Endspurt in der 3. Liga - wer holt sich die Relegation?

Mittlerweile hat sich die 3. Liga eingespielt und etliche Ränge sind relativ sicher verteilt. Der SC Paderborn jagt seine Gegner mit Pauken und Trompeten vom Platz und steht mit 11 Punkten Vorsprung auf Platz 3 bereits ziemlich garantiert in der zweiten Liga. Auch Magdeburg hält locker mit und ist seit dem Nachholspiel gegen Jena, welches die "Magdeburger Jungs" mit 5:1 gewannen, nahezu aufgestiegen. Die beiden Teams dürften nur noch die Meisterschaft unter sich ausmachen. Interessanter ist das Gerangel um den Relegationsplatz und, mit Abschnitten, um den Platz vier. Dieser Artikel schaut sich die Lage einmal an.

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Endspurt in der 3. Liga - wer holt sich die Relegation?
Foto: Foto Huebner
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Die Favoriten auf den Relegationsplatz

Punktetechnisch sind beide Teams weit von den ersten beiden Plätzen entfernt, doch halten sie ihre Verfolger gleichzeitig auf Abstand. Wehen Wiesbaden und der letztjährige Zweitligaabsteiger Karlsruher SC spielen den Relegationsplatz mehr oder weniger unter sich selbst aus. Was jedoch trotz des KSCs markanter Serie gar nicht so einfach zu sein scheint. Immerhin hätten das Team am 34. Spieltag endlich an Wiesbaden vorbeiziehen können, hatten die Hessen doch am Vortag gegen Magdeburg verloren. Der KSC ließ die wichtigen Punkte trotzdem ziehen und kam gegen Rostock nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Und damit ergibt sich für die letzten vier Ansetzungen auch ein interessantes Bild:

  • KSC - mit einem Auswärtsspiel in Zwickau geht es für den KSC weiter. Das Spiel sollte zu bewältigen sein, ebenfalls sollte es gewonnen werden. Denn am 36. Spieltag kommt kein anderer als der SC Paderborn in den tiefen Süden - und die Paderborner wollen die Meisterschaft für sich holen. Die Spiele in Aalen und zu Hause gegen Jena hingegen dürften für die Karlsruher keine große Hürde sein. Zu früh freuen darf sich dennoch niemand, denn:
  • Wiesbaden - der Spielplan dieser Saison sagt, dass Wiesbaden jeweils eine Woche später gegen die Gegner des KSC spielt. Was aus Karlsruher Sicht wohl am 35. Spieltag bedeutet, dass man den Rostockern die Daumen drückt, damit sie Wiesbaden vor heimischer Kulisse schlagen. Gegen Paderborn hat Wiesbaden das schwerere Spiel, denn die Hessen müssen ins Sauerland reisen.


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Die Teams mit Minimalchancen

Rein rechnerisch könnten noch vier weitere Teams auf den Relegationsplatz kommen. Mit neun bis elf Punkten weniger auf dem Spielkonto ist der Sprung auf Platz drei jedoch mehr als unrealistisch, zumal die Teams teils gegeneinander oder aber gegen die Spitzenreiter spielen. Ein Überblick:

  • Fortuna Köln - die Kölner haben noch zwei echte Hämmer vor der Brust. Am 35. Spieltag kommen die Magdeburger, der letzte Spieltag wird mit Paderborn beendet. Dafür haben die Kölner drei Heimspiele und müssen auswärts nur noch bei Zwickau antreten.
  • Würzburger Kickers - die Kickers sind punktgleich mit Köln, haben aber ein schlechteres Torverhältnis. Mit Chemnitz, Lotte, Großaspach und Erfurt sind die letzten Gegner dieser Saison jedoch schlagbar.
  • Hansa Rostock - die Hanseaten haben zehn Punkte Rückstand auf Platz 3 und bewiesen im März sensationell, wie man eine hervorragende Ausgangslage zum Aufstieg verspielen kann. An den nächsten beiden Spieltagen könnten sie mit einem Sieg gegen Wiesbaden nicht nur dem KSC unter die Arme greifen, sondern sich selbst zumindest in Richtung Platz vier bringen. Weiter geht es mit dem direkten Konkurrenten aus Köln. An den letzten Spieltagen spielen die Rostocker gegen Halle und Chemnitz - traditionell eher heikle Gegner.
  • Unterhaching - die Hachinger haben elf Punkte Rückstand und kaum noch eine Chance. Möchten sie diese wahren, müssen sie am nächsten Spieltag unbedingt Paderborn schlagen, sonst hilft auch kein Taschenrechner mehr. Die letzten Gegner sind: Aalen, Jena, Osnabrück.


Größtenteils können die Clubs nur noch theoretisch auf den Relegationsplatz hoffen und selbst der wichtige Platz vier dürfte entweder von Karlsruhe oder Wiesbaden belegt sein. Dieser Platz wäre für Unterhaching und Würzburg jedoch besonders wichtig, denn beide Teams sind längst aus den Landespokalen ausgeschieden und haben somit die Chance auf den DFB-Pokal verspielt. Rostock und Köln hingegen stehen im Halbfinale des Lübzer-Pils-Cups beziehungsweise des Niederrheinpokals.

Wie sieht es in der Abstiegszone aus?

Der Kampf um den Klassenerhalt war in dieser Saison schnell erledigt. Allerdings anders, als es eigentlich passieren sollte, denn zwei der drei Abstiegsplätze gehen an Clubs, die Insolvenz anmelden mussten. Melden Vereine der dritten Liga Insolvenz im laufenden Spielbetrieb an, erhalten sie die Lizenz für die Regionalliga. Ohne einen Insolvenzantrag müssten die Vereine in den jeweiligen Landesligen neu beginnen. Und so sieht es aus:

  • Rot-Weiß Erfurt - der Drittligariese (Gründungsmitglied der dritten Liga) meldete im März Insolvenz an. Zuvor wurde dem Club bereits ein Punkt wegen unvollständiger Unterlagen abgezogen. Nach der Insolvenz kam ein Punktabzug, was dazu führt, dass Erfurt vor dem 35. Spieltag mit 13 Zählern weit abgeschlagen unten steht.
  • Werder II - die zweite Mannschaft der Bremer hat aktuell 12 Punkte Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz und ist somit praktisch abgestiegen. Allerdings besteht eventuell eine kleine Hoffnung. Sollte sich die Politik in Osnabrück durchsetzen und der VfL ebenfalls Insolvenz anmelden, bliebe Bremen drin.
  • Chemnitz - auch hier steht der Abstieg durch die Insolvenz fest. Aktuell haben die Sachsen 29 Punkte, doch steht der durch das Insolvenzverfahren übliche Punktabzug noch aus. Wird wie bei Erfurt gehandelt, verlieren die Chemnitzer noch neun Punkte.


Tolle Saison mit Desaster

Die Spitzenteams, teils viele Tore und tolle Spiele halten die Liga auch im Schlussspurt spannend. Doch bei all dem Abstand, den Paderborn und Magdeburg zwischen sich und den Verfolgern lassen oder der Spannung um Platz drei kann nicht außer Acht gelassen werden, dass die gesamte Liga nicht das Vorzeigebild des DFB, sondern ein abschreckendes Beispiel sein sollte. Auf Dauer ist das Konzept nicht tragbar und gerade ehemaligen Zweitligisten droht die Insolvenz, wenn nicht der direkte Wiederaufstieg gelingt. Denn auch Paderborn würde aktuell nicht um die Meisterschaft spielen, hätte 1860 letztes Jahr nicht Insolvenz anmelden müssen, weil sie sich die dritte Liga nicht leisten konnten.


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