Aufsteiger in die 3. Liga: Unterschiedliche Vergangenheit, aber gleiches Ziel

Die 3. Liga ist auch stets eine Spielklasse, die durch eine stetige Veränderung geprägt ist. Sechs Teams wechseln jährlich die Spielklasse. Besonders für die Aufsteiger aus den drei viertklassigen Regionalligen ist der Aufstieg in die dritthöchste deutsche Spielklasse etwas ganz Besonderes. Es gibt eine bundesweite Präsenz und sogar das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen zeigt Spielausschnitte von ausgewählten Partien. Dementsprechend groß war auch die Freude der drei Neulinge Stuttgarter Kickers, Hallescher FC und Borussia Dortmund II.

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Aufsteiger in die 3. Liga: Unterschiedliche Vergangenheit, aber gleiches Ziel
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Bundesligavergangenheit bei den „Blauen“

Bei den Stuttgarter Kickers konnte schon seit etwas längerer Zeit mit der Drittklassigkeit geplant werden, denn bereits zwei Spieltage vor dem letzten Saisonspieltag schafften die „Blauen“ den langersehnten Aufstieg in die bundesweite Spielklasse, die mehr finanzielle Möglichkeiten, aber auch weitere Entfernungen beinhaltet.
Die Vereinshistorie der Kickers ist von tollen Jahren geprägt, wo der kleine Stuttgarter Verein im Jahr 1987 sogar bis ins DFB-Pokalfinale vorgestoßen ist. Ende der 80 er und Anfang der 90 er Jahre spielte man für eine Spielzeit sogar in der Bundesliga. Besonders die finanziellen Nachteile ließen sich jedoch nicht ausgleichen und so entwickelten sich die Mannen vom Degerloch zu einer Fahrstuhlmannschaft. Seit 2009 ist man sogar bis in die viertklassige Regionalliga Süd abgestürzt, wo mit jungen Talenten aus der Region und durch die akribische Arbeit von Trainer Dirk Schuster eine Mannschaft mit Perspektive zusammengestellt worden ist die durchaus den Klassenerhalt schaffen kann. Das Management um Weltmeister Guido Buchwald hat sinnvolle Verstärkungen zum Team unterhalb des Stuttgarter Fernsehteams gelockt. So wurde Tobias Rühle als neuer kreativer Mittelfeldspieler vom1. FC Heidenheim geholt. Der zweitligaerfahrene Thorben Stadler kam vom Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC. Und das Talent Marcos Alvarez kam von Eintracht Frankfurt. Der Deutsch-Spanier hat hervorragende Anlagen, soll aber erst einmal bei den Kickers die Spielpraxis sammeln. Der 20-Jährige wurde mit einem Zweijahres-Vertrag ausgestattet.

Kapitänswechsel bei den Kickers

Auch aufgrund der Tatsache, dass schon seit längerer Zeit der Aufstieg der Kickers festgestanden hat, konnte unter anderem auch die Kapitänswahl durchgeführt werden. Viele Spatzen haben es von den Dächern gepfiffen, nun ist es Realität: Enzo Marchese beerbt den verletzten Verteidiger Simon Köpf als Spielführer. Der 29-jährige Italiener bringt alle Voraussetzungen für das Amt mit und wird auch von Köpf keinerlei Ärger erwarten. Mannschaftsdienlich erklärt der Defensivstratege dem „kicker“: „Das ist aber im Moment so was von zweitrangig.“ Vielmehr möchte sich der langjährige Leistungsträger auf die Rückkehr auf den Platz konzentrieren. Viele Themen werden bereits jetzt gelöst. So auch die Wahl auf einen prominenten Testspielgegner. So tritt das schottische Spitzenteam Celtic Glasgow im „Stadion auf der Waldau“ an und wird dem Schusterteam voraussichtlich alles abverlangen.

Heimstärke ist erforderlich

Im heimischen Waldaustadion soll die Basis für den Klassenerhalt gelegt werden. Auf einen Zuschauerschnitt von mehr als 5.000 pro Spiel zu kommen ist das klare Ziel der ambitionierten, wie realistischen Vereinsführung. Die Mannschaft zeichnet neben der hohen taktischen Disziplin eine enorme Spielstärke, sowie ein bedingungsloser Einsatz aus. Tugenden, die für einen erfolgreichen Abstiegskampf elementar sein werden.

Zuletzt 1992 zweitklassig

Beim Halleschen FC ist die Vorfreude auf diese neue, unbekannte Spielklasse enorm, denn zuletzt konnte man in der Spielzeit 1991/1992 in einer Spielklasse überregional in Erscheinung treten. Zuvor gehörte der HFC in der DDR-Oberliga zu den großen Traditionsteams. Mehrfach konnte sich für den damaligen UEFA-Pokal qualifiziert werden. Seit dem Zweitliga-Abstieg 1992 fristet das Team aus Sachsen-Anhalt ein trostloses Dasein in den unterklassigen Spielklassen. Die Fans blieben dem populären Verein stets treu, auch wenn einige Unbelehrbare durch fremdenfeindliche Äußerungen in der Vergangenheit aufgefallen sind.

Gute Argumente für den HFC

In der erst vor wenigen Monaten fertiggestellten Erdgas-Arena soll attraktiver Offensivfußball geboten werden, der die Fans in Begeisterungsstürme versetzen kann. Trainer Sven Köhler setzt dabei jedoch auf eine Mischung von erfahrenen Spielern, die durch hoffnungsvolle Talente aus der Region ergänzt werden. Ehrbare Kaufleute arbeiten in der HFC-Vorstandsetage. Anders ist es nicht zu erklären, dass das Team um Vereinsboss Michael Schädlich die Spieler mit stark leistungsbezogenen Verträgen ausstattet. Die bisherigen Transfers vor der Premierensaison in der neuen Spielklasse lesen sich auch recht bescheiden. So wurde von St. Pauli II Pierre Becken für die Defensive verpflichtet. Nils Pichinot kam von Carl Zeiss Jena. Seine Beweggründe für den Wechsel nach Halle hat er gegenüber der „Mitteldeutschen Zeitung“ genannt: „Der Hallesche FC hat sich sehr intensiv um mich bemüht und speziell der Austausch mit Trainer Sven Köhler war von Beginn an sehr positiv und angenehm. Das Gesamtpaket in Halle hat mich dann absolut überzeugt.“

Sogar ein Nationalspieler beim Halleschen FC

Philipp Zeiger kam vom VFC Plauen aus der Regionalliga Nord. Sicherlich hat der Kader absolute Leistungsträger, wie dem bundesligaerfahrenen Maik Wagefeld oder dem Abwehrchef Patrick Mouaya, der sogar schon 14 Länderspiele für den Kongo absolviert hat. Dennoch müssen Zweifel erlaubt sein, ob dieser Kader ohne notwendige Verstärkungen eine reelle Chance auf den Klassenerhalt besitzt. Als großer Rückhalt gilt der bereits 39-jährige ungarische Torwart Darko Horvath, der mit seiner Routine, Führungsstärke und Reaktionsvermögen den einen oder anderen Punkt sichern kann.

HFC-Boss kritisiert Einnahmen in 3. Liga

Sicherlich ist die Vorfreude auf diese neue Liga enorm, dennoch sagt der HFC-Boss Schädlich: „Der Aufwand für die dritte Liga steht in keinem Verhältnis zur Entschädigung.“ Besonders die unmögliche Entwicklung der eigenen, vielversprechenden Talente ist ihm ein Dorn im Auge: „Die letzten Spieljahre haben gezeigt, dass in der dritten Liga kaum noch Zeit bleibt, Talente zu entwickeln. Wer nicht mit einem wettbewerbsfähigen Kader antritt, bekommt Probleme.“ Umfassend hat sich die Vereinsführung vom Verein an der Saale Gedanken gemacht. Letztlich rechnet Schädlich gegenüber der „Mitteldeutschen Zeitung“ vor: „In der Regionalliga hatten wir rund 100.000 Euro Fernsehgelder, jetzt bekommen wir etwas mehr als 700.000. Der Aufstockungsbetrag von 600.000 Euro geht allein dafür weg, dass wir wegen der großen Entfernungen zu 16 Spielen in dieser Saison einen Tag früher anreisen müssen, also Übernachtungen brauchen. Das gleiche trifft auf die Ordner zu, die wir auswärts mitnehmen müssen.“

Irgendwie ein wenig schade, dass die finanziellen Sorgen von solch eines großen Ausmaßes sind, dass die Vorfreude ein wenig getrübt wird.

Trainer Wagner von seinem Team begeistert

Der Nachwuchs vom deutschen Doublesieger ist der Aufsteiger aus der Regionalliga West. Borussia Dortmund wird vom ehemaligen Bundesliga-Spieler und US-Nationalspieler David Wagner trainiert. Im Gespräch mit Redakteuren der vereinseigenen Homepage preist Wagner wahre Lobeshymnen auf sein Team: „Diese Mannschaft ist schwer zu beschreiben. Ich bin selbst ihr größter Fan“, sagte er. „Was in dieser Saison abgelaufen ist, war so nicht zu erwarten. Wir haben uns den Aufstieg redlich verdient.“

Bewährungsprobe für die BVB-Youngsters

Gegen Teams wie Sportfreunde Lotte oder andere starke Reserveteams aus Mönchengladbach wurde sich wegen einer mannschaftlich geschlossenen Leistung letztlich verdient durchgesetzt. Nun möchte der talentierte Nachwuchs verschiedene Aufgaben erfüllen. Zum einen möchte man möglichst vielen jungen Spielern als Sprungbrett für die Bundesliga dienen. Dies ist sicherlich am besten in der 3. Liga möglich, wo die unzähligen Youngsters mit großer Perspektive Woche für Woche gefordert werden. Vor allem auch die Auswärtsspiele in Aachen, Karlsruhe, Rostock, Bielefeld, Osnabrück oder Münster werden zu einem Test für die Youngsters mutieren, inwieweit sie mit beeindruckenden und lautstarken Kulissen in Auswärtsspielen. Sicherlich ist dies ein sehr guter Test für kommende Aufgaben.

Trainingslager in Polen

Nichts wird beim BVB dem Zufall überlassen. So hat es sich die Vereinsführung um Watzke, Rauball und Zorc nicht nehmen lassen, die Zweitvertretung zu einem Trainingslager nach Polen zu schicken. Ein spezielles Match war der souveräne 4:0 Sieg gegen den polnischen Zweitligisten Stomil Olsztyn, bei dem der Gegner von der Spielstärke des Dortmunder Nachwuchses regelrecht überrollt worden ist. Einmal mehr fiel der kollektive Fokus auf den erst 19-jährigen Jonas Hofmann, der in den ersten Vorbereitungswochen Appetit auf mehr weckt. Ähnlich euphorisch drückt sich Borussen-Trainer David Wagner aus, der Hofmann „einen Schnellstart in die neue Saison“ attestierte.

Hofmann knüpft an starke Regionalliga-Saison an

Es ist definitiv realistisch zu sein, dass der ambitionierte Spieler von der rechten Außenbahn in der kommenden Saison große Ziele hat, die er erfüllen möchte. So ganz erstaunlich kommt diese Leistungsexplosion aber sicherlich nicht, denn in der abgelaufenen Regionalliga-Saison hat der ehemalige Hoffenheimer mit zehn Toren und 14 Assists in seinen 35 Einsätzen enorm auf sich aufmerksam gemacht. Ähnlich erfolgreich möchte er nun in der 3. Liga weitermachen.

Wird Jonas Hofmann der neue Shootingstar?

Trainer Wagner ist derweil voll des Lobes über den extrem ambitionierten Mittelfeldakteur, der auch schulisch zu überzeugen weiß. „Jonas scheint in der Sommerpause hart an sich gearbeitet zu haben, er wirkt ausgesprochen frisch und hat gegen Olsztyn ein schönes Tor erzielt.“ Immerhin hat er erst vor wenigen Wochen sein Fachabitur mit der ausgezeichneten Note 1,6 beendet. Wagners Theorie: „Vielleicht liegt es daran, dass Jonas sich jetzt voll auf den Fußball konzentrieren kann.“ Der Kumpel von Profi-Cheftrainer Jürgen Klopp hat eine hohe Meinung auf Hofmann, wie er dem „kicker“ verraten hat: „Zumindest ist Jonas ein absolut ernsthafter Kandidat für das kommende Woche beginnende Trainingslager der Profis.“

Im altehrwürdigen Stadion „Rote Erde“, direkt am Signal Iduna Park werden die Heimspiele durchgeführt. Es ist davon auszugehen, dass nicht wenige Fans auch die Reserve von Borussia Dortmund unterstützen werden.

Quelle: www.bvb.de; www.mz-web.de; www.kicker.de


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