Rot-Weiß Erfurt, die Geschichte

Der Thüringer Traditionsverein im Portrait mit Kurzvorstellung des Steigerwaldstadions

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Rot-Weiß Erfurt, die Geschichte
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Geschichte




Die Anfänge des Erfurter Fußballs unter dem Namen SC Erfurt

In Erfurt wurde erstmals 1895 ein Fußballspiel ausgetragen. In diesem Jahr wurde erstmals ein Fußballverein, der SC Erfurt, in der Stadt gegründet. Das erste Spiel wurde damals gegen den TV 1860 Gotha ausgetragen und ging mit 0:2 verloren. Doch in Erfurt wurde nicht aufgesteckt und es gab eine rasche Entwicklung.

Der Verein entwickelte sich rasch und wurde spielerisch stärker. In den Jahren von 1903 – 1910 wurde der Verein zum stärksten Club im Raum Thüringen und konnte immer wieder die damals ausgetragenen Gaumeisterschaften von Thüringen gewinnen. 1908 folgte der erste Auftritt des SC Erfurt bei den mitteldeutschen Meisterschaften. Im darauffolgenden Jahr gelang es den Thüringern dann, diese auch zu gewinnen. Der Weg zu diesem Titel führte im Halbfinale über den Dresdner SC, der mit 7:2 abgeschossen wurde und über ein torreiches, knappes Finale gegen den Halleschen FC 96. Der Finalgegner konnte mit 5:4 niedergerungen werden und somit hatte sich der SC Erfurt erstmals für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Im Viertelfinale dieser Endrunde konnte der SC Alemannia Cottbus mit 4:3 in die Knie gezwungen werden und die Titelträume stiegen. Allerdings war dann im Halbfinale Endstation, als man gegen den späteren deutschen Meister Phönix Karlsruhe deutlich mit 1:9 verlor.

In der nächsten Saison wurde erneut der Angriff auf Titel gestartet. Erfurt qualifizierte sich wieder für das Finale der Mitteldeutschen Meisterschaft. Allerdings konnte der Erfolg von 1909 nicht wiederholt werden. Das Finale ging verloren und sollte das letzte für einige Jahre gewesen sein.

Der SC konnte sich dann 1917 und 1919 noch zwei Mal in das Halbfinale vorspielen, dies sollten dann aber auch die größten Erfolge für lange Zeit bleiben.

Im Jahr 1933 konnte dann die Qualifikation für die neu gegründete Gauliga Mitte geschafft werden. Diese Liga war die neben anderen Gauligen die höchste deutsche Spielklasse. Allerdings konnte Erfurt in dieser nicht lange mithalten und stieg bereits 1936 wieder ab. Der umgehende Wiederaufstieg konnte zwar geschafft werden, aber 1938 stand bereits wieder der Gang nach unten an. Diesmal verpasste man das Ziel sofortiger Wiederaufstieg. Erst nach zweijähriger Zugehörigkeit der zweithöchsten Klasse gelang dann das Comeback ins Oberhaus. Diesmal konnte man dort auch verweilen. Die Mannschaft war Bestandteil der Liga bis zur Einstellung des Spielbetriebes 1944. Jedoch muss man sagen, dass Erfurt in der Gauliga bei weitem nicht an die Erfolge aus der früheren Vereinsgeschichte anknüpfen. Besonders bitter war aber auch, dass man sogar die absolute Vormachtstellung, die der SC zuvor inne hatte, abgeben musste. Es waren die Vereine VfB Erfurt und SpVgg Erfurt, die den SC ablösten und in die Schranken verwiesen.


1946-1963 Turbine Erfurt

Nach dem 2. Weltkrieg wurde 1946 der Spielbetrieb auf Kreisebene in Erfurt wieder aufgenommen. Erfurt, die nun unter dem Namen SG Fortuna antrat, startete erfolgreich in die Nachkriegszeit und errang sofort die Thüringer Meisterschaft durch einen Sieg im Finale gegen die SG Altenburg Nord. Der Titelgewinn war gleichbedeutend mit der Qualifikation zur Ostzonenmeisterschaft. Erfurt konnte glänzen und erreichte nach einem 10:0 Sieg über die SG Wismar Süd und einen Sieg nach Verlängerung gegen die SG Meerane das Finale. Vor 50.000 Zuschauern im Dresdner Ostragehege spielte man gegen ZSG Union Halle. Allerdings ging das Finale klar mit 1:4 verloren.

Ein Jahr später war die BSG KWU eine von 14 Gründungsmitgliedern der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse im DDR-Fußball, und erreichte in der ersten Saison 1949/50 einen achtbaren vierten Platz.

Am 30. September 1950 stand Erfurt dann im Finale des FDGB-Pokals, verloren aber gegen die Mannschaft der BSG Eisenhüttenwerk Thale mit 0:4.

In der Saison danach, stand die BSG Turbine am Ende punktgleich mit der BSG Chemie Leipzig an der Spitze der Tabelle. Die Mannschaft aus Erfurt hatte zwar das deutlich bessere Torverhältniss, da dies aber damals noch keinen Ausschlag gegeben hatte, wurde der Meister mit einem Entscheidungsspiel ermittelt. Am 20. Mai 1951 fand das Spiel im Chemnitzer Ernst-Thälmann-Stadion statt. Das Spiel fand großen Andrang, so dass über 60.000 Zuschauer den Weg ins Stadion fanden. Aber die Thüringer konnten auch das 3. Finale binnen 2 Jahren nicht gewinnen und verloren glatt mit 0:2 gegen die Leipziger.


Die 50er – Die goldene Zeit der Rot-Weißen Geschichte

Die 50er Jahre waren die wohl erfolgreichsten Zeiten des Erfurter Fußballs bisher. Ein Grund dafür war der Trainer Hans Carl. In den Jahren 1954 und 1955 konnten 2 mal hintereinander die Meisterschaft errungen werden. Im Kader standen neben mehreren Nationalspieler wie Gerhard Franke und Georg Rosbigalle. Kapitän und Spielgestalter der schlagkräftigen Truppe war Helmut Nordhaus. Goalgetter der „goldenen Zeit“ war Stürmer Siegfried Vollrath. Vollrath wurde 1954 gemeinsam mit Heinz Satrapa von Wismut Aue Torschützenkönig der DDR-Oberliga. Beide Angreifer konnten jeweils 21 Tore erzielen. Auch am zweiten Titelgewinn hatte Vollrath seinen Anteil beigesteuert. Er konnte in 20 Spielen 16 Treffer verbuchen. Ein weiterer Garant für den Erfolg der Mannschaft war die damalige Defensive vor Torhüter Rolf Jahn. Erfurt kassierte in den beiden Meisterjahren jeweils die wenigsten Gegentreffer aller Teams der Oberliga der Deutschen Demokratischen Republik zu.

Nach diesen großen Erfolgen kam die Ernüchterung. Turbine Erfurt schaffte es nicht, an die Erfolge an zu knüpfen. Trainer Hans Carl verließ die DDR und trainierte in Hessen den KSV Hessen Kassel. Viele wichtige Spieler der Meistermannschaft beendeten ihre Karrieren. Erfurt konnte diese herben Verluste nicht mehr ausgleichen und so stand am Ende des erfolgreichsten Jahrzehntes der Vereinsgeschichte erstmals der Abstieg in die zweite DDR-Liga.

Es folgte nach dem sofortigen Wiederaufstieg noch eine kurze Zeit, bis 1964, in der Erfurt durchgehend erstklassig blieb. Es folgte wieder eine Fahrstuhlfahrt nach unten und ein direkter Wiederaufstieg.

In Jahr der Fußballclubgründung ging es wieder einmal nach unten. 1966 stieg Erfurt erneut in die Zweitklassigkeit ab. Es ging allerdings wieder direkt nach oben, genau so wie nach Erfurts letztem Abstieg nach der Saison 1970/71. In den 70er Jahren konnte sich RWE dann von den abstiegsbedrohten Plätzen in das stabile Mittelfeld vorarbeiten. Es siedelten sich auch wieder prominente Spieler im Thüringer Fußballverein an, unter Anderem Stürmer Horst Weißhaupt, Torwart Wolfgang Benkert, der aufstrebende Jürgen Heun und Nationalspieler Rüdiger Schnuphase.

In der Saison 1979/80 gelang auch wieder der Einzug in das Finale des FDGB-Pokals. Gegner war der Thüringer Rivale Carl-Zeiss Jena. Für Erfurt sollte es ein dramatisches Spiel werden. Durch ein Tor von Armin Romstedt lag RWE bis zehn Minuten vor dem Abpfiff mit 1:0 in Führung, musste dann aber den Ausgleich durch Jürgen Raab hinnehmen. Es ging in die Verlängerung. Am Ende der zusätzlichen Spielzeit hatte Jena dann die Nase vorn. Das Endergebnis lautete 3:1 für Carl-Zeiss, die den Pokal dann in die Luft stemmen durften.

In den darauffolgenden Jahren keimten Hoffnungen in Erfurt auf. Die Teilnahme am Europapokal begab sich in greifbare Nähe. 1982/93 schaffte es Rot-Weiß Erfurt auf Rang 5 in der Abschlusstabelle. Auf Grund des schlechteren Torverhältnisses im Vergleich mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig verpasste man die Teilnahme am internationalen Vergleich.

Die Hoffnungen verstärkten sich und viele versprachen sich durch die Verpflichtung des ehemaligen Jenaer Trainers Hans Meyer, der einen alten Bekannten, Rüdiger Schnuphase mitbrachte, endlich das Erreichen des großen Zieles. Doch auch Meyer konnte das Team nicht über das Mittelmaß hinaus pushen. Das Erreichen des Intertoto-Cups blieb vorerst das Höchste der Gefühle. Dort konnte sich die Mannschaft dann aber teuer verkaufen und fuhr Siege gegen Fortuna Düsseldorf, mit 6:1 und 3:0, und gegen den niederländischen Vertreter Twente Enschede, 4:0, ein.


1990 bis 1992 – Überraschung im UEFA Pokal und Chancenlosigkeit in der neuen 2. Bundesliga

Die erfolgreichste Saison dieser Zeit war dann ausgerechnet die letzte Saison der DDR-Oberliga. Es war die Saison 1990/91. Der Verein startete zwar ohne besonders hohe Ziele in die Spielzeit, erreichte am Ende aber einen guten 3. Tabellenplatz. Dieser war gleichbedeutend mit der direkten Qualifikation für die 2. Fußball Bundesliga und den Einzug in den UEFA-Pokal. Ärgerlich war, dass man nur einen Punkt hinter Dynamo Dresden in der Endabrechnung stand. Hätte man diesen noch eingefahren, wäre Erfurt sogar direkt in das deutsche Fußballoberhaus, die 1. Bundesliga, eingruppiert worden. Den letzten Treffer der DDR-Oberliga für Erfurt erzielte übrigens Frank Dünger am 25. Mai 1991, als Erfurt sich mit 2:1 gegen Stahl Brandenburg durchsetzen konnte.

Allerdings konnte RWE qualitativ einfach nicht mit den anderen Mannschaften der 2. Bundesliga mithalten und stieg sang- und klanglos als abgeschlagener Letzter in der ersten Saison der Gesamtdeutschen Ligen ab. Es stand der Abstieg in die Amateuroberliga an. Im Pokal konnte sich die Mannschaft allerdings besser schlagen und konnte den FC Schalke 04 mit 2:1 besiegen. Dabei entdeckten die Schalker auch die Qualitäten des Erfurter Defensivakteurs Thomas Linke. Am Ende der Saison verließ Linke Erfurt eben in Richtung Schalke.

Auch im UEFA-Cup konnten die Thüringer für eine Überraschung sorgen. Nach zwei 1:0 Erfolgen über den niederländischen Vertreter FC Groningen konnte der Verein sogar die 2. Runde erreichen. In Groningen konnte man früh nach zwei Minuten durch Jörg Schmitt mit 1:0 in Führung gehen und diese Führung bis zum Ende behaupten, obwohl Groningen sogar einen Elfmeter bekam. Diesen konnte Torhüter Peter Disztl entschärfen. Im Rückspiel im eigenen Stadion erzielte Tino Gottllöber das entscheidende Tor für die Erfurter.

In der 2. Runde stand dann ein weiterer niederländischer Gegner an. Allerdings war dieser ein anderes Kaliber. Es war Ajax Amsterdam. Die europäische Spitzenmannschaft war dann doch eine Nummer zu groß. Nur 6.000 Zuschauer fanden den Weg ins Hinspiel in Erfurt. RWE kämpfte zwar, kam aber über eine 1:2 Niederlage nicht hinaus, obwohl man durch Uwe Schulz in Führung gehen konnte. Im Rückspiel gab es dann eine klare 3:0 Niederlage gegen Ajax, wo namhafte Spieler wie Dennis Bergkamp ihr Geld verdienten.

Im UEFA-Cup hatte es der Verein in der ersten Runde mit dem holländischen Vertreter FC Groningen zu tun und erreichte nach zwei 1:0 Erfolgen sogar die zweite Runde. Im Hinspiel in den Niederlanden


1992 bis 2003 – finanzielle Sorgen und die Stagnation in der Drittklassigkeit

Von 1992 weg spielte die Mannschaft in der NOFV-Oberliga und damit erstmals in der Geschichte nur noch drittklassig. Die Rückkehr in die zweite Bundesliga blieb aus. Zweimal verpasste man diese nur knapp. 1993 fehlten RWE nur 2 Zähler auf den Erstplatzierten, Sachsen Leipzig. Die Saison wurde auf Rang 3 beendet. Ein großes Idol bestritt in dieser Spielzeit seine letzte Partie im Trikot RWEs. Jürgen Heun gab seinen Abschied vor nur 600 Zuschauern gegen den FC Meißen. Er stand in 399 Punktspielen für den Verein auf dem Platz und erzielte dabei 132 Treffer.

1994 scheiterte man wieder knapp am Wiederaufstieg. Die Mannschaft wurde nur Zweiter hinter dem FSV Zwickau, obwohl eine Serie von 30 Spielen ohne Niederlage hingelegt werden konnte. Allerdings gelang die Qualifikation für die neue Regionalliga Nordost. In dieser konnte sich Erfurt dann zwar im oberen Tabellendrittel etablieren, der Sprung zurück in den bezahlten Profifußball blieb aber aus.

Es folgte eine Zeit von Negativschlagzeilen und Chaos. 1997 wurde gegen den Verein das Insolvenzverfahren eröffnet. Insgesamt stand unter dem Strich eine Verschuldung von 6,1 Millionen Deutsche Mark. Erst der Amtsantritt des neuen Präsidenten Klaus Neumann glättete die Wogen. Er schaffte es die finanzielle Talfahrt zu stoppen und trug einen großen Anteil daran, dass der Verein nach 8 Monaten das Verfahren erfolgreich beendet werden konnte. Durch das war es Rot-Weiß Erfurt möglich, weiter zu existieren.

Im Jahr 2000 wurde die Regionalliga von 4 Gruppen auf 2 reduziert. Den 7. Tabellenplatz erreichte Erfurt in dieser Spielzeit und somit die Qualifikation für die Relegationsspiele um den letzten freien Platz in der zweigleisigen Regionalliga. Diesen konnte sich RWE am Ende in zwei Relegationsspielen gegen den Oberligisten FC Schönberg 95 erkämpfen. Nachdem das Hinspiel in Schönberg mit 1:0 verloren wurde sah es ganz düster aus. Allerdings konnte Erfurt dann zu Hause mit 4:1 alles klar und war weiterhin drittklassig. Das Rückspiel war aber nicht so eindeutig, wie es das Ergebnis vermuten lässt. In der 90. Spielminute führte Rot-Weiß mit 3:1. Ein Schönberger schoss den Ball in der Nachspielzeit an die Querlatte. Im Gegenzug gelang der Mannschaft dann aber die Entscheidung. Wäre der Ball statt an der Latte im Tor gelandet, hatte es 3:2 gestanden und Erfurt wäre auf Grund der Auswärtstorregel gerade noch viertklassig gewesen. Jedoch wurde die Mannschaft durch den Erfolg ein Teil der Regionalliga Süd.

In der ersten Saison stand Erfurt am Ende nur auf Rang 15, was den Abstieg bedeutete. Durch einen Lizenzentzug für den SSV Ulm 1846, der nach dem Durchmarsch von der Drittklassigkeit in die 1. Bundesliga direkt wieder durchgereicht wurde, konnte der Verein allerdings gerade noch am „Grünen Tisch“ die Klasse halten.

In den darauffolgenden Jahren ging die Vereinsführung in die Offensive und gab als Ziel den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga vor. Allerdings erreichte Rot-Weiß nur Plätze im Mittelfeld. Für die Erreichung des Ziels wurden teure Spieler verpflichtet, was allerdings zu einer erneuten hohen Verschuldung des Vereins führte. Der Aufstieg in die 2. Liga wurde daher existenziell wichtig, da die weit höheren Fernseheinnahmen dort unbedingt benötigt wurden.


2003 bis jetzt – der Weg in die Gegenwart

Zur Spielzeit 2003/04 kam René Müller als Trainer nach Erfurt. Mit einem komplett von Grund auf neu erbauten Kader schaffte dieser nach 12 Jahre langem sehnlichstem Warten dann letztendlich doch noch den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse. Seit vielen Jahren war vor der Saison nicht der Aufstieg als Ziel ausgegeben und auf teure Neueinkäufe verzichtet worden. Der Aufstieg konnte bereits am vorletzten Spieltag gesichert werden, als der Mannschaft von Trainer Müller im heimischen Stadion vor einer Kulisse von 20.000 Zuschauern ein Sieg gegen den späteren Mitaufsteiger aus Saarbrücken mit 2:1 gelang.

Zur neuen Saison stellte Müller abermals den kompletten Kader um, dieses Mal allerdings mit bedeutend weniger Erfolg. Die zahlreichen Neuzugänge blieben weit hinter den Erwartungen zurück und die Stimmung um den Verein wurde immer schlechter.

Trainer Rene Müller fiel immer mehr in die Kritik und es gab immer mehr Zweifel an seinen Entscheidungen. Eine davon war es, den absoluten Publikumsliebling Ronny Hebestreit auf die Tribüne zu setzen. Eine weitere personelle Angelegenheit rief eher negative Reaktionen hervor. Torhüter Claus Reitmaier bekam immer wieder das Vertrauen des Trainers, obwohl er einen spielentscheidenden Fehler nach dem anderen machte. Am 20. Februar 2005 zog der Verein dann die Reißleine und René Müller musste seinen Hut nehmen. Sein Nachfolger Jan Kocian konnte jedoch auch den Abstieg nicht mehr verhindern. Bezeichnend für diese Saison war ein Rückschlag kurz vor dem Ende der Spielzeit. Senad Tiganj wurde nach dem Spiel gegen die Spielvereinigung Unterhaching der Einnahme einer verbotenen Substanz, die im nachfolgenden Test nachgewiesen wurde beschuldigt. Nach eigener Aussage habe er seinem Sohn nur gezeigt, wie man ein Asthmaspray anwendet. Das Asthmaspray beinhaltete eben diese verbotene Substanz. Auch wenn die nachgewiesene Dosis keine Leistungssteigerung herbei führen konnte wurde das Ergebnis des Spieles annulliert und der SpVgg gut gesprochen. Dieser Punkteabzug trug ebenfalls maßgeblich zum Abstieg in die Regionalliga bei.

Wegen eines Schuldenberges in Höhe von 4 Millionen Euro konnte der Verein nur mit Müh und Not die Lizenz für die Regionalligasaison 2005/06 erhalten. Um Einsparungen zu machen, trat RWE in dieser Saison mit sehr vielen Nachwuchsspielern an. Folglich war das Abschneiden in dieser Spielzeit nicht gerade rosig. Die Klasse konnte nur gehalten werden, weil man im Vergleich zum Absteiger Preußen Münster das bessere Torverhältniss hatte.

In der nächsten Saison musste der damalige Trainer Pawel Dotchev wegen der Sparzwänge eine finanziell gesehen günstige Mannschaft zusammenstellen, so dass auch hier der Klassenerhalt das Ziel war. Der Saisonstart gelang überhaupt nicht, aber dann kamen die Thüringer und standen zur Winterpause auf einem überraschend guten dritten Tabellenplatz, punktgleich mit dem Team auf dem zweiten Rang, der zum Aufstieg in die 2. Bundesliga berechtigte. Jedoch konnte in der Rückrunde die Leistung nicht bestätigt werden. Am Ende stand RWE allerdings sicher im Mittelfeld auf Rang 11.

In der Saison 2007/08 war das Ziel, sich für die in der darauffolgenden Saison startende 3. Liga zu qualifizieren. Der Verein versprach sogar allen Dauerkartenbesitzern, dass diese im Falle des Verpassens der Qualifikation ihr Geld zurück erstattet bekommen würden. Zur Winterpause stand die Mannschaft wieder oben in der Tabelle. Der zweite Platz zur Winterpause hätte am Ende der Saison sogar den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse, die 2. Bundesliga, bedeutet. Der Vorsprung auf den ersten Rang, der nicht zur Qualifikation berechtigt hätte, betrug sieben Zähler. Kurz vor dem Anpfiff zur Rückrunde verließ der Trainer Pavel Dotchev überraschend den Verein und kehrte zu seinem ehemaligen Verein, dem SC Paderborn 07 zurück. Karsten Baumann trat in die Fußstapfen des Ex-Trainers und übernahm die Mannschaft. Wieder, wie in der Saison zuvor, konnte die Mannschaft das Leistungsniveau der Hinrunde nicht halten, landete aber, schon vorzeitig für Liga 3 qualifiziert, auf einem abschließenden 7. Tabellenplatz.

2008/09, in der ersten Saison der 3. Liga, war Rot-Weiß Mittelmaß und wurde Zehnter. Das absolute Highlight der Saison fand gleich zu Beginn statt. Im DFB-Pokal bekamen die Thüringer das große Los zugesprochen. Der FC Bayern München war Erfurts Gegner in Runde 1 des DFB-Pokals. Nach einer beeindruckenden Leistung musste sich die Mannschaft aber letztendlich knapp mit 3:4 geschlagen geben. Um den negativen Trend der vorangegangen Partien zu stoppen, wurde Karsten Baumann im April 2009 seines Amtes enthoben. Zur Saison 2009/10 übernahm dann Rainer Hörgl das Amt des Cheftrainers. Die Mannschaft war durch das Erringen des Verbandspokals wieder für die erste Hauptrunde des Pokals qualifiziert, wo die Mannschaft mit 1:2 gegen den Zweitligisten MSV Duisburg verlor.

Von der Winterpause weg wurde Trainer Hörgl auch mit Aufgaben im Managementbereich betraut. Der bisherige Manager Stephen Beutel wurde beurlaubt. Das Personalkarussell drehte sich weiter. Am 9. Februar 2010 wurde der ehemalige Sportchef des MDR Wilfried Mohren als freiberuflicher Pressesprecher für RWE engagiert. Hörgl musste allerdings auch in dieser Saison den Verein verlassen. Nach einer absoluten Talfahrt, die bei der 3:0 Pleite gegen den Rivalen Carl-Zeiss Jena ihren Tiefpunkt fand, wurde der Trainer durch Stefan Emmerling ersetzt. Die Saison verlief sportlich gesehen nicht zufriedenstellend. Eigentlich gab man vor der Saison das Ziel aus, um den Aufstieg mitspielen zu wollen, musste aber ganz im Gegensatz dazu im Frühjahr mit einem Auge auf die Abstiegszone geachtet werden. Am Ende stand ein enttäuschender 9. Platz in der Tabelle fest. Auch verpasste RWE den Sprung in den DFB-Pokal erstmals seit einiger Zeit. Durch eine 1:2 Pleite gegen den Oberligisten VfB Pößneck schied man im Halbfinale des Verbandspokals aus.

Obwohl Hörgl im März von seinen Aufgaben entbunden worden war, stellte man ihn am 11. Mai 2010 als neuen Geschäftsführer Sport beim FC Rot-Weiß Erfurt vor. Ihm unterstand dadurch eine neu geschaffene Scouting-Abteilung, sowie die Leitung der Geschäftsstelle und die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums. Am 22. März 2011 wurde allerdings von Seiten des Vereines bekannt gegeben, dass Hörgls Vertrag nicht verlängert werden würde und der Leiter wurde mit sofortiger Wirkung beurlaubt und durch Torsten Traub ersetzt.

Obwohl die Mannschaft kurz vor Saisonende auf dem Relegationsplatz 3 stand, konnte am Ende nur der 5. Rang erreicht werden. Wiederum verpasst wurde auch die Qualifikation zum DFB-Pokal.

Viele Spiele verließen den Verein und somit stand vor der Saison 2011/12 ein Neuaufbau an. Als Saisonziel wurde ein einstelliger Tabellenplatz angestrebt. Die Mannschaft hielt sich gut und konnte sogar bis kurz vor Saisonende im Aufstiegskampf, der in der Saison 2011/12 sowieso viele Vereine umfasste, mitmischen. Am Ende erreichte man mit 59 Punkten einen guten 5. Rang und stand am Ende nur zwei Punkte hinter dem SSV Jahn Regensburg, der sich in der Relegation zur 2. Bundesliga durchsetzen konnte.

Der Start in die Saison 2012/13 missglückte doch komplett und Trainer Stefan Emmerling musste seinen „Schreibtisch räumen“. Alois Schwartz übernahm das Amt, konnte aber auch nicht verhindern, dass die Mannschaft, trotz besserer Leistungen als zuvor, vor dem 17. Spieltag auf dem letzten Tabellenplatz ausharren musste.


Das Erfurter Steigerwaldstadion



Geschichte und Umbaumaßnahmen

Am 17. März 1931 wurde das Erfurter Stadion unter dem Namen Daberstädter Schanze eröffnet. Jedoch war dieses noch nicht als Stadion für einen Fußballverein vorgesehen, sondern galt als typisches Mehrzweckstadion mit einer 500 Meter langen Laufbahn und einer 8 Meter breiten Rasenbahn für den Reitsport. Mitte der 30er Jahre erhielt das Stadion den Namen „Mitteldeutsche Kampfbahn“. Es wurde außerdem um eine Holztribüne erweitert, die die Zuschauerkapazität um 1.270 Zuschauer erhöhte. Das gesamte Fassungsvermögen betrug damals 35.000 Zuschauer. Das erste Länderspiel im Erfurter Stadion ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Am 25. August besiegte Deutschland Rumänien mit 4:2 im heutigen Steigerwaldstadion.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das Gelände dann für den Kartoffelanbau zweckentfremdet. Erst im November 1948, nachdem eine neue Rasenfläche verlegt worden war, wurde das Stadion wieder eröffnet, diesmal und dem Namen „Georgij-Dimitroff-Stadion“, nach dem bulgarischen Politiker benannt. Der bisher gültige Zuschauerrekord von 47.390 Zuschauern wurde in den 50er Jahren in der damaligen DDR-Oberliga beim Derby von Turbine Erfurt – Chemie Leipzig aufgestellt.

1969 wurde die dann einiges umgebaut. Das Stadion bekam eine 1000 Lux starke Flutlichtanlage, sowie eine elektrische Anzeigetafel. Außerdem wurde die Laufbahn von 500 auf 400 Meter verkürzt und mit Tartan überzogen.

Eingeweiht wurde das Stadion nach dem Umbau am 6. Oktober 1970 mit dem Freundschaftsspiel FC Rot-Weiß – Vasas Budapest vor 14.000 Zuschauern.

1991 erhielt das Stadion dann den heutigen Namen, nachdem die Erfurter Bevölkerung darüber befragt wurde. Auch mehrere Music-Acts , unter Anderen die Rockband Bon Jovi und Herbert Grönemeyer, gaben Konzerte und lockten bis zu 45.000 Zuschauer in das Stadion-

1999 wurden erneut Renovierungen am Steigerwaldstadion durchgeführt. Die Flutlichtanlage wurde komplett erneuert. Diese Erneuerung verlief jedoch alles andere als geplant. Noch bevor die Anlage gegen den FC Erzgebirge Aue eingeweiht werden konnte, knickte einer der Masten ab. Es folgte ein Rechtsstreit, der bis heute noch nicht rechtskräftig geklärt wurde. Nach dem erneuten Aufstellen der Masten konnte das neue Flutlicht wenigstens am 7. März 2003 in einer Partie gegen den 1. FC Saarbrücken endlich eingeweiht werden.

Seit 13. Dezember 2010 befindet sich auch eine neue Rasenheizung im Betrieb. Nun ist geplant, dass Stadion für 27 Mio. Euro zu einer multifunktionalen Sport- und Veranstaltungsarena mit 21.600 Plätzen umzugestalten. Der Umbau soll während des Spielbetriebes erfolgen und nach der geplanten Fertigstellung Ende 2013 soll dieses Stadion dann an 120 Tagen pro Jahr ausgelastet werden.

Quelle: wikipedia.de

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