Champions League: Bayern München nach 7:0-Torgala über Donezk im Viertelfinale


Das Rückspiel des FC Bayern München gegen Schachtjor Donezk geriet zu einer Demonstration der wahren Stärke des Rekordmeisters. Nach dem torlosen Duell im Hinspiel beim ukranischen Meister gelang dem designierten deutschen Meister vor 70.000 Zuschauern in der restlos ausverkauften Allianz Arena ein wahres Schützenfest. Beachtlich die Varianz der Torschützen, denn denn neben Thomas Müller, der in der vierten Minute per Foulelfmeter zum 1:0 und in der 52. Spielminute zum 4:0 traf, trugen sich fünf verschiedene Spieler in die Torschützenliste ein. Noch vor der Halbzeit erhöhte Boateng aus kurzer Distanz zum vorentscheidenden 2:0 gegen dezimierte Gäste, die bereits in der dritten Minute Kucher nach einer Notbremse gegen Götze verloren. Im zweiten Abschnitt trafen die Bayern bereits nach vier Minuten zum vorentscheidenden 3:0, ehe Müller auf 4:0 erhöhte. Eine besonders schöne Geschichte wird von Holger Badstuber in der 63. Spielminute geschrieben, der mit seinem Kopfball nach langer Verletzungspause seinen ersten Champions League-Treffer erzielt. Eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff ist es letztlich Robert Lewandowski, der das halbe Dutzend vollmacht, ehe Mario Götze drei Minuten vor dem Schlusspfiff nach schöner Einzelleistung sogar den siebten Treffer markiert. Ein überragendes Bayern München besiegt den letztlich chancenlosen ukrainischen Vertreter. Als kleiner Makel bleibt, dass Arjen Robben ebenso angeschlagen ausgewechselt wurde, wie Franck Ribery. Die Stimmen zur Partie von Trainern, Spielern und Presse gibt es hier.

Champions League: Bayern München nach 7:0-Torgala über Donezk im Viertelfinale
FC Bayern München

Josep Guardiola, Bayern-Trainer
Natürlich bin ich zufrieden. Das war ein deutliches Ergebnis. Für uns war es natürlich leichter, weil wir lange mit elf gegen zehn gespielt haben. Unser Gegner hatte keine einzige gute Torchance. Glückwünsche an mein Team, wir stehen im Viertelfinale.
Es war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich mit fünf Angreifern habe spielen lassen. Im Hinspiel hatten wir viele Probleme mit ihren Außenverteidigern. Deshalb habe ich mich heute dafür entschieden, mit [Franck] Ribéry und [Arjen] Robben mehr in der Mitte zu spielen und Lewandowski und Müller zu Beginn etwas mehr über die außen.
Wir haben das Spiel dominiert. Trotzdem, Shakhtar hat eine wirklich gute Qualität, vor allem in der Offensive. Das war mir bewusst. Aber natürlich war es für uns einfacher, weil wir einen Mann mehr auf dem Platz hatten. So ein Spiel ist nie nach vier Minuten vorbei. Ein Spiel dauert 90 Minuten. Es kann immer so viel passieren. Auch mit einem Mann mehr, weil der Gegner dann seine Taktik ändert.
Wir dürfen nicht vergessen, dass Shakhtar jetzt gerade erst aus der Winterpause zurückgekommen ist. Das war natürlich nicht unbedingt zu ihrem Vorteil. Ich bin immer noch der Meinung, dass sie auch in der Bundesliga eine gute Rolle spielen würden.

Shakhtar Donezk

Mircea Lucescu, Shakhtar-Trainer
Meine Glückwünsche an Bayern. Das Spiel war schnell vorbei für uns. Ich muss mir diese Szene, die zum Elfmeter geführt hat, noch einmal anschauen. Aber danach konnten wir unseren Matchplan nicht mehr durchziehen. Sie waren uns in allen Bereichen überlegen. Auch mental waren sie stärker als wir. Spätestens nach dem 3:0 war das Spiel für uns vorbei. Wir haben zu zehnt gespielt und diese Partie verloren. Sehr viel mehr kann ich nicht dazu sagen. Ich bin traurig, dass wir dieses Spiel so hoch verloren haben.

Thomas Müller, zweifacher Torschütze Bayern
Wir sind früh in Führung gegangen, gleichzeitig war der Gegner ein Mann weniger. Dann haben wir den Ball gut laufen lassen und die Räume gut genutzt. Wir haben nach vorne gut kombiniert und auch die Torchancen genutzt. Somit sind wir verdient weitergekommen, auch wenn die Spannung nicht mehr so da war. Aber uns war es auch ganz recht so.
Wir sind extrem heiß [auf das Finale in Berlin], wissen aber auch, dass uns nichts geschenkt wird. Wir sind froh, dass wir dem Druck heute standgehalten haben und freuen uns jetzt auf die nächste Runde. Jetzt schauen wir, was kommt.
Wir haben einen super Kader, aber natürlich tut uns jede Verletzung weh. Wir hoffen natürlich, dass [Arjen Robben und Franck Ribéry] nichts Schlimmes passiert ist. Soweit ich weiß, ist es nichts Dramatisches.

Matthias Sammer: „Mit dem 2:0 war ich ruhiger, nach dem 3:0 war ich mir schon ziemlich sicher, dass wir weiterkommen. Wir haben nun die nächste Runde erreicht und müssen nun die Auslosung abwarten.“

Bastian Schweinsteiger, Bayern-Kapitän
Die Rote Karte und der Elfmeter waren entscheidend, sonst geht das Spiel vielleicht anders aus. Wir haben dennoch sehr gut und kontrolliert gespielt und keine Konter zugelassen.

Holger Badstuber, Bayern-Verteidiger und erstmals Torschütze in der Königsklasse
Ich freue mich über mein Tor, aber insgesamt freue ich mich, dass wir gewonnen haben und dass wir weitergekommen sind. Dennoch war es ein hartes Stück Arbeit, wir sind erleichtert. Das Foul, das Tor und der Platzverweis haben uns natürlich voll in die Karten gespielt. Dann haben wir das eiskalt ausgenutzt. Zum Glück fiel das 2:0 relativ schnell. Wir musste aber immer aufpassen und die Konter kontrollieren. Ich gebe alles, versuche der Mannschaft zu helfen. Es fühlt sich immer besser an, und ich versuche mich reinzuhauen, zu lernen von den Mitspielern und vom Trainer. Das ist das Einzige, was zählt.“

Jérôme Boateng: „Es war kein einfaches Spiel. Wir haben super angefangen und dann war es natürlich einfacher, als der Gegner einen Mann weniger hatte. Wir wollten schnell das zweite Tor machen. Das haben wir vor der Halbzeit auch geschafft. Das war wichtig. Dann haben wir das super zu Ende gespielt. Es war auch in der Höhe ein verdienter Sieg von uns. Die ganze Mannschaft hat ein tolles Spiel gemacht. Wir wollen unbedingt nach Berlin. Das ist noch ein weiter Weg. Jetzt warten wir ab, wen wir im Viertelfinale bekommen.“

Pressestimmen

Bild: "In der Bundesliga haben die Bayern schon keine Gegner mehr. Jetzt zerlegen sie auch die Champions League! Die Münchener schießen Donezk 7:0 ab, rauschen nach dem 0:0 im Hinspiel ins Viertelfinale."

Süddeutsche Zeitung: "Auf der Bank saß Philipp Lahm, 113 Tage nachdem er sich das Sprunggelenk gebrochen hatte, kehrte der Kapitän in den Kader zurück; zweimal hatte er erst mit der Mannschaft trainiert. Lahm, das war der Notfallplan. Als Option, falls es eng werden sollte. Wurde es aber nicht. Nicht einmal im Ansatz."

11Freunde: "So langsam kann man fast annehmen, dass sich die Spieler von Schachtjor auf die Heimreise freuen, weil es in der Ukraine gerade angenehmer ist als in der Allianz Arena."

Eurosport: "Drucksituation gemeistert, Schachtjor zerlegt, Großauftrag erfüllt, fertig. Nein, diese Bayern haben noch nicht fertig. Es gibt zurecht viel Lob für diesen unterhaltsamen Auftritt – und eine zentrale Frage? Was ist dieser Rekordsieg wirklich wert?"

Daily Mail (Großbritannien): "Guardiolas Spieler wollen Blut sehen. Der Kampf war entschieden, bevor er begonnen hatte. Zu zehnt hatte Donezk zu keinem Zeitpunkt eine Chance, Bayern München daran zu hindern, in der Allianz Arena den Viertelfinaleinzug perfekt zu machen."

El Pais (Spanien): "Die Mannschaft von Guardiola schießt Donezk gnadenlos ab. Schachtjor hatte schon nach zwei Minuten alle Illusionen verloren."

Marca (Spanien): "Die deutsche Maschine kannte keine Gnade mit einem Gegner, der zu keinem Zeitpunkt seine Unterlegenheit verbergen konnte."


Quelle: uefa.com, "web.de", "fcbayern.de"
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: FC Bayern München, Shakhtar Donezk, Jerome Boateng, Holger Badstuber, Bastian Schweinsteiger, Matthias Sammer, Thomas Müller, Mircea Lucescu, Pep Guardiola,
Datum: 12.03.2015 10:12 Uhr
Url: http://www.3-liga.com/news-fussball-champions-league--bayern-muenchen-nach-7-0-torgala-ueber-donezk-im-viertelfinale-19217.html


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