1. FC Heidenheim 1846 - erst Fusion; dann Fußball

Die Geschichte der Entwicklung des heutigen Drittligisten, sowie ein Portrait über die Voith-Arena.

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1. FC Heidenheim 1846 - erst Fusion; dann Fußball
Foto: 1. FC Heidenheim 1846
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Die Geschichte des Heidenheimer Fußballs



Der Verein wurde zu Zeiten der Turnbewegung am 14. August 1846 gegründet und wurde Turngemeinde Heidenheim genannt. Jedoch wurde diese nur 6 Jahre später wieder aufgelöst. Ehe 1872 die Umbenennung in den Turnverein Heidenheim stattfand, wurde der Verein 1861 neun Jahre nach der Auflösung wieder ins Leben gerufen.

Am 16. März 1910 wurde der Verein für Bewegungsspiele von Voith-Ingenieuren unter der Leitung von J. Frei gegründet. Diese bildeten Regelwerke und Vereinsstrukturen und bewirkten somit das Ende des „wilden Spiels“ in Heidenheim. 1911 bildete sich innerhalb des VfB eine eigene Fußballabteilung. Die Fußballer kapselten sich schließlich am 21. August 1922 als VfR Heidenheim vom VfB Heidenheim ab. Diese fusionierten dann 1936 mit dem Schwimmverein 04 Heidenheim und daraus entstand der VfL Heidenheim 04. Diese Fusion löste sich dann 1949 wieder auf. Die Fußballer nannten sich fortan VfL Heidenheim 1911 und die Schwimmer nahmen ihren alten Namen wieder an.

Der Turnverein Heidenheim war inzwischen unter dem Namen TV 1846 Heidenheim bekannt. Nach Fusionen mit der SpVgg Heidenheim und dem 1. SV Heidenheim wechselte der Name des Zusammenschlusses zu TSV 1846 Heidenheim. Nach dem 2. Weltkrieg entschloss man sich, den TSV 1846 und den Turnerbund Heidenheim 1902 zusammen zu schließen. Diese firmierten dann unter dem Namen TSB 1846 Heidenheim.

Diese beiden, der TSB 1846 Heidenheim und der VfL Heidenheim, bildeten dann ab 27. Mai 1972 den heutigen Heidenheimer Sportbund 1846.


Der erste Höhepunkt

In der Saison 1934/35 waren die Fußballer Heidenheims nah an dem Aufstieg in die Erstklassigkeit. Der damals noch VfR genannte Club erreichte die Aufstiegsrunde zur erst 1933 gebildeten Gauliga Württemberg. Jedoch wurde der VfR in der Aufstiegsrunde letzter von 6 Mannschaften, punktgleich mit 7-13 Punkten mit dem VfB Friedrichshafen. 4 Punkte trennten Heidenheim vom Aufstiegsplatz, den der FV Zuffenhausen einnahm. Weit voraus war der Meister der Aufstiegsrunde, die SpVgg Cannstadt.

Erst 1955 gelang, nach langer Zeit in der Zweitklassigkeit des südwestdeutschen Fußballs, der Aufstieg in die höchste Amateurspielklasse, die Amateurliga Württemberg. In der damals drittklassigen Liga konnte sich der VfL etablieren und schaffte es bereits im zweiten Jahr mit Rang 6 einen einstelligen Tabellenplatz zu erringen.

1960 erfolgte die Teilung der Amateurliga und Heidenheim spielte fortan in der Amateurliga Nordwürttemberg, in welcher man sich im Mittelfeld festsetzen konnte. Bis zur nächsten Fusion 1972 waren die Heidenheimer immer zwischen Rang 6 und Rang 12 angesiedelt.


Die Entstehung des Heidenheimer SB

Nachdem sich der Heidenheimer SB aus der Fusion des VfL und des TSB Heidenheim ergab, konnte man sich noch drei Jahre in der Liga halten, ehe man 1975 abstieg. In dieser Saison standen die Heidenheimer Fußballer auch erstmals im DFB Pokal. Jedoch gab es nach einem 2:2 im Hinspiel gegen den Berliner Stadtligisten Hertha Zehlendorf im Entscheidungsspiel eine derbe und deutliche 0:5 Niederlage.

Jedoch konnte die SB den Abstieg sofort korrigieren und sofort wieder aufsteigen. Den Schwung nahm man auch mit und wurde als Neuling Vizemeister, was nur ein knappes Verpassen der Qualifikation zur Aufstiegsrunde in die 2. Bundesliga bedeutete. In der darauffolgenden Saison wurde der SB 4. und qualifizierte sich für die neue Amateur-Oberliga Baden-Württemberg. In dieser Saison durften die Heidenheimer wieder am DFB-Pokal teilnehmen. Allerdings war wieder in der ersten Runde das Ausscheiden besiegelt. Man verlor gegen den Zweitligisten FK Pirmasens mit 1:2.

Die neue Amateuroberliga war allerdings eine Nummer zu groß für Heidenheim. Mit Rang 18 von 20 gestarteten Teams musste der Verein den Gang in die Viertklassigkeit machen. Auch in der 1. Runde des DFB-Pokals gab es eine 4:0 Niederlage gegen Hertha BSC Berlin.

25 Jahre ging es dann zwischen Verbands- und Landesliga bergauf und bergab. 2003/04 gelang dann aber doch wieder die Rückkehr in die Amateuroberliga Baden-Württemberg, die aber mittlerweile viertklassig geworden war. Dies gelang durch einen zweiten Platz in der Verbandsliga Württemberg hinter Normannia Gmünd. In der Relegation besiegte der HSB dann den Offenburger FV, nachdem man im Jahr zuvor noch an der Zweitbesetzung Hoffenheims gescheitert war.

In der Oberliga angekommen konnte der SB auch sofort gut Schritt halten und neben dem Erreichen des WFV-Pokalfinales auch in der Liga auf Rang 5 abschließen. Das Pokalfinale ging allerdings mit 1:3 gegen die Stuttgarter Kickers verloren.

Es folgten zwei Jahre, in denen der HSB den Aufstieg in die Regionalliga jeweils nur knapp verpasste.


Der 1. FC Heidenheim

Im Laufe des Jahres 2007 beschloss die Fußballabteilung sich rückwirkend zum 01. Januar 2007 vom HSB ab zu spalten. Der 1. FC übernahm alle sportlichen und sonstigen Strukturen aus HSB-Zeit und somit auch die Startplätze der Mannschaften. Die Abspaltung erfolgte auf Grund der Auflagen, die die die angestrebte Regionalliga mit sich brachte. Besonders die finanzielle Leistungsfähigkeit überforderte die ehrenamtlichen Strukturen der anderen Abteilungen.

2008 gelang dann der Aufstieg als Tabellenvierter in die Regionalliga. Auch der WFV-Pokal ging an den 1. FC Heidenheim und somit löste man das Ticket für den DFB-Pokal. Jedoch hatte man es dort in der 1. Runde mit dem VFL Wolfsburg, der in jener Saison deutscher Meister werden sollte, mit einem übermächtigen Gegner zu tun und verlor schmeichelhaft mit 0:3.

Im Jahr 2009 wurde zwar der Sprung in den DFB-Pokal verpasst, dennoch konnte in Heidenheim gejubelt werden. Nach einer sensationellen Rückrunde konnte der Aufstieg in die 3. Liga bereits am vorletzten Spieltag gegen die Zweitbesetzung des KSC fix gemacht werden.


Dritte Liga in Heidenheim

Das erste Spiel in der dritten Liga war am 25. Juli 2009 gegen den SV Borussia Wuppertal. Das Spiel endete mit 2:2. Am Ende der Saison stand der FCH überraschend mit 59 Punkten auf dem 6. Tabellenplatz.

2011 gelang es wiederum, sich den WFV-Pokal zu sichern. Als Gegner im DFB-Pokal bekam der FCH niemand Geringeren als den SV Werder Bremen. Nach einem tollen Auftritt gewann der 1. FC Heidenheim mit 2:1. Erst in der 2. Runde mussten sich die Heidenheimer Borussia Mönchengladbach jedoch erst nach dem Elfmeterschießen geschlagen geben. Dies stellte den bisher größten Pokalerfolg einer Heidenheimer Mannschaft dar. 2011/2012 verpasste man den Relegationsplatz 3 nur knapp und hätte somit in die 2. Bundesliga aufsteigen können. Am Ende war der FC doch nur 4., gewann jedoch wiederum den WFV-Pokal und war für die DFB-Pokal-Saison 2012/13 wieder qualifiziert.


Die Voith-Arena (ehemals GAGFAH-Arena bzw. Albstadion)



Sie ist der Ort, an dem der 1. FC Heidenheim seine Heimspiele bestreitet. Das auf dem Heidenheimer Schlossberg gelegene Stadion fasst insgesamt 10.000 Zuschauer, von denen 3.000 eine Sitzgelegenheit geboten wird. Das vorherige Mehrzweckstadion wurde von Juni 2009 bis September 2010 in ein reines Fußballstadion umgebaut.

Am 17. Februar 2009 beschloss der Gemeinderat, an Stelle des alten Albstadions ein neues Stadion zu bauen. Der Bauplan sah vor, 8.000 Zuschauern Platz zu bieten. Durch den Aufstieg in die 3. Liga musste dies allerdings abgeändert werden, da der DFB mindestens eine Kapazität von 10.000 Zuschauern in der 3. Liga vorschreibt. Somit stiegen die Umbaukosten auf 14,1 Mio. Euro, welche zum Großteil die Stadt Heidenheim, die auch als Besitzer geführt wird, und der FCH als Hauptnutzer finanzierte.

Der Umbau startete sofort nach dem letzten Heimspiel 2009 gegen Nürnberg II. In Rekordzeit wurde ein Stadion mit 2 mobilen Tribünen statt der folgenden Haupttribüne erbaut. Das Namensrecht des Stadions sicherte sich 2009/10 die Immobiliengesellschaft GAGFAH. Der Name wurde jedoch von GAGFAH-Arena am 24. Februar 2011 in Voith-Arena geändert, da sich die Voith GmbH die Namensrechte für 10 Jahre erworben hat.

Das Stadion besteht aus der Haupttribüne im Norden, einer Gegentribüne, die früher die Haupttribüne war, und je einer Tribüne hinter den Toren. Die Haupttribüne beherbergt den Business Club mit 17 Logen von 16 bis 45 qm, in denen 1.000 Leute Platz finden. Weiterer Bestandteil der Haupttribüne sind seit Dezember 2010 die Geschäftsstelle des Vereins, das Eventbüro der Voith-Arena sowie der Fanshop.

Seit Februar 2011 ist auch für die Kinder in der Voith-Arena etwas geboten. Ebenfalls in der Haupttribüne untergebracht wurde der FCH STEIFF Kids Club mit Spielstationen und Plüschtieren der Fa. Steiff.

Das Spielfeld enthält eine Rasenheizung und ein Wahrzeichen sind sicherlich die 2009 errichteten Flutlichtanlagen, die schräg über den Rasen ragen. Die Zuschauer sind maximal 7 Meter von der Seitenlinie entfernt und die Tribünen verfügen über einen steilen Neigungswinkel.

Zwischen West- und Haupttribüne befindet sich eine digitale 6x4 m große Videowand. Diese stammt aus dem alten Aachener Tivoli.

Das Stadion sollte das erste Energieneutrale im Profifußball sein. Daher wurden auf allen Tribünen Solarkollektoren angebracht, außer auf der Westtribüne. Hinter dieser ist ein Regenwasserteich, der der Bewässerung des Rasens dient.

Oberhalb des Stadions wurden noch zwei Trainingsplätze errichtet. Einer davon ist sogar mit Kunstrasen, sowie Rasenheizung ausgestattet. Dort wurde die erste Kick-Back-Anlage installiert. Diese befördert einen Ball mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Flugbahnen zurück und fordert somit den Trainierenden zu schnellen Reaktionen. Dies erzielt einen hohen Trainingseffekt.

Eingeweiht wurde die Voith-Arena durch ein Spiel gegen den VfB Stuttgart am 4. September 2010. Erstmals ausverkauft war das Stadion jedoch erst am 19. März 2011, als Heidenheim gegen den VfR Aalen spielte. Das erste live aus der Voith-Arena übertragene Spiel war eines, der deutschen U-20 Nationalmannschaft am 07. Oktober 2010 gegen die Schweiz.

Sollte der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelingen, wird es nötig sein, wegen der Auflagen des DFB die Zuschauerkapazität auf 15.000 aus zu weiten. Dieses wurde bereits bei der Planung beachtet. So würde man die Gegentribüne verlängern und die unbebauten Ecken schließen.


Eckdaten

Name: Voith Arena
Kapazität: 10.001
Eigentümer: Stadt Heidenheim
Eröffnung: 04. September 2010
Oberfläche: Naturrasen
Kosten: ca. 14,1 Mio. Euro

Quelle: wikipedia.de


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