Münster gegen sich selbst

Irgendwie war die Stimmung nach dem Spiel der Preußen gegen Darmstadt 98 sehr merkwürdig. Es scheint, als seien sportliche Themen wie die 1:2 Heimniederlage gegen Darmstadt in den Hintergrund gerückt und persönliche Probleme mit dem Vorstand stehen an der Tagesordnung bei den Münster-Fans ganz weit oben.

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Münster gegen sich selbst
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Schon seit Monaten gibt es einen schwellenden Konflikt zwischen dem SC Preußen Münster und seiner Anhängerschaft. Ein Konflikt, der die tiefen Gräben zwischen den beiden Seiten klar aufzeigt. Man muss sich wahrlich sorgen machen um den abstiegsbedrohten Traditionsverein, der sich selbst am meisten schadet. Diese offene Baustelle mit den inneren Problemen ist noch längst nicht geschlossen. Es deutet eher vieles darauf hin, dass sie immer größere Formen annimmt, die den gesamten Verein in eine kollektive Unruhe führen wird.
Seit neuester Zeit nehmen die Diskussionen zwischen Teilen des Münsteraner Publikums und dem SCP-Vorstand skurrile Züge an. So läuft derzeit einiges schief. Den eigentlichen Höhepunkt erlebte die Begegnung der beiden Drittliga-Aufsteiger am Samstag gegen 14 Uhr. Just als Referee Jan Seidel angepfiffen hat, wurde durch die Ultra-Fangruppierung Deviants lautstark und vehement „Vorstand raus“ posaunt. Ein Konflikt, der nun seinen absoluten Höhepunkt erreicht hat, so scheint es zumindest.
Ein Streitthema, welches jedoch auch den eigenen Verein spaltet, denn die große Mehrheit unter den 5.572 Zuschauern reagierte direkt mit einem Pfeifkonzert. Es stört das chronische Gerangel zwischen Opposition und Gegen-Opposition. Viele neutrale Betrachter wollen ein möglichst schnelles Ende.
Bestes Beispiel war folgende Reaktion: Als die Ultras während des Spiels ihre Forderungen mehrfach wiederholten, antwortete die Tribüne und Gegengerade direkt zurück mit der klaren Botschaft: „Ultras raus“. Ein Novum im Preußenstadion. Solch einen Zwist in der bisher heilen „Preußenfamilie“ hat es bis dato nicht gegeben. Die Entlassung vom beliebten Trainer Marc Fascher Ende Januar hat die ganze Situation enorm beschleunigt. Für die Deviants sind die Übeltäter mit den Vereinsoberen schon längst gefunden. Dies bringen sie auch regelmäßig bei Punktspielen mit Plakaten und Gesängen zum Ausdruck.

Nach Aussage von Preußen-Sportvorstand Carsten Gockel wurde sich am Samstag auf einen Verzicht von Plakaten geeinigt. Die sahen die Deviants als klare Zensur an. Trotz der offiziellen Vereinbarung mit dem Verein hatten sie Spruchbänder mit der Aufschrift „wer zensiert hat Angst“ und „Wir würden Sie bitten zeitnah den Verein zu verlassen“, zu lesen. Dies wurde als klarer Affront gegen das Präsidium gewertet und deshalb auch vom Sicherheitsdienst und der Polizei vor dem Spiel einkassiert.

Der neue Coach Pavel Dotchev war die Verwunderung über die merkwürdigen Vorgänge auf den Rängen deutlich anzumerken. So fragte er auch rhetorisch: „Wir brauchen doch die Fans gemeinsam für unsere Sache?“
Auch den Gesten von Kapitän Stefan Kühne war seine Stellung zu den internen Querelen sehr gut zu entnehmen. Schon vor mehreren Wochen hat er sich in einem kontrovers geführten Dialog mit den eigenen Fans zu einem Ende dieser endlos andauernden Streitigkeiten aufgerufen. Auch im FanPort, wo nach dem Spiel mächtig weiterdiskutiert wurde, fanden die verletzten Spieler Daniel Masuch und Patrick Kirsch klare Worte. So erklärten sie in aller Vehemenz, dass die Mannschaft von dieser diskutablen Stimmung im Stadion genug hätte.

Quelle: wn.de

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