Osnabrück erhält das Millionendarlehen - 3. Liga = "Intensivstation"

Rettung in letzter Sekunde. Das erklärt die Situation wohl am besten. Der Tabellenführer der 3. Liga, der VfL Osnabrück hatte bereits die Ausgliederung der Profifußballabteilung beschlossen und erhält nun das so wichtige Darlehen der Stadt Osnabrück.

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Osnabrück erhält das Millionendarlehen - 3. Liga =
Foto: dfb.de
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Die Insolvenz des VfL und ein weiterer damit verbundener Imageverlust der 3. Liga sind damit abgewendet, vorerst zumindest. Es war die Politiker, die mit dem Darlehen über 3,6 Millionen Euro dem VfL und dem DFB einen Bärendienst erwiesen. Mit dieser beachtlichen Finanzspritze kann der mit ca. 9 Millionen Euro verschuldete Verein weitermachen. Wichtig, und zwar für die gesamte Liga. Nach der Bekanntgabe der Insolvenz des Traditionsvereines Alemannia Aachen und den bekannten Finanzproblemen weiterer Klubs wird die 3. liga ohnehin bereits als "Intensivstation" bezeichnet.

"Es ist jetzt eine Brücke gebaut worden, über die der Verein gehen muss", kommentierte Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) die Mehrheitsentscheidung im Stadtrat vom vergangenen Dienstag.

Der Verein hat durch die Vereinbarung der Ausgliederung der Profifußballabteilung in eine Kapitalgesellschaft den ersten Schritt und die größte Voraussetzung für das Darlehen erfüllt. "Vor uns liegt noch ein harter Ritt", warnte der neue VfL-Präsident Christian Kröger.

Es ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Bis zum 28. Februar 2013 muss der Traditionsverein ein Sanierungskonzept vorlegen. Hierfür ist auch die sportliche Entwicklung des Vereins wichtig. Sollte es das Team um Claus-Dieter Wollitz gelingen, in die 2. Liga aufzusteigen, wäre dies ein wichtiger Schritt in die finanzielle Unbetrübtheit. Sollte das Projekt 2. Bundesliga allerdings scheitern, muss der niedersächsische Traditionsverein die Weichen auf Sparkurs stellen um weiter bestehen zu können. Mitunter wäre dieser Sparkurs dann zu Lasten der Jugendarbeit.

Doch die 3. Liga hat noch so manch weiteres Sorgenkind. Alle sind Bedacht darauf, die Geldprobleme mit dem Aufstieg und den damit verbundenen Mehreinnahmen auszugleichen. "Unser Verein hat Verbindlichkeiten. Die Konsolidierung ist nur in der zweiten Liga möglich", stellte Manager Oliver Kreuzer vom Karlsruher SC fest. Der KSC ist als Absteiger aus der 2. Liga von der Diskrepanz bei den TV-Geldern besonders getroffen, seien diese in der zweithöchsten deutschen Spielklasse doch so viel höher.

Auch Ulf Schott, der DFB-Direktor, der ansonsten immer um ein positives Image der dritten Liga bemüht ist, kann dieser Tatsache nicht wiedersprechen. "Da ist die Lücke von knapp sechs Millionen Euro an Fernsehgeld pro Zweitligist zu 700.000 Euro pro Drittligist gravierender", erklärte Schott.

Nach Angaben von Schott stehen der 3. Liga 12,8 Millionen Euro pro Saison zur Verfügung. Viel zu wenig für einige Vereine, besonders die, die aus höheren Ligen kommen, wie z. B. die Arminia aus Bielefeld. Diese Vereine bauen noch Schuldenberge aus "besseren Zeiten" ab, die mit derartigen Einnahmen nicht zu stemmen sind.

Neben Aachen und Osnabrück ist allerdings ein anderer Verein das drittgrößte Sorgenkind der Liga. Der FC Hansa Rostock steht auch auf sehr wackligen Beinen. "Wir haben ein negatives Eigenkapital von 6,6 Millionen Euro. Das ist für den FC Hansa einfach zu viel", sagte der seit 2010 amtierende Vorstandschef Bernd Hofmann. Die Hansa wurde auch erst zuletzt in allerletzter Sekunde durch ein millionenschweres Rettungspaket von Land, Kommune und Sponsoren vor dem finanziellen Ruin bewahrt.

"Jeder Verein muss ein Geschäftsmodell finden, das funktioniert", forderte Geschäftsführer Holger Sanwald vom 1. FC Heidenheim. Neben Heidenheim, die nach eigenen Angaben schwarze Zahlen schreiben, gibt es auch noch Preußen Münster, die ohne finanzielle Probleme dastehen und ihre Gewinne auch in Liga 3 steigern konnten. Diese hebt Schott natürlich auch gerne hervor. "Ich denke da in erster Linie an Fortuna Düsseldorf und Eintracht Braunschweig", sagte DFB-Direktor Schott.

Quelle: www.

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