3. Liga: Zeitnahe Saisonfortsetzung für bayerische Klubs alternativlos

Vereine haben sich auf Initiative des Bayerischen Fußball-Verbands ausgetauscht.

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3. Liga: Zeitnahe Saisonfortsetzung für bayerische Klubs alternativlos
Foto: Sven Leifer
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Die fünf bayerischen Drittliga-Klubs sind sich einig, dass die zeitnahe Fortführung der aktuell aufgrund der Covid-19-Pandemie unterbrochenen Spielzeit in der 3. Liga nach aktueller Faktenlage alternativlos ist – auch für den Fall, dass die noch ausstehenden Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden müssen. Das ist das Ergebnis eines informellen Austausches der Spitzenklubs aus dem Freistaat, das der Bayerische Fußball-Verband (BFV) initiiert hatte. „Diese einhellige Auffassung der aktuellen Situation ist eine ebenso feste wie gute Basis, um den Schaden in Zusammenarbeit mit den weiteren Drittligisten so gut es geht zu minimieren“, sagte BFV-Präsident Rainer Koch nach der 90-minütigen Videokonferenz, an der Vertreter des TSV 1860 München, des FC Ingolstadt 04, der SpVgg Unterhaching, des FC Bayern München II und des FC Würzburger Kickers zusammen mit BFV-Verbandsspielleiter Josef Janker und BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher teilgenommen hatten.

„Es gibt für uns gar keine andere Lösung als die Saison zu Ende zu spielen, weil nur dann ein sportlich faires Endergebnis zustande kommt. Ansonsten sehe ich eine große Gefahr, dass der Fortbestand dieser ohnehin wirtschaftlich problematischen 3. Liga auf dem Spiel steht“, sagte Manfred Schwabl von der SpVgg Unterhaching. Geschäftsführer Franz Spitzauer und Direktor Sport Michael Henke aus Ingolstadt machten im Gespräch mit der BFV-Spitze deutlich, „dass wir heute noch gar nicht wissen, wann es wieder möglich sein wird, vor Zuschauern in unseren Stadien zu spielen. Geisterspiele sind nicht schön, aber überhaupt kein Fußball ist die schlechteste Lösung. Daher wollen wir so schnell wie möglich versuchen, diese Saison auf sportlichem Wege zu Ende zu bringen.“ Für Sebastian Dremmler und Jochen Sauer vom FC Bayern München II geht es darum, „dass wir alle schnellstmöglich Planungssicherheit bekommen. Dazu braucht es ein klares Commitment aller Drittligisten, die Saison zu Ende bringen zu wollen. Wir bayerischen Klubs sind uns da einig, dass es um mehr als diese Saison geht“.

Auch beim TSV 1860 München ist man überzeugt davon, dass es so schnell wie möglich weitergehen muss. Günther Gorenzel, Geschäftsführer bei den Löwen: „Wer jetzt den freiwilligen Abbruch der 3. Liga fordert, sollten die Gesundheitsbehörden zu dem Schluss kommen, unter bestimmten Auflagen Spiele ohne Zuschauer zu genehmigen, gefährdet die zukünftige Existenz der 3. Liga. Denn bis dato habe ich bei all den Diskussionen noch kein Sachargument gehört, dessen Bewertungsgrundlage sich nach Aussagen renommierter Experten in den nächsten sechs bis acht Monaten zum Thema Geisterspiele verändern wird. Wer sich folglich jetzt gegen Geisterspiele ausspricht, wird zu Ende gedacht auch in sechs bis acht Monaten keine geänderte Bewertungsgrundlage vorfinden.“ Und Michael Scharold, kaufmännischer Geschäftsführer (TSV 1860 München) ergänzt, dass „die Debatte über einen Abbruch der 3. Liga aktuell Schaden zufügt. Auf Grundlage der heute bekannten Fakten ist es die Pflicht des DFB als Ligabetreiber, alles Mögliche für die Fortsetzung der Liga zu tun, allein um Berufsfußballern die Ausübung ihres Berufs zu ermöglichen. Daher sollten auch wir als Vereine der Liga, im Solidaritätsgedanken alles dafür tun, um den sicherlich durch Geisterspiele entstehenden Schaden zu minimieren und dazu gehört allen voran Werbung für die Liga zu betreiben.“

Unter welchen Bedingungen die Spielzeit zu Ende gebracht werden könnte, gelte es jetzt intensiv auszuloten, sagte Daniel Sauer von den Würzburger Kickers: „Dabei ist jeder Klub für sich selbst verantwortlich. Aber auch der DFB als für die Liga verantwortlicher Verband ist gefordert, wenn es darum geht, die Rahmenbedingungen nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht abzustecken. Wir alle sehen eine Fortführung des Spielbetriebs als alternativlos an, wenn die 3. Liga als Profiliga auch in Zukunft existieren soll. Dennoch muss geklärt sein, wer für den organisatorischen Mehraufwand aufkommt. Denn der Schutz der Gesundheit aller am Spiel Beteiligten und damit der Gesellschaft steht an erster Stelle. Wir Vereine tragen unseren Teil dazu bei, indem wir logischerweise gezwungen sind, auf Zuschauereinnahmen zu verzichten.“

BFV-Präsident Rainer Koch wertet den offenen Austausch und die dabei einheitliche Grundhaltung als „absolut positiv, denn gerade in dieser für alle hierzulande schwierigen Phase braucht es Geschlossenheit. Diese erleben wir aktuell bei unseren Amateurklubs, aber auch unsere Drittligisten zeigen, dass sie gewillt sind, vornewegzugehen und konstruktiv das voranzutreiben, was ihre Existenz sichert.“ In über 70 Videokonferenzen hatte der BFV binnen zehn Tagen weit über 5000 Funktionäre seiner insgesamt knapp 4600 Mitgliedsvereine im Freistaat informiert und auch erste Meinungsbilder zur aktuellen Lage abgefragt. Dabei ist für die Amateure und den BFV klar, dass für sie Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit keine Option sind. „Dass Profis anderen Bedingungen unterliegen, haben wir auch heute wieder in der Videokonferenz mit den Drittligisten festgestellt. Umso wichtiger ist es, dass wir auch deren Interessen im Blick haben – umso erfreulicher ist es, dass hier mit einer Sprache gesprochen wird. Das soll ein positiver Impuls dafür sein, dass auch die 3. Liga zu einer für sie bestmöglichen Lösung kommt“, betonte Koch.

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