Karlsruher SC: Verlust von wichtigen Leistungsträgern muss beim Erfurt-Spiel kompensiert werden

Eine stattliche Anzahl von zwanzig Begegnungen in Serie konnte zuletzt der Drittliga-Aufstiegskandidat in seiner Spielklasse ohne Niederlage bleiben. Diese wahrlich stolze Ausbeute wurde mit der 1:2-Auswärtsniederlage bei der SpVgg Unterhaching am letzten Spieltag jäh unterbrochen. Nun möchte der badische Traditionsverein mit einem Auswärtssieg am morgigen Mittwochabend bei Rot-Weiß Erfurt dafür sorgen, dass der Aufstieg wieder ein Stück weit realistischer erscheint. Das absolute Highlight wäre der Aufstieg sicherlich als Drittliga-Meister.

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Karlsruher SC: Verlust von wichtigen Leistungsträgern muss beim Erfurt-Spiel kompensiert werden
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Kauczinski: „Jetzt sind wir froh, dass wir es so schnell wiedergutmachen können“
Vor der Pleite im Münchener-Süden musste sich das Team von Trainer Markus Kauczinski zuletzt im September 2012 im Spiel gegen Wacker Burghausen geschlagen geben. Danach begann die unglaubliche Serie, die den KSC aus der Abstiegsregion bis an die Tabellenspitze geführt hat. Am heutigen Dienstag auf der traditionellen Pressekonferenz erklärte der Karlsruher-Fußballlehrer dazu: „Leider ist unsere Serie gerissen. Jetzt sind wir froh, dass wir es so schnell wiedergutmachen können.“

Kauczinski: „Die Mannschaft wird anders auftreten“
Zugleich betont er: „Die Mannschaft wird anders auftreten. Die Jungs haben verstanden, dass sie absolute Konzentration brauchen, um jeden Gegner zu schlagen." Mit dem Tabellen-15. aus der thüringischen Landeshauptstadt erwartet er einen Kontrahenten, der „um jeden Meter Boden kämpft.“ Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass das Nachholspiel des 30. Spieltags besonders hart umkämpft sein wird.

Calhanoglu spielt in Erfurt nicht mit
Nicht mitspielen werden neben Sebastian Schiek und Manuel Bölstler beim Spiel gegen den Abstiegskandidaten auch Danny Blum. Der 22-Jährige muss sich mit einer Mandelentzündung herumplagen und konnte deshalb bisher nur Lauftraining absolvieren. Auch der routinierte Steffen Haas hat offensichtlich massive Probleme körperlicher Natur. Er hat massive Rückenschmerzen, die er schnellstmöglichst auskurieren möchte. Bis zum morgigen Mittwochabend bleibt eine Teilnahme für ihn jedoch Wunschgedanke. Dafür wird der nicht minder erfahrene Dominic Peitz wahrscheinlich anspielen. Der ehemalige Rostocker hat zuletzt nach seiner Einwechselung für spürbare Sicherheit im Defensivbereich sorgen können. Neben seiner enormen Präsenz wusste er mit Kopfball- und Zweikampfstärke zu überzeugen. Nach „ka-news.de“ Informationen wird beim Gastspiel in Erfurt mit Spielmacher Hakan Calhanoglu auch Karlsruhes bester Spieler fehlen.

Wichtiges Gespräch beim Innenministerium
Auch abseits des Rasens ist der Karlsruher SC in die Schlagzeilen geraten. Konkret geht es dabei um die zwei Wochen zurückliegenden Ausschreitungen, die sich im badischen Fußball-Pokal ereignet haben. Nun gab es eine rund zweistündige intensive Kommunikation zwischen Innenminister Reinhold Gall (SPD) mit Vertretern der Polizei und Mitarbeitern der betroffenen Vereine, um diese Problematik aufzuarbeiten. Am gestrigen Montag nahmen vom KSC Ingo Wellenreuther, Sportdirektor Oliver Kreuzer und der Sicherheitsbeauftragte des Vereins Holger Brandenburg teil. Auch Steffen Künster vom Regionalligisten SV Waldhof Mannheim hat an dieser wichtigen Unterhaltung teilgenommen.

Innenminister Gall berät die Vereine
Klare Worte sprach der Innenminister gegenüber dem KSC. So ließ er nach Angaben des Ministeriums verlauten, dass Stadionverbote zukünftig härter sanktioniert werden sollten. Auch Vereinsausschlüsse sollten in besonders schweren Fällen angedacht werden. Dem SV Waldhof empfahl Gall, dass eine engere Zusammenarbeit mit der Polizei angestrebt werden sollte.

„Der KSC wurde ausdrücklich für seine Fanarbeit gelobt“
KSC-Boss Wellenreuther machte gegenüber den „ka-news“ deutlich: „Das Gespräch war ein reines Informationsgespräch und ist gut verlaufen, der KSC wurde ausdrücklich für seine Fanarbeit gelobt.“ Und in einer Presseerklärung ließ er mitteilen: „Unser 15-Punkte-Maßnahmenkatalog, der schon weitestgehend umgesetzt ist und praktiziert wird, stößt beim Ministerium und bei der Polizei auf sehr positive Resonanz. Der von uns eingeschlagene Weg mit einem lebendigen Dialog mit unseren Fans ist also nicht nur in unseren Augen ein Erfolgsmodell.“

KSC-Boss: „Gewalt und Pyrotechnik hat bei uns nichts verloren“
Grundsätzlich fand diese Unterredung Zustimmung auf beiden Seiten. Allerdings weist der Zweitliga-Aufstiegskandidat die Kritik des Ministeriums scharf zurück, dass die Stadionverbote zu schnell wieder aufgehoben würden. Dazu sagt Wellenreuther: „Eine nackte Zahl in einer Statistik, die uns hier vorgehalten wird, hat nur eine sehr geringe Aussagekraft. Wir betrachten hier jeden Einzelfall genau und reagieren dann Tat- und Schuldangemessen. Dies beinhaltet auch ein aufwändiges Anhörungsverfahren seitens des Vereins in jedem einzelnen Fall, um das jeweils richtige und angemessene Strafmaß zu finden. Hier nimmt der Verein auch soziale und erzieherische Aufgaben wahr.“ Für ihn ist jedoch auch absolut verständlich: „Klar ist aber auch: Gewalt und Pyrotechnik hat bei uns nichts verloren, das wissen auch unsere Fans. Dagegen werden wir ohne Wenn und Aber immer mit aller Härte vorgehen.“

Wellenreuther lobt die eigenen Anhänger
Eine besonders große Bedeutung ist für ihn zweifelsfrei der Dialog mit den eigenen Anhängern. So findet er auch lobende Worte zum bisherigen Verhalten der Karlsruher-Anhänger. In der bisherigen Spielzeit war das Fehlverhalten einiger KSC-Chaoten die fast schon rühmliche Ausnahme. Primär überzeugen die treuen Fans des ehemaligen Bundesligisten durch eine beeindruckende Unterstützung, die bei vielen Vereinen in der Bundesrepublik nachahmenswert erscheint. Deshalb lobt der KSC-Boss die Fans auch, wenn er sagt: „Die faire Behandlung des Fans ist der Schlüssel zum Erfolg im Rahmen des Dialogs, den wir praktizieren. Und das positive Verhalten unserer Fans über die gesamte Saison hinweg als Ergebnis dieser Arbeit zeigt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Deshalb ist die Fortführung des eingeschlagenen Weges aus unserer Sicht die einzig richtige Konsequenz.“

Schaden von 600.000 Euro
Nach dem badischen Pokalviertelfinale zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem Karlsruher SC, welches der Drittligist Ende März souverän mit 2:0 gewinnen konnte, kam es zu massiven Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fanlagern. Insgesamt warn circa 1250 Polizeibeamte vor Ort. Zwei davon sind verletzt worden. Nun hat das Innenministerium die Kosten auf rund 600.000 Euro veranschlagt. Ursprünglich war von einer deutlich höheren Summe von rund drei Millionen Euro die Rede.

Quelle: ka-news.de


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