wurde durch eine nachträgliche Ablöse für den geflüchteten Axel Kruse von Hertha BSC Berlin gesichert. Hansa hielt sich aber im Vergleich zu anderen DDR-Klubs zurück, seine Spieler nach Westdeutschland an die finanzstarken Westdeutschen Vereine zu verkaufen, was auch durch die für damalige Verhältnisse hoch dotierten Verträge von 6.000 Mark monatlich auch gelang.


1990 bis 1995 – Zwischen Meisterschaft und Zweitklassigkeit

Die DDR-Oberliga wurde zu ihrer letzten Saison in NOFV Oberliga umbenannt. Diese Umbenennung fand auf Grund des Zusammenschlusses des ostdeutschen Fußball-Verbands zum westdeutschen Fußball-Bundes statt. Die NOFV-Oberliga galt als Qualifikation für das gesamtdeutsche Ligensystem. Hierfür wurde man auch auf dem Transfermarkt aktiv. Man verstärkte sich mit dem bisher nur in Westdeutschland aktiv gewesenen Uwe Reinders und mit dem amerikanischen Nationalspieler Paul Caligiuri zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte mit einem Ausländer. Im August 1990 wurde Hansa dann offiziell zum gemeinnützigen eingetragenen Verein und versuchte mit dem ersten Sponsorenvertrag der Vereinschronik mit dem Klebstoffhersteller „UHU“ die finanzielle Lücke die durch den Wegfall des Trägerbetriebes zu schließen.

Sportlich war die Hansa stark in der letzten Saison der ostdeutschen Meisterschaft gut unterwegs. Nachdem man mit 20 Punkten die Herbstmeisterschaft erringen konnte reichten 15 Punkte in der Rückrunde zum Gewinn der Meisterschaft im Mai 1991. Dies bedeutete die Qualifikation zum Europapokal der Landesmeister und neben Dynamo Dresden war man der 2. Ostdeutsche Verein, der sich für die Bundesliga qualifizieren konnte.

Aber es kam noch besser. Es war die 6. Teilnahme am Finale im in NOFV-Pokal umbenannten FDGB-Pokal, bei welchem man endlich auch diesen Titel gewinnen konnte. Im Finale gewann man mit 1:0 über den Eisenhüttenstädter FC im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Allerdings war nach der Wiedervereinigung der Wert des Pokals so weit gesunken, dass gerade einmal 4.800 Zuschauer den Weg ins Stadion zur Finalpartie gefunden hatten.

1991/92 verließ der erste wirkliche Leistungsträger den FC Hansa Rostock zu einem Westdeutschen Verein. Der Verlust von Henri Fuchs sollte durch die Verpflichtung osteuropäischer Spieler kompensiert werden. Rostock durfte in der Saisonvorbereitung als Meister der DDR am Supercup des DFB teilnehmen. Jedoch schied man im Halbfinale gegen den amtierenden Meister der BRD, den 1. FC Kaiserslautern aus. Juri Schlünz, der Kapitän der Hansa, schrieb dabei Geschichte. Er war der erste Spieler der mit der neu eingeführten gelb-roten Karte vom Platz flog.

Die Bundesliga hingegen begann positiv für die Hanseaten. Mit einem 4:0 fegte man am ersten Spieltag den 1. FC Nürnberg vom Feld und übernahm sogleich die Tabellenführung. Allerdings verlor die zuvor unterschätzte Mannschaft immer mehr an Boden und fand sich rasch im Abstiegskampf wieder. Trainer Reinders konnte zwar vor der Winterpause seinen Job nach Differenzen mit Präsident Gerd Kische noch retten, musste dann aber im März 1992 doch weichen, um Erich Rutemöller Platz zu machen. Rostock musste zwar den Gang in die 2. Bundesliga antreten, war aber am letzten Spieltag direkt am Meisterschaftsgeschehen beteiligt. Es ging gegen die Eintracht aus Frankfurt. Rostock konnte das Spiel mit 2:1 gewinnen, was Frankfurt den Titel kostete.

Im Europapokal der Landesmeister schied man in der ersten Runde aus. Der Gegner war der FC Barcelona. Aber die Hanseaten verkauften sich teuer und gewannen, nachdem das Hinspiel im Camp Nou mit 3:0 verloren ging, zumindest das Rückspiel im eigenen Ostseestadion mit 1:0 und konnte einen Achtungserfolg erringen.

Ziel der Saison 1992/93 war der sofortige Wiederaufstieg. Der Abgang von vier Leistungsträgern der Rostocker erschwerte dies allerdings. Wegen der finanziell angespannten Lage konnten die Hanseaten diese nur durch unerfahrene Spieler wie Timo Lange und Marco Zallmann ausgleichen. Lange sollte aber eine Entwicklung in Rostock erleben und zum Hansa-Rekordspieler werden. Der Start in die Saison verlief gut, man hielt sich während der Hinrunde zumeist auf einem Aufstiegsrang auf. Zur Winterpause fiel man aber zurück und verlor das Ziel immer weiter aus den Augen. Als Folge musste der Cheftrainer Rutemöller noch in der Winterpause seinen Platz frei machen. Ersetzt wurde er durch Horst Hrubesch, der allerdings die erhoffte Wende auch nicht vollbringen konnte, im Gegenteil. Die Mannschaft rutschte bis zum Ende dieser verkorksten Saison noch weiter ab und stand letztendlich auf Rang 11 in der 2. Bundesliga.

Auch in der darauffolgenden Saison verpasste man die Rückkehr ins deutsche Fußballoberhaus. Jürgen Heinsch übernahm in jener Saison zum bereits 3. Mal den Trainerstuhl, konnte die Mannschaft aber nur auf Rang 8 führen und wurde zur kommenden Saison nicht weiter beschäftigt.

Zur Saison 1994/95 bekleidete Frank Pagelsdorf das Traineramt. Juri Schlünz, ein Leistungsträger und über viele Jahre der Hansa treu ergebener Leistungsträger beendete seine Karriere. Als Ersatz kam unter anderem Stefan Beinlich aus Aston Villa. Die Aufstiegschancen wurden jedoch auch in dieser Saison eher gering geschätzt. Jedoch kam es Anders als erwartet. Bereits 3 Spieltage vor Saisonende schaffte die Pagelsdorf-Truppe den Aufstieg zurück in die 1. Bundesliga. Am Ende wurde man sogar Meister.

Der gleichzeitige Abstieg von Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga bedeutete, das Rostock zur einzigen Mannschaft der ehemaligen DDR-Oberliga wurde, die im ganzdeutschen Oberhaus aktiv war, und dies sollte über mehrere Jahre so bleiben. In dieser Zeit erspielte sich der Verein die Bezeichnung der „Leuchtturm des Ostens“.


1995 bis 2005 – Rostock in der Bundesliga

Die Aufstiegssaison begann gut und so stand die Mannschaft der Hansa zwischenzeitlich auf dem 3. Rang, rutschte aber zum Saisonende hin auf einen trotzdem sehr guten 6. Rang zurück und verzichtete aber auf die UI-Cup-Teilnahme. Auch ein neuer Zuschauerrekord wurde aufgestellt. Nachdem es zu heftigen Übergriffen im
Vor der Saison 1996/97 verließ René Schneider die Rostocker in Richtung Borussia Dortmund. Dieser war der erste Rostocker Spieler, der für die der gesamtdeutschen Nationalelf aufgelaufen war und er gehörte auch zum Kader, der bei der Europameisterschaft 1996 den Titel holte. Dieser Verlust und die sich daraus ergebenden Problem in der Verteidigung der Hansa konnten dann erst in der Winterpause beigelegt werden. In der Winterpause wurde auch ein Aufsichtsrat als den Vereinsvorstand kontrollierendes Gremium erstellt.

Am Ende der Saison wurde Rostock 15. und schaffte dadurch den Klassenerhalt. Die darauffolgende Saison sollte dann im Auge des Rostocker Anhängers eine der Besten werden. Ewald Lienen, der neue Trainer, sorgte mit der Mannschaft dafür, dass man nie schlechter als Rang 7 gestellt war und die Saison wieder auf dem 6. Rang beendet wurde. Es gab auch in einem Fußballmagazin eine Umfrage unter 200 Spielern der Bundesliga, in welcher die Kogge dann den 1. Platz in der Kategorie „schönster Fußball“ belegte. Auch der erste Gesamtdeutsche Titelgewinn konnte gefeiert werden. Im Januar 1998 konnte Ewald Lienen seine Mannschaft ins Finale des DFB-Hallenpokals führen, welches gegen den FC Schalke 04 mit 4:3 gewonnen werden konnte.

Zur Saison 1998/99 nahm Rostock dann auch am UI-Cup teil. Jedoch war die Teilnahme nicht von langer Dauer. Gegen den ungarischen VSC Debrecen schied man bereits in der ersten Runde aus. Es war wie so oft, die Leistungsträger wanderten ab und die Hansa konnte diese Löcher nicht stopfen. Die Konsequenz daraus war der Abstiegskampf, der bis zum letzten Spieltag anhielt. Das rettende Ufer konnte durch einen 3:2 Sieg am letzten Spieltag gegen den VfL Bochum erreicht werden. Es war Slawomir Majak, der den Führungstreffer zum 3:2 erst in der 83. Spielminute herstellte. Diese Saison und ihr Finale galten als die dramatischsten in der deutschen Fußballgeschichte. Erfreulicher hingegen waren Rostocks Leistungen im DFB-Pokal. Man konnte diesen Wettbewerb bis ins Halbfinale bestreiten und dadurch die beste Platzierung dieses Wettbewerbes der Vereinsgeschichte erzielen.

Vier weitere Spielzeiten lang spielte man in Rostock unter den Cheftrainern Zachhuber, Friedhelm Funkel und Armin Veh um den Verbleib in der Bundesliga und kursierte immer zwischen Rang 12 und 15. 1999/2000 wurden mit Oliver Neuville und Marko Rehmer die eigenen Nationalspieler abgegeben, um den Etat stellen zu können. Kurios in dieser Zeit war, dass in der Zeit zwischen 1998 bis 2004 sieben Schweden und vier Dänen verpflichtet wurden. In der Folge kamen bis zu 2.000 schwedische Fans ins Ostseestadion.

2003/04 spielte die Hansa ohne Abstiegssorgen und erreichte unter Juri Schlünz, der selbst viele Jahre aktiv das Kogge-Dress trug den neunten Platz in der Abschlusstabelle und qualifizierte sich ein drittes Mal für den UI-Cup. Jedoch verzichtete man zum zweiten Mal auf die Teilnahme. Martin Max erzielte in 33 Spielen für die Hansa 20 Tore und stellte damit einen Vereinsrekord auf, ehe er nach der Saison vorzeitig sein offizielles Karriereende bekannt gab.

Zur nächsten Saison durfte Rostock erstmals am Ligapokal teilnehmen, verlor jedoch das erste Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen. In der Saison 2004/05 verlor man 8 Spiele in Folge im heimischen Ostseestadion, was Vereinsnegativrekord bedeutete. Und nicht nur das. Auch der bisherige gesamte Negativrekord von SC Tasmania 1900 Berlin, der seit 1965 bestand hatte, wurde eingestellt.

In der kompletten Hinrunde erreichte Rostock gerade einmal 11 Pünktchen und auch Juri Schlünz war bereits nach der 0:6 Klatsche gegen den Hamburger SV zurück getreten. Auch sein Nachfolger Jörg Berger konnte die Hansa nicht mehr retten und so stieg diese mit 18 Niederlagen aus 34 Spielen nach 10 Jahren Bundesligazugehörigkeit als Vorletzter der Tabelle in die 2. Bundesliga ab.


2005 bis 2010 – Bis in Liga 3

Der sofortige Wiederaufstieg wurde als unabdingliches Ziel ausgegeben. Jedoch verpasste man mit 2 Niederlagen in Folge den Start in die Saison 2006/07 gehörig. Als Konsequenz musste Jörg Berger seinen Hut nehmen. Ersetzt durch einen alten Bekannten, Frank Pagelsdorf, beendete man diese Spielzeit nur auf einem enttäuschenden 10. Rang. 2006/07 schaffte man es dann aber 18 Spiele ohne Niederlage zu bleiben (hanseatischer Zweitligarekord) und stieg als Vizemeister wieder in die Bundesliga auf.

Der Verein frisches Geld in die Kassen spülen konnte, das Ostseestadion wurde in DKB-Arena umbenannt und die Namensrechte daher verkauft, stieg die Hansa 2007/08 sofort wieder ab und konnte in der darauffolgenden Zweitligasaison fast ausnahmslos nur enttäuschen. Frank Pagelsdorf wurde von November 08 weg beurlaubt. Dieter Eilts sollte die Situation verbessern doch auch der ehemalige Profi schaffte dies nicht und rutschte mit der Mannschaft sogar in die Nähe der Abstiegsränge. Auch Eilts musste gehen und Andreas Zachhuber wurde im März 2009 neuer Trainer. Der Verbleib in der Zweitklassigkeit wurde erst am letzten Spieltag gesichert.

Auch in der nächsten Saison, 2009/10, war keine Besserung in Sicht und in Abstiegsgefahr befindlich, wurde Zachhuber im Februar 2010 übernahm der bisherige Co-Trainer Thomas Finck das Amt des Cheftrainer, wurde aber auf Grund fehlender Trainerlizenz gegen Torwarttrainer Marco Kostmann ausgetauscht. Aber die Personalentscheidungen brachten nicht den erhofften Befreiungsschlag und am Ende der Saison musste man auf Rang 16. stehend in die Relegationsspiele gegen den FC Ingolstadt 04. Diese konnte man überraschender Weise nicht positiv gestalten und war zum ersten Mal überhaupt in der Vereinsgeschichte drittklassig.

Seit 2010 – heute Entwicklung

Hansa nahm Peter Vollmann als Trainer unter Vertrag. Diesem standen von den 27 Spielern des Vorsaisonkaders nur noch 10 zur Verfügung. Jedoch schaffte die neu formierte Truppe den Gewinn der Herbstmeisterschaft der 3. Liga und erreichte bereits am viertletzten Spieltag den Wiederaufstieg in Liga 2. Drittligisten qualifizieren sich nicht automatisch für den DFB-Pokal, sondern müssen an Landespokalen erfolgreich teilnehmen, um um diesen spielen zu können. Als hochklassigster Teilnehmer am Landespokal Mecklenburg Vorpommern konnte Rostock diesen den Erwartungen entsprechend problemlos gewinnen.

Die Aufstiegssaison in der zweiten Liga begann nicht nur schlecht, sondern miserabel. Nur ein Sieg in der gesamten Hinrunde konnte verbucht werden und Peter Vollmann musste Wolfgang Wolff weichen. Hansa stand dennoch bereits am vorletzten Spieltag offiziell als Absteiger fest. Auch neben dem aktiven sportlichen Geschehen lief es alles andere als gut. Zum Beginn 2012 war die finanzielle Situation so kritisch, dass die Insolvenz anstand. Die Bürger Rostocks waren es, die ihren Verein retteten, da für ein Maßnahmenpaket gestimmt wurde, was das Fortbestehen des Vereins durch Erlässe des Finanzamtes und weiterer Gläubiger sicherte.

Zu Beginn der Spielzeit 2012/13 blieb Hansa einmal mehr hinter den Erwartungen zurück und auch im DFB-Pokal war in der ersten Runde gegen den 1. FC Kaiserslautern Endstation. Wolfgang Wolf wurde bereits Anfang September 2012 entlassen und durch Marc Fascher ersetzt. Dieser führte die Mecklenburger aber zurück in die Erfolgsspur.


DKB Arena (ehem. Ostseestadion)



Altes Ostseestadion

Bis in die 50er Jahre war das alte Volksstadion, erbaut zwischen 1923 und 1928, das nah der heutigen DKB Arena ist, das größte Rostocker Stadion und soll bis zu 30.000 Menschen bereits in den 30ern Platz geboten haben können.

Die Fläche, auf welcher die DKB-Arena heute steht und auch der davorliegende „Platz des Friedens“ hingegen war zu dieser Zeit für politische Kundgebungen und als Aufmarschplatz des Militärs. Die damals für diese Zwecke aufgeschütteten Erdhügel wurden für das Fundament des später dort entstehenden Stadions genutzt.

Nachdem die DDR gegründet worden war, sollte auch in Rostock eine Fußballmannschaft für höhere Ligen gebildet werden, was den Bau eines neuen Stadions mit sich brachte. Dieses sollte dem Zuschauerzuspruch entsprechen und außerdem sollten dort noch Schwimmhalle und Eisstadion errichtet werden. Das Stadion wurde als allgemeines Sportstadion konzipiert und beinhaltet deshalb auch eine Laufbahn.

Jedoch war das Geld für den Stadionbau knapp, weshalb die Bevölkerung zu Spenden und freiwilliger Arbeit aufgerufen wurde. Dies brachte mit sich, dass Anfang der 50er Jahre tausende Menschen insgesamt 230.000 Arbeitsstunden kostenlos leisteten, was eine Einsparung von 928.000 DDR-Mark bedeutete. Diese Fakten wurden in einem Gedenkstein vor dem Stadion verewigt.

Ab Juni 1954 wurde das Stadion mit einer vorläufigen Kapazität von 17.000 in Betrieb genommen. Nach der nationalen Leichtathletikmeisterschaft folgte das erste Fußballspiel. Es war das Endspiel um die DDR-Meisterschaft der Jugend zwischen Einheit Schwerin und Chemie Zeitz. Dieses wurde am 27. Juni ebenfalls im Rahmen der Leichtathletikmeisterschaften ausgetragen.

Später wurde die Tribüne überdacht und eine 700 Lux starke Flutlichtanlage installiert. Die letzten Maßnahmen waren die Erneuerung der Vortribüne 1991 und der Abriss des Stadionturmes 1992.


Neues Ostseestadion und DKB-Arena

2000 beginnend wurde das Stadion in 16 Monaten komplett neu gebaut und dies machte es zur Fußballarena. Diese wurde am 4. August 2001 gegen Bayer 04 Leverkusen eingeweiht. Das Flutlicht wurde beibehalten und eine Rasenheizung, sowie eine LCD Anzeige, die aber von der Südtribüne nicht erblickbar ist, installiert. Kosten für das komplette Unternehmen waren offiziellen Angaben zu Folge satte 55 Millionen Mark.

Am 2. Juli 2007 wurde im Zuge der Beschaffung finanzieller Mittel das Namensrecht am Stadion an die DKB (Deutsche Kreditbank) verkauft. Seither trägt dieses den Namen DKB-Arena. Der Vertrag läuft 10 Jahre und beinhaltet eine Verlängerungsoption.

Im Dezember 2010 verpachtete Hansa das Dach der Arena an Paribus northenergy. Diese installierten eine Solaranlage, die 600.000 kWh jährlich produzieren. Die Verpachtungseinnahmen hierfür sollen für die Hansa sechsstellig sein.

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Hansa_Rostock

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Kommentar zu dieser News

Kommentar von Alter Schwede am 23.10.2012 um 22:10 Uhr:

Berliner Fussballclub Dynamo Dresden.

Finde den Fehler :)

Kommentar von Uschy65 am 24.10.2012 um 15:50 Uhr:

Siehe zur Geschichte das Buch:

"Tradition im Norden - Die Geschichte eines Fußballvereins" - erzählt in Zitaten, Fotos, Anekdoten und Zeichnungen 1954-2010

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