SV Wehen Wiesbaden: Die Bedeutung des Jose Pierre Vunguidica

Für den SV Wehen Wiesbaden stellt Jose Pierre Vunguidica einen großen Erfolgsfaktor dar. 16 Punkte nach neun Partien haben den fünften Tabellenplatz für den SVWW zur Konsequenz. Nur ein Punkt Rückstand haben die Rheinhessen auf den Tabellenzweiten Chemnitzer FC. Es läuft wahrlich gut für die Schützlinge um Sturmführer Jose Pierre Vunguidica, der an neun Treffern direkt beteiligt gewesen ist und damit auch an den so wichtigen Siegen, wie zuletzt beim 3:1-Heimerfolg gegen den FC Rot-Weiß Erfurt, wo er mit einem Doppelpack glänzen konnte. Natürlich werden bei solch formidablen Vorstellungen auch Begehrlichkeiten geweckt. Besonders intensiv war das Werben um den 24-jährigen, angolanischen Nationalspieler in diesem Sommer, als sich neben einigen deutschen Zweitligisten wie der FC Ingolstadt 04 und der FC Erzgebirge Aue auch einige ausländische Erstligisten sich für einen Transfer interessierten. Wenn seine Entwicklung so weitergehen wird, kommt es auch zu weiteren Angeboten.

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SV Wehen Wiesbaden: Die Bedeutung des Jose Pierre Vunguidica
Foto: SV Wehen Wiesbaden
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„Joe kann auch höherklassig überzeugen“

Zwischen 2005 bis 2012 hat der 186 Zentimeter große Angreifer für den 1. FC Köln gespielt und hat sich dort aufgrund der enormen Konkurrenz nicht durchsetzen können. Nur einen Bundesliga-Einsatz hat er bestreiten können. Auch bei seinen Leihgeschäften in Münster und Offenbach wurde er nicht richtig glücklich. Erst beim SV Wehen Wiesbaden ist er sportlich so richtig angekommen und betreibt Spieltag für Spieltag beste Eigenwerbung für sich. SVWW-Sportdirektor Michael Feichtenbeiner zeigt sich absolut davon überzeugt, dass der angolanische Nationalspieler absolut die Fähigkeiten dazu besitzt, um auch in den ersten beiden Bundesligen Akzente zu setzen: „Keine Frage. Joe kann auch höherklassig überzeugen.“

Vunguidica mit Weiterentwicklung als Mensch

Genau dieses Ziel hat sich Vunguidica mit dem SV Wehen Wiesbaden gesteckt. Die Mannschaft hat qualitativ und mental absolut das Potential, um den begehrten Sprung in die 2. Fußball-Bundesliga zu schaffen. Der Stürmer kann dies gegenüber dem „Wiesbadener Kurier“ auch bestätigen, wenn er sagt: „Ich fühle mich hier sehr, sehr wohl. Kann jeden Tag besser werden.“ Ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor für den erneuten Leistungssprung bei Jose Pierre Vunguidica ist ganz gewiss auch gewesen, „dass sich Joe unter Marc Kienle als Fußballer und Mensch nochmals wahnsinnig weiterentwickelt hat. Er ist auf der linken Seite zwei, drei Klassen stärker geworden. Ist athletisch ein Phänomen: Joe kann als einziger 90 Minuten Vollgas geben. Und auch seine Persönlichkeit ist auf dem Platz viel wert, selbst wenn er mal nicht trifft: Er strotzt vor Selbstvertrauen, ist nicht umsonst seit dieser Saison im Mannschaftsrat,“ zollt Feichtenbeiner dem Spieler großen Respekt.

Enorme mannschaftliche Geschlossenheit

Auch der geneigte, neutrale Beobachter muss ehrlich konstatieren, dass die Verbindung zwischen dem Trainer und dem Spieler absolut passend zu sein scheint. Beide schätzen sich und wissen, was sie aneinander haben. Kienle erreicht die Mannschaft zweifelsfrei und kann sein Team auch nach Rückschlägen wieder aufbauen. Vor dem Sieg gegen Erfurt gab es drei Niederlagen in Serie. Man mag sich gar nicht ausdenken, was ohne diese Negativserie tabellarisch möglich sein würde. Auch beim personell bestens besetzten Team des SV Wehen Wiesbaden weiß man jedoch um die enorme Ausgeglichenheit dieser Mannschaft. Der „Star ist die Mannschaft“ gilt als Leitspruch für dieses Team, welches auch mit starken Einzelspielern gespickt ist. Einer davon ist Vunguidica, der sogar mit einem Sonderlob von SVWW-Coach Kienle bedacht worden ist und so musste der 41-Jährige „ausnahmsweise mal einen Spieler herausstellen. Joe hat eine super Energieleistung und unbändigen Willen gezeigt. Es ist kein Zufall, dass er seinen zweiten Doppelpack gemacht hat“. Und einmal dabei gerät er regelrecht ins Schwärmen, wenn er berichtet: „Mit Joe hätten wir in Münster wohl gewonnen.“

Lobende Worte für eingewechselten Schnellbacher

Der vielfach Gelobte konnte an seine Mitspieler die Komplimente schnell zurückgeben, als er erklären konnte: „Luca Schnellbacher ist nach seiner Einwechslung so viel gelaufen wie wir anderen zuvor. Das gesamte Team hat bewiesen, dass es die Wende einleiten wollte.“ Als kleine Erklärung für dieses Lob mag herhalten, dass Vunguidica bei seinem finalen Treffer zum 3:1 von Schnellbacher hervorragend bedient worden ist. Das Zusammenspiel zwischen den Angreifern passt also hervorragend. Davor ist er bei einem Luftduell noch unsanft zu Boden gegangen. Für ihn hat das kein allzu großes Problem dargestellt, wie er nun ehrlich einräumen kann: „Solche Schmerzen musst du als Stürmer abschütteln.“

Unberechenbare, variable Offensive

Das sehr flexible Spiel ist zweifelsfrei auch eine der großen Stärken des am 3. Januar 1990 in Luanda zur Welt gekommen Vunguidica. Der durchsetzungsstarke und technisch starke Offensivmann kann sämtliche Offensivpositionen besetzen, weil er fußballerisch enorm viel mitbringen kann, was ihn dafür prädestiniert. In der Jugend hat er bekanntlich beim 1. FC Köln unweit des Geißbockheims eine hervorragende fußballerische Ausbildung genießen können. Zuletzt durfte der Angolaner auf der linken Offensivseite agieren. Für Kienle ist es entscheidend, dass Vunguidica mit seiner Dynamik die Flügel besetzen kann, was auch sein eigenes Spiel deutlich variabler gestalten lässt: „Wir wollen vorne viel rotieren, unberechenbar sein.“

Jänicke enttäuscht über Reservistendasein

In der Angriffsmitte spielt meist mit Soufian Benyamina ein bulliger, kantiger Angreifer, der jedoch auch über die notwendige Technik und Kopfballstärke verfügt, um auch als „Wandspieler“ agieren zu können. Eine der großen Stärken im Kader des SVWW ist zweifelsfrei, dass enorme Qualitätsspieler eingewechselt werden können. So etwa zuletzt neben dem besagten Schnellbacher auch Tobias Jänicke, der sofort neue Impulse setzen konnte und einer der entscheidenden Faktoren dafür gewesen ist, dass die Partie noch solch eine Wendung nehmen konnte. Für den ehemaligen Rostocker Jänicke war dieser primäre Ersatzspielerstatus zweifelsfrei eine Überraschung, was Kienle nach dem Spiel auch begründen konnte. Das „lag daran, dass ich mit Joe auf links und Alexander Riemann auf rechts ein gutes Gefühl hatte. Dass wir in der Offensive einen hohen Konkurrenzkampf haben, jederzeit frische Impulse von der Bank bringen können, wird in dieser Saison unser Faustpfand sein.“

Zweitbeste Offensive der gesamten Spielklasse

Für Sportdirektor Michael Feichtenbeiner scheint im Gespräch mit dem „Wiesbadener Kurier“ aber auch allzu schnell klar zu sein: „Zunächst müssen wir aber die Konzentration in zwei ekligen Auswärtsspielen in Kiel und Osnabrück hochhalten, Punkte nachlegen. Wir haben die richtige Reaktion gezeigt und untermauert, dass wir nicht nur schön spielen, sondern auch kämpfen können.“ Die Offensive hat gute Ansätze gezeigt. 16 erzielte Treffer in neun Partien sind nach Spitzenreiter Dynamo Dresden (18 Tore) der zweitbeste Wert in der gesamten 3. Liga.

Zu viele Gegentreffer beim SVWW

Die 13 Gegentreffer sind für einen potentiellen Aufstiegskandidaten aber absolut verbesserungswürdig. Die defensive Viererkette hat zuweilen nicht die notwendige Konzentration und Konsequenz in ihren Aktionen. Spielführer Nico Herzig bringt deutlich zum Ausdruck: „Wir müssen solche Aussetzer abstellen, damit machen wir uns sonst alles kaputt.“ Beim kommenden Spiel gegen Holstein Kiel könnte der zuletzt verletzte Sebastian Mrowca seine Rückkehr als Rechtsverteidiger feiern. Julian Grupp hat gegen RW Erfurt einen schwachen Auftritt hingelegt und könnte ein echter Streichkandidat sein.

Quelle: wiesbadener-kurier.de

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