Fittere Spieler als Erfolgsfaktor des MSV Duisburg

Wenig konstant und vor allem auch selten gut waren die Vorstellungen von Kevin Wolze in der abgelaufenen Spielzeit beim Fußball-Drittligisten MSV Duisburg. Nun zeigt der 24-Jährige deutlich mehr Selbstvertrauen in seinen Aktionen und hat dies mit einem wunderschönen Freistoß zum 3:1-Auswärtssieg beim FC Hansa Rostock eindrucksvoll unter Beweis stellen können. Mit dieser neuen mentalen Stärke hat der ehemalige Wolfsburger in der bisherigen Erfolgssaison der Meidericher einen ganz wichtigen Part einnehmen können.

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Fittere Spieler als Erfolgsfaktor des MSV Duisburg
Foto: Huebner/Lemke‏
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Bohl taktisch und fußballerisch clever

Zur Situation beim Traumfreistoß kann Wolze ehrlich gegenüber „derwesten.de“ berichten: „Ich habe mich in der Situation gut gefühlt und gesagt: Den mache ich.“ Auch sein Mitspieler Steffen Bohl konnte mit einer bisher glänzenden Spielzeit überzeugen. Neben seiner enormen Erfahrung, wodurch er schwierige Spielsituationen leicht lösen kann, konnte er auch mit seiner enormen taktischen Flexibilität glänzen. So kann er aufgrund seiner taktischen und fußballerischen Stärken sowohl im defensiven Mittelfeld, als auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden. Eine echte Stärke, die dem Spiel des langjährigen Bundesligisten sichtlich gut tun kann. Auch sein Coach Gino Lettieri findet lobende Worte für den 30-jährigen Routinier: „Steffen hat die Gegner eng markiert, seine Kopfballstärke eingebracht und dafür gesorgt, dass hinten nichts mehr angebrannt ist.“

Meißner mit einigen Wacklern

Nicht ganz so stabil wie Bohl agierte unterdessen Thomas Meißner, der ein etatmäßiger Innenverteidiger ist und in der einen oder anderen Situation etwas wacklig gewirkt hat. Für seinen Coach stellt dies überhaupt kein Problem dar: „Das kommt vor und ist kein Problem. Thomas war dafür in den vergangenen Wochen sehr stabil.“ Lettieri ist Fachmann genug, um zu wissen, dass auch spielerisch schwächere Vorstellungen bei seinen Spielern möglich sind. Die Basis, die immer für den Trainer klar ersichtlich sein muss, sind eine notwendige Einsatzfreude und die Bereitschaft.

Hohe Qualität im MSV-Kader

Der eingangs erwähnte Kevin Wolze konnte beim knappen, mühsam erarbeiteten Derby-Sieg gegen Borussia Dortmund II eine starke Leistung an den Tag legen. Auch zuletzt gegen den FC Hansa Rostock hat der Linksfuß zweifelsfrei zu den besseren Duisburger-Spielern gezählt. Nun hat Steffen Bohl die enorme Qualität und Quantität im MSV-Kader als eine erhebliche Stärke betrachten können, wie der aus Cottbus verpflichtete Spieler nun zu berichten weiß: „Bei uns ist Zlatko Janjic während der Partie verletzt ausgefallen, trotzdem haben wir das weggesteckt. Branimir Bajic hat sein erstes Spiel in der Verteidigung gemacht und top gespielt. Christopher Schorch kam in der Endphase rein, war sofort voll da. Bei uns kann nun mal nicht jeder spielen.“ Die mannschaftliche Geschlossenheit soll einen ganz wesentlichen Erfolgsfaktor darstellen, damit am Ende vielleicht sogar der Aufstieg zählt. Bohl erklärt dazu: „Umso wichtiger ist es, dass jeder funktioniert und wir als Team auftreten.“

Bessere Fitness als letztes Jahr

Die Moral ist beim MSV Duisburg ebenfalls ansprechend, denn nach einem Rückstand konnte ein Auswärtssieg verbucht werden, was für den langjährigen Spieler des 1. FC Kaiserslautern keine Seltenheit darstellt: „Wir wollten in Rostock gewinnen, das hat man deutlich gemerkt. Wir sind kürzlich in Unterhaching nach einem Rückstand zurückgekommen, jetzt ist es uns wieder gelungen. Das liegt zum einen am Selbstvertrauen, zum anderen daran, dass wir richtig fit sind.“ In der Saison-Vorbereitung ist intensiv an den Defiziten gearbeitet worden, denn im letzten Jahr gab es zu Saisonbeginn aufgrund der verkürzten Vorbereitung das eine oder andere Fitnessproblem. Diesmal haben die Duisburger noch genügend Körner, um auch in der Schlussphase die notwendigen Treffer erzielen zu können. In der letzten Spielzeit war dies noch deutlich anders, da häufig Gegentreffer in der Schlussphase fielen und dadurch unnötige Punktverluste hingenommen werden mussten.

Wolze beim VfL Wolfsburg ohne echte Chance

Die grundsätzliche Kader-Qualität hat sich durch die Neuzugänge noch einmal merklich verbessern können. Auch die Spieler, die in der letzten Spielzeit eine eher durchwachsene Bilanz vorzuweisen hatten und wenig Konstanz an den Tag legten, siehe Wolze, konnten durch den frischen Wind der Neuzugänge und durch eine gezielte Vorbereitung ihr Leistungspotential deutlich verbessern. Kevin Wolze etwa hat mit seinem Freistoß den psychologisch wichtigen 1:1-Ausgleich erzielen können. Wolze hat einen Grund dafür erkennen können: „Ich versuche, meine Leistung zu bringen und der Mannschaft zu helfen. Wenn ich fit bin, klappt das natürlich leichter. Im Vorjahr habe ich die kurze Vorbereitung gespürt.“ Beim VfL Wolfsburg ist Kevin Wolze fußballerisch hervorragend ausgebildet worden. Letztlich hat er sich gegen diese gewaltige Konkurrenz im Kader des Bundesliga-Spitzenteams nicht richtig durchsetzen können.

„Wir sind gefestigter als letzte Saison“

Wolze hat seinen Platz in der linken Viererkette durch starke Leistungen für sich verbuchen können. Er kann gegenüber „derwesten.de“ mögliche Erfolgsrezepte verraten, wenn er zu berichten weiß: „Ich mache mir keine Platte, behalte auch nach einem schwachen Spiel den Kopf oben und gehe mit breiter Brust auf den Platz. Wir sind gefestigter und breiter aufgestellt als letzte Saison. Gegen die U 23 des VfB Stuttgart wollen wir unsere tolle Serie ausbauen.“

Wenig Torgefahr bei Ex-Vereinen

Nico Klotz ist eigentlich Mittelfeldspieler, doch hat zuletzt auch eine Leidenschaft für Treffer entwickeln können. So hat er zuletzt sogar schon seinen vierten Saisontreffer erzielen können. Eine Bilanz, die Hoffnungen macht. Der 28-Jährige hat bei seinen ehemaligen Vereinen in Sandhausen oder Paderborn nicht wirklich als Torschütze in Erscheinung treten können. Bei seiner Station beim FC Erzgebirge Aue in der Spielzeit 2010/11 hat er immerhin vier Treffer erzielen können. Genauso viele wie aktuell. Allerdings hat er diese in einer ganzen Saison erzielt, während aktuell erst ein Drittel der Spielzeit vorbei ist. Ein neuer persönlicher Rekord kann daher absolut realistisch werden.

In jedem dritten Spiel ein Klotz-Treffer

Beim MSV Duisburg hat er mit vier Treffern in zwölf Partien in jedem dritten Spiel getroffen. Hochgerechnet könnte er am Saisonende auf zwölf Tore kommen, wenn er seine Quote so beibehalten kann. Eine echte Premiere in seiner nunmehr rund ein Jahrzehnt langen Karriere hat es zuletzt beim 3:1-Auswärtserfolg beim FC Hansa Rostock gegeben, als Klotz gegenüber der „Bild-Zeitung“ jubilierte: „Ein ganz neues Gefühl für mich.“ Auch MSV-Manager Ivica Grlic zeigt sich gut gelaunt, denn auch er weiß, dass die mannschaftliche Geschlossenheit eine ganz wesentliche Erfolgskomponente sein wird: „Es werden auch wieder Rückschläge kommen. Nur wenn wir ans Maximum gehen, können wir uns mit weiteren Siegen belohnen!“

Quelle: derwesten.de


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