Osnabrücks Trainer Wollitz will den Derbysieg – aber nicht nur

Der VfL Osnabrück steht vor dem eminent wichtigen Derby gegen Preußen Münster, was prestigeträchtig und enorm wichtig für den Aufstiegskampf ist. Es scheint so, als ob eine ganze Region auf das samstägliche Duell hinfiebert. Es wird mit einem vollen Preußenpark-Stadion gerechnet. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ stellt VfL-Coach Claus-Dieter Wollitz jedoch auch klar, dass auch das Aufeinandertreffen gegen den Abstiegskandidaten aus Babelsberg für ihn eine große Bedeutung besitzt.

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Osnabrücks Trainer Wollitz will den Derbysieg – aber nicht nur
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Reichlich Unverständnis zeigt Wollitz, wenn er die totale Fokussierung auf dieses eine Spiel bemängelt und die Gefahr erkannt hat, dass andere Begegnungen vielleicht ein wenig in Vergessenheit geraten können: „Für die Fans ist das alles okay! Die dürfen ihre Emotionen ausleben, solange es friedlich bleibt. In solchen Spielen entfaltet sich die ganze Brisanz des Fußballs, es prickelt. Ich bin auch nicht genervt, aber ich kann als Fußballlehrer, der eine Mannschaft durch eine ganze Saison führen will, nicht verstehen, warum ein einzelnes Spiel eine so herausgehobene Bedeutung hat.“

Allgemein sieht er auch bei der bundesweiten Derby-Rivalität die große Gefahr, dass die Gesamtziele nicht aus den Augen verloren werden dürfen. Auch wenn er an seinen wunderbaren Treffer aus dem Jahr 1991 im Derby gegen den SV Meppen immer wieder gerne zurückdenkt, wie er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ verraten hat: „Mag sein, aber den Freistoß hätte ich auch reingehauen, wenn es nicht die Meppener gewesen wären … Natürlich, das Tor gegen den BVB – ich hab’s mir gestern bei „YouTube“ noch mal angesehen – war eine tolle Sache, aber so gepackt war ich schon damals nicht vom Derbyfieber. Nehmen wir mal diese Saison: Schalke hat zwar das Derby in Dortmund gewonnen – aber den Sieg würden die jetzt liebend gern hergeben, wenn sie dafür die Position mit Dortmund tauschen könnten, oder nicht?“

Wollitz ist bundesweit als absoluter Motivationskünstler bekannt, der stets das Maximum aus seiner Mannschaft herausholen kann. Auch als Spieler stellte für ihn die Motivation kein allzu großes Problem dar. Mit ein wenig Unverständnis reagiert er deshalb auch auf die Aussage, dass ein Derby auch die letzten Prozent herauskitzeln könnte: „Ich habe das als Spieler nicht gebraucht und kann mich auch an keine Ansprache eines Trainers erinnern, die mich in diesem Sinn mitgerissen hätte. Mein Anspruch als Trainer ist anders: Ich will meine Mannschaft so begleiten, dass sie in jedem Spiel hoch motiviert und topkonzentriert ist. Da ist es wichtiger, ins Team hineinzuhorchen und mitzubekommen, was ihm gerade fehlt: Müssen neue Reize im Training her, oder ist es besser, die gewohnten Abläufe zu betonen? Braucht die Mannschaft eine besondere Ansprache, oder lässt man sie besser in Ruhe? Da sehe ich einen Trainer gefordert – und nicht darin, vor einem Derby markige Sprüche rauszuhauen.“

Seinen Spielern versucht er ähnliche Gedankengänge beizubringen, da allein schon die Tabellensituation mit dem Ziel Aufstieg Motivationshilfe genug sein dürfte. Er möchte seine Kicker auch in einem vergleichsweise eher uninteressant wirkenden Spiel wie gegen den SV Babelsberg voll motiviert sehen. Dies macht für ihn auch die echte Stärke eines Profis aus, dass immer und überall die Leistung vollbracht werden kann: „Die Spieler wissen, welche Anforderungen ich an sie stelle in der Vorbereitung – auf jedes Spiel. Wir sind auf einem Weg, wir schreiben an unserer Geschichte, die noch nicht zu Ende ist. Da kommt jetzt ein wichtiges Spiel, aber kein entscheidendes. Nach unserer Niederlage im Hinspiel lagen wir zwei Punkte hinter Münster, jetzt liegen wir sechs Punkte vor, wobei Münster ja ein Spiel in Rückstand ist.
Also werden Sie auch keine Extraprämie aussetzen für einen Sieg am Samstag?
“Nein, auf keinen Fall! Vielleicht werde ich das im Lauf der Saison noch tun, aber dann in einem Spiel wie gegen Babelsberg. Wer den Fußball wirklich kennt, weiß, wie schwer dieses Spiel mit all seinen Begleitumständen war. Oder auch das Spiel gegen die Stuttgarter Kickers nach zwei Niederlagen vorher – da habe ich eine emotionale Ansprache gehalten, mit einem klaren Ziel.“

Für die Osnabrücker-Anhänger ist dieses Duell bei den Preußen besonders emotional. Solch ein Sieg würde der treuen Fanseele richtig gut tun und zugleich einen wichtigen Schritt im Aufstiegskampf bedeuten. Trainer Wollitz appelliert in diesem Fall die richtigen Worte zu wählen: „Ein bisschen Spott und flotte Sprüche gehören dazu. Aber wenn es hasserfüllt wird, wenn die Beleidigungen richtig bösartig werden oder wenn es gar gewalttätig wird, kann ich damit nichts anfangen. Dass ein Derby für sie was ganz Besonderes ist, kann ich akzeptieren – aber ganz sicher nicht Transparente mit der Aufschrift „Derbyversager“.“ Gleichzeitig macht er jedoch auch deutlich, dass ein Auswärtssieg bei einem direkten Konkurrenten das erklärte Ziel sein wird. Und er unterstreicht die Bedeutung eines Dreiers: „Um da erst gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich will mit meiner Mannschaft in Münster gewinnen – so, wie wir jedes Spiel gewinnen wollen. Ein Sieg wäre ein wertvoller Baustein dieser Saison.“

Quelle: noz.de

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