Klefisch-Klartext: Brecko-Abgang tut dem 1. FC Köln nicht weh


Diese Nachricht kommt doch reichlich überraschend rund zwei Wochen vor dem Saisonstart. Miso Brecko verlässt nach sieben Jahren den 1. FC Köln und wechselt zum Zweitligisten 1. FC Nürnberg. Damit geht der Kapitän von Bord. Nürnberg zahlt an die Geißböcke eine Ablösesumme in Höhe von 600.000 Euro. Auf den ersten Blick kommt dieser Wechsel des 31-jährigen Außenverteidigers überraschend. Allerdings war Brecko zuletzt kein Stammspieler mehr, weshalb er vor allem aufgrund der Spielpraxis den freiwilligen Abstieg in das deutsche Fußball-Unterhaus gewählt hat.

Klefisch-Klartext: Brecko-Abgang tut dem 1. FC Köln nicht weh
Schmadtke deutet den Wechsel an

Bereits am gestrigen Mittwoch-Abend deutete FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke an, dass es zu einem Wechsel kommen könnte, als er beim Express FC-Stammtisch zum Ausdruck brachte: „Einige haben im Trainingslager schon gemerkt, wie die Leibchen verteilt wurden und daraus ihre Schlüsse gezogen." Mit dieser vagen Aussage hat er den Verdacht genährt, dass die Option bestünde, „dass uns noch jemand verlässt. Dann müssen wir sehen, wie wir damit umgehen.“ Wer zwischen den Zeilen lesen konnte, ahnte, dass Brecko den Verein noch kurzfristig verlassen wird. Es war einiges bekannt. Der Kontakt zum 1. FC Nürnberg bestand schon etwas länger, aber der Routinier wollte zunächst noch seine Perspektive im Kampf um den Stammplatz mit dem sechs Jahre jüngeren Pawel Olkowski abwarten.

: „Die 2. Liga ist kein Kriterium"

Auch in der kommenden Serie wird der polnische Auswahlspieler zu genügend Spielzeit kommen, sodass er seine Aussichten auf die Europameisterschaft 2016 nicht verschlechtern wird. Ähnliche Gedankengänge hatte auch Miso Brecko, der mit Slowenien den Sprung zum Kontinentalturnier schaffen möchte. Realismus demonstriert Sloweniens-Nationalcoach Srecko Katanec, wenn er über das Thema Matchpraxis spricht: „Die 2. Liga ist kein Kriterium für mich als Nationaltrainer." Er weiß, dass der erfahrene Defensivspezialist sich gewiss diese Entscheidung genau überlegt hat: „Natürlich hätte ich meine Spieler lieber im Kader von Bayern, Barcelona oder Real. Ich muss mit den Gegebenheiten umgehen, die ich habe. Brecko wird wissen, was für ihn das Beste ist. Es ist allein seine Entscheidung. Ich verfolge seinen Weg und erlaube mir kein Urteil.“ Bei Bewertung der letzten Spielzeiten muss ehrlich eingeräumt werden, dass der Abgang von Miso Brecko keinen echten Verlust darstellt. Oft agierte der ehemalige Hamburger sehr fehlerhaft und war im Offensivdrang deutlich schwächer als Konkurrent Olkowski. Fußballerisch kann Brecko nicht mehr den Weg mitgehen, der vom Domstadtklub vorgegeben wird. Die angedachte Rolle als Backup war nicht nach seinem Gusto. Für die Atmosphäre innerhalb des Teams schmerzt dieser Weggang jedoch gewaltig.

Genügend Alternativen, um Brecko-Ausfall zu kompensieren

Aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis macht Schmadtke, der Brecko sehr gerne gehalten hätte, wie er dem "Express" anvertraut hat: „Wir verlieren Miso sehr ungern, weil er auf dem Platz und in der Gruppe eine wichtige Funktion hatte. Aber er ist unser dienstältester Profi, der sich auch in schwierigen Zeiten immer voll für den 1. FC Köln eingesetzt hat und in den vergangenen drei Saisons ein vorbildlicher Kapitän war. Wir haben seinem Wunsch, zu wechseln, deshalb entsprochen.“ Auch der Neuzugang des 1. FC Nürnberg bedankt sich artig: „Ich habe sehr gern für den 1. FC Köln gespielt, es war mir eine große Ehre, Kapitän dieses Clubs zu sein und meine Familie und ich haben uns in Köln sehr wohl gefühlt.“ Trotz der tiefen Verbundenheit hat er diesen Wechsel auch aus Eigeninteresse forciert, denn mit genügend Spielzeit möchte die Option auf die vielleicht letzte Europameisterschaft seiner Karriere nutzen. Dazu zeigt er tiefe Dankbarkeit: „Ich bin froh, dass der FC mir diesen Wechsel ermöglicht. Ich möchte mich bei meinen Mitspielern, dem Trainerteam, den Mitarbeitern und den einzigartigen Fans des 1. FC Köln für die großartige Zeit bedanken.“ Einen Ersatzmann wollen die Geißböcke nun jedoch nicht verpflichten, denn mit Frederik Sörensen (23) und Lukas Klünter (19) sowie dem eigentlich offensiven Marcel Risse gibt es genügend Alternativen im Kader, die diese Lücke kompensieren können. Dieses Trio könnte dann spielen, wenn Olkowski verletzt oder außer Form ist. Dennoch dürfte Schnäppchenjäger Schmadtke gewiss zuschlagen, wenn sich auf dem Transfermarkt eine Lösung offenbaren soll.


Quelle: express.de
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: 1. FC Köln, Miso Brecko, Bundesliga
Datum: 30.07.2015 21:24 Uhr
Url: http://www.3-liga.com/news-fussball-klefisch-klartext--brecko-abgang-tut-dem-1--fc-koeln-nicht-weh-21697.html


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