Bayerns-Jerome Boateng: „Mein Hunger ist einfach riesig“


Jerome Boateng hat sich beim FC Bayern München zu einem echten Titelhamster entwickeln können. Vier Spielzeiten hat der deutsche Weltmeister mittlerweile für den deutschen Rekordmeister absolviert und satte neun Titel holen können. Boateng hat nun klar zu verstehen gegeben, dass er sich noch steigern möchte und auch mehr in eine Führungsrolle wachsen möchte, nachdem bekanntlich Bastian Schweinsteiger kurzfristig den Wechsel zu Manchester United bevorzugt hat.

Bayerns-Jerome Boateng: „Mein Hunger ist einfach riesig“
Boateng will mehr Verantwortung übernehmen

Der langjährige Nationalspieler hat sich im Gespräch mit „fcbayern.de“ ausführlich zu Wort gemeldet und kein Geheimnis daraus gemacht, dass der Abschied des Bayern-Urgesteins ungewohnt ist: „Wenn man so lange mit jemandem zusammenspielt, in der Nationalmannschaft und bei Bayern, dann ist es schon ein bisschen komisch, wenn derjenige nicht mehr da ist. Basti ist ein großer Spieler und ein toller Mensch. Er hat so gut wie alles gewonnen und sehr viel dazu beigetragen. Die Zeit, in der er bei Bayern war, hat er mit geprägt. Für uns als Mannschaft ist es jetzt wichtig, dass wir die Verantwortung, die er bislang übernommen hat, auf andere Schultern verteilen.“ Natürlich weiß der in Berlin geborene Boateng natürlich nur allzu gut, dass er selbst deutlich mehr Verantwortung übernehmen muss, denn er kann berichten: „Klar muss ich auch einen Teil mittragen. Ich bin auch an einem Punkt, an dem ich mehr Verantwortung übernehmen will und kann.“

„Es hat sich eine Menge verändert“

Seit 2011 spielt der ehemalige Bundesliga-Spieler des Hamburger SV und von Hertha BSC wieder in Deutschland, nachdem er ein kurzes Gastspiel beim englischen Spitzenklub Manchester City gegeben hat. Über die Veränderungen seitdem konnte er „fcbayern.de“ folgendes berichten: „Es hat sich eine Menge verändert. Kurz gesagt bin ich einfach reifer geworden, fußballerisch und als Mensch. Ich habe hier meine Ruhe gefunden.“ Einst galt er als Bruder Leichtfuß und als stetiges Sicherheitsrisiko. Insgesamt hat er sich leistungsmäßig jedoch enorm verbessern können. Er formuliert gegenüber „fcbayern.de“: „Da gibt es immer etwas. Es geht mir auch darum, dieses Topniveau nicht nur zu halten, sondern noch eine Schippe draufzulegen, sich für die Mannschaft noch weiter zu steigern. Wir wollen zusammen Ziele erreichen, dafür muss jeder Vollgas geben.“

Genaue Betrachtung andere Abwehrspieler

Ein echtes Vorbild hat der geneigte Fußballer wohl maximal bis in die Teenagerzeit. Dies gilt auch für Boateng. Immerhin achtet er auf andere Defensivspezialisten ganz speziell, um auch für das eigene Spiel lernen zu können: „Ein Vorbild habe ich nicht mehr. Aber ich sehe mir schon andere Verteidiger ganz bewusst an. Sergio Ramos zum Beispiel oder Thiago Silva, Giorgio Chiellini, Leonardo Bonucci... Es gibt viele gute Verteidiger, von denen man sich Sachen abgucken kann. Gerade ältere Spieler, die nicht mehr so schnell sind, finde ich interessant,“ tut er dies aufmerksam, weil er das Stellungsspiel äußerst interessant findet. Natürlich weiß auch Boateng, dass die Zeit als Profi nur begrenzt ist. Maximal 20 Jahre sind im Spitzensport meist möglich. Dies hat er realisiert, wenn er sagt: „Mein Hunger ist einfach riesig. Ich mache das, was ich liebe: Fußball spielen. Aber ich werde das leider nicht mein Leben lang tun können. Deswegen will ich so viel wie möglich mitnehmen. Ich will nie sagen müssen: Oh, in diesem oder jenem Jahr hätte ich mehr machen oder erreichen können.“

„Ich hatte die WM sehr schnell abgehakt“

Vor fast exakt einem Jahr ist Deutschland in Brasilien Weltmeister geworden. Mit dem 1:0-Sieg im Endspiel gegen Argentinien sicherte sich das DFB-Team den vierten Stern. Boateng hat erkannt, dass ein stetiges Zurückblicken keinen Sinn macht und so wird er die Betrachtung der Spiele dann vornehmen, wenn er Zeit dafür hat: „Ich hatte die WM sehr schnell abgehakt. Ich habe mir die Spiele in Brasilien auch nicht mehr angesehen. Gar nichts. Irgendwann in ein paar Jahren werde ich das ganz in Ruhe machen. Ich denke auch nicht daran, dass ich Weltmeister bin. Es ist eher so, dass ich immer wieder von anderen daran erinnert werde.“ Ehrgeizig und strebsam zu sein, sind zwei Tugenden von Jerome Boateng, die ihn auch während der spielfreien Zeit nach vorne bringen. Auch im jüngsten Urlaub war er fleißig, wie er verraten hat: „Ich habe viel gemacht. Das habe ich auch immer schon so gehalten, dass ich irgendwann im Urlaub mit dem Training angefangen habe. Aber ich wäre gerne schon weiter.“

Große Vorfreude und Neugierde auf Gastspiel in China

Auch abseits des Fußballplatzes hat Jerome Boateng wichtige Entscheidungen fällen können. So hat der Defensivspezialist etwa bei der Agentur von US-Rapper Jay Z einen Vertrag unterzeichnet. So nennt er die Gründe: „Jay Z ist sehr sportinteressiert und hat mit seiner Agentur seit zwei, drei Jahren nicht nur Musiker unter Vertrag, sondern auch Sportler. Er hatte mich eingeladen und ich fand das sehr interessant. Ich möchte da etwas Neues erleben. In Sachen Marketing und Präsentation sind die Amerikaner weiter als wir Europäer.“ Er weiß aber natürlich auch, dass der Fußball klar Priorität besitzt und die Reisen wohl dosiert sein sollten: „Erst einmal ist es ja so, dass ich nicht jede Woche in die USA fliegen kann, sondern nur in den Spielpausen. Wenn ich da bin, werden wir Marketing- und Charity-Aktionen durchführen, neue Sponsoren suchen.“ Die nächste Dienstreise mit dem letztjährigen Champions League-Halbfinalisten wird aber zunächst nach China gehen. Die Vorfreude ist gewaltig, wie auch Boateng beziffert: „Ich bin neugierig, was uns dort erwartet. Ich denke, wir werden dort gut arbeiten, gute Testspiele bestreiten und hoffentlich nicht zu erschöpft wiederkommen.“


Quelle: fcbayern.de
Autor: Henning Klefisch
Schlagworte: Jerome Boateng, FC Bayern München, Bastian Schweinsteiger,
Datum: 15.07.2015 15:17 Uhr
Url: http://www.3-liga.com/news-fussball-bayerns-jerome-boateng--%84mein-hunger-ist-einfach-riesig%93-21457.html


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