SV Wehen-Wiesbaden: Zlatko Janjic möchte nur von Spiel zu Spiel denken

Ohne Frage war der Saisonstart für den SV Wehen-Wiesbaden und Mittelfeldspieler Zlatko Janjic ausgesprochen positiv verlaufen. Mit einem verdienten 3:1 Erfolg über den Aufstiegsanwärter Rot-Weiß Erfurt konnten die eigenen ambitionierten Ziele einmal mehr auch sportlich untermauert werden. Ohne Frage war der ehemalige Bielefelder Janjic aber der absolute Matchwinner, da er in der zweiten Halbzeit mit einem lupenreinen Hattrick das Spiel entschieden hat.

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SV Wehen-Wiesbaden: Zlatko Janjic möchte nur von Spiel zu Spiel denken
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Dabei zeichnet den 26-jährigen Deutsch-Bosnier aus, dass er variabel und stets unberechenbar erscheint. Ein wunderschöner Freistoßtreffer, ein platzierter Kopfball und ein an ihm verschuldeter Elfmeter, den er souverän selbst verwandelt hat. Besser geht es einfach nicht. Solch einen Tag wird es nicht mehr allzu oft geben beim technisch starken Offensivakteur, der pünktlich zum Saisonstart seinen beeindruckenden Torinstinkt demonstrieren konnte. Nun äußert er sich im Interview mit „DFB.de“ und gibt einen intensiven Einblick über sich und seine Meinung über seinen Verein und die laufende Spielzeit.
Ehrlich gibt er zu, dass ein Hattrick ihm zuletzt im Jugendbereich gelungen ist. Er räumt ein, dass der Ehrgeiz mitentscheidend für diesen tollen Saisonstart gewesen ist: „In einem Auftaktspiel sind mir drei Tore noch nie gelungen. Den letzten Hattrick hatte ich in der Jugend erzielt. Ich bin froh, dass ich mit meinen Treffern helfen konnte, die Partie noch für uns zu entscheiden. Wir wollten auf gar keinen Fall mit einer Niederlage starten. Nach einer schwachen ersten Hälfte haben wir es geschafft, in der zweiten Halbzeit ein anderes Gesicht zu zeigen. Jeder wollte das Spiel noch drehen.“
Über die Bedeutung dieses Traumstarts aus persönlicher und Vereinssicht sagt er etwa: „Der Sieg nimmt uns erst einmal einen Großteil des Drucks. Wir können befreit auf das Auswärtsspiel bei den Stuttgarter Kickers am kommenden Samstag hinarbeiten. Für einen Stürmer ist jeder Treffer wichtig. Sie bringen Selbstvertrauen und noch zusätzliche Motivation. Ich bin mir jedoch sicher, dass die Gegenspieler auf mich jetzt noch verstärkter achten werden. Es wird für mich jetzt nicht leichter.“
Janjic gilt als ein sensibler Spieler, der das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten benötigt, um sein großes, spielerisches Potential auch wirklich auf dem Platz umsetzen zu können. Er gehört definitiv zu der Art von Spielern, die eine Begegnung aufgrund ihrer individuellen Klasse allein entscheiden können. Über seine Gefühlswelt vor diesem wichtigen Auftakt gibt er preis: „Mein Gefühl war schon sehr positiv. Dass es aber gleich so gut laufen würde, hätte ich auch nicht gedacht.“
Schon in den letzten beiden Spielzeiten lieferte Janjic eine Kostprobe von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten, die ihn zu einem der besten Spieler in der gesamten 3. Liga haben mutieren lassen. Jeweils zwölf Treffer erzielte der Techniker in den beiden abgelaufenen Spielzeiten. Auf die Frage, ob nach diesem Hattrick zu Saisonbeginn vielleicht ein neuer persönlicher Rekord winken könnte, erklärt er: „Unser Trainer Peter Vollmann hat mich kurz nach seiner Amtsübernahme im Februar als Stürmer aufgestellt. Vorher habe ich im Mittelfeld gespielt. Nun spiele ich voraussichtlich meine erste Saison als reiner Angreifer. Ich bin jetzt viel näher dran am Tor. Ich würde mich freuen, wenn es mit einer neuen Bestmarke klappen würde.“
Vor der abgelaufenen Spielzeit hat der SV Wehen-Wiesbaden einzig den Aufstieg in die Zweitklassigkeit als klares Ziel definiert. Durch die Verstärkung mit äußerst namhaften Neuzugängen hat sich dieser Anspruch von selbst verstanden. Trotz der herausragenden Voraussetzungen schaffte der Fusionsklub erst kurz vor Saisonende den Klassenerhalt. Nun beschreibt der Ex-Bielefelder die Saisonziele äußerst vorsichtig: „Wir haben uns vorgenommen, nur von Woche zu Woche zu schauen. Selbstverständlich wollen wir nicht noch einmal in solche Nöte kommen, wie das in der abgelaufenen Saison der Fall war. Denn so eine Runde kostet enorm viel Kraft und geht an die Substanz. Es ist viel schöner, oben mitzuspielen.“
Ohne Frage ist Janjic einer der talentiertesten Akteure im gesamten Kader des SVWW. Sein Spiel charakterisiert er wie folgt: „Ich agiere am liebsten als hängende Spitze, hole mir selbst die Bälle und greife dann aus der zweiten Reihe an. Das Tor habe ich lieber vor mir als in meinem Rücken.“
Der umstrittene Ex-Trainer Gino Lettieri hat den talentierten und spielstarken Akteur wegen Dissonanzen für einige Wochen in die U23 strafversetzt. Auch dort konnte er mit acht Treffern in zehn Begegnungen seine unbestrittene Klasse nachweisen. Auch wegen der herausragenden sportlichen Leistungen gab es vom Deutsch-Italiener eine zweite Bewährungschance. Groß äußern möchte er sich dazu jedoch nicht so gerne: „Ich blicke grundsätzlich nicht so gerne zurück. Die Zeit war nicht einfach und hat sich gezogen. Ich wollte dem Verein aber unbedingt helfen. Nach dem Trainerwechsel hat das auch noch gut geklappt. Unter dem Strich war die Saison für den Verein und für mich selbst eine Spielzeit zum Vergessen.“
Anders ist das Vertrauensverhältnis zum jetzigen Wehen-Trainer Peter Vollmann, der seinen vielleicht spielstärksten Akteur zum stellvertretenden Kapitän ernannt hat. Auf die Frage, ob dies eine zusätzliche Motivationsspritze dargestellt haben könnte, antwortet Janjic: „Ich war immer ein Spieler, der gerne Verantwortung übernimmt. Peter Vollmann schenkt mir Vertrauen und ich möchte dieses Vertrauen zurückzahlen, indem ich der Mannschaft so gut wie möglich helfe.“
Schon in der Bundesliga beeindruckte der Hoffnungsträger des hessischen Vereins mit seinen unglaublichen Fähigkeiten. Auch wenn er nur in wenigen Spielen die Luft der Erstklassigkeit schnuppern durfte, so ist die Sehnsucht auf ein persönliches Comeback in der Eliteklasse des deutschen Fußballs ungebrochen: „Jeder Spieler würde gerne in der 1. Liga spielen. Es ist jedoch bis dorthin ein langer Weg. Ich mache mir ohnehin nur wenige Gedanken darüber. Mein Vertrag in Wehen gilt noch für die kommenden zwei Jahre und in dieser Zeit werde ich 100 Prozent für den Klub geben.“
Ein klares Ziel ist das Erreichen des Traumstarts aus Wiesbadener Sicht mit zwei Siegen in zwei Spielen. Dazu muss jedoch erst einmal der starke Aufsteiger Stuttgarter Kickers besiegt werden. Janjic hat ein mögliches Rezept im Gespräch mit „DFB.de“ verraten, um auch diesen starken Gegner zu besiegen: „In ihrer Aufstiegssaison waren die Kickers sehr heimstark. Deshalb gehe ich davon aus, dass Stuttgart im Vergleich zum 1:2 bei Hansa Rostock ein anderes Gesicht zeigen wird. Trotz der Auftaktniederlage wird die Aufstiegseuphorie im ersten Heimspiel zu spüren sein. Wir müssen uns aber ganz bestimmt nicht verstecken, werden selbstbewusst nach Schwaben reisen. Wichtig wird sein, dass wir als Mannschaft noch stabiler werden und nicht zu viele Chancen zulassen.“

Quelle: dfb.de

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