DSC Arminia Bielefeld - Die Geschichte des Traditionsvereines

Die Historie des ostwestfälischen Vereins mit Portrait der "Alm"/Schüco-Arena

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DSC Arminia Bielefeld - Die Geschichte des Traditionsvereines
Foto: Arminia Bielefeld
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Vereinsgeschichte




1905-1918: Die frühen Jahre

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es im ostwestfälischen Bielefeld zwei Gesellschaftsvereine, die Teutonia und die Terpsichore. Sport wurde in diesen jedoch nicht betrieben und war in dieser gesellschaftlichen Schicht eher als „Banausenhaftes Verhalten“ angesehen. Diese beiden Vereine beschränkten ihre Aktivitäten viel mehr auf geselliges Beisammensein gut betuchter junger Leute, zum Beispiel bei Tanztees.

Im Dezember 1904 versuchten zwei zu gezogene Mitglieder des Vereines Terpsichore, der Niederländer Alwin Bohlen und der Bremerhavener Jonny Henningsen in ihrem Verein eine Fußballabteilung zu gründen. Der Antrag wurde jedoch mit großer Mehrheit abgelehnt.

Der Vorsitzende des Vereines, Emil Schröder, fand allerdings auf einmal Gefallen an dieser Sportart. Mit Bohlen und Henningsen versuchte er dann über Zeitungsanzeigen Gleichgesinnte auf zu treiben und für die Gründung eines Clubs zu begeistern.

Am 14. April 1905 im Restaurant Modersohn im Keller des alten Rathauses, wurde es dann beschlossen. 14 Anwesende gründeten am 03. Mai 1905 einen Fußballverein, den sie 1. Bielefelder Fußballclub Arminia nannten. Schröder wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Der Monatsbeitrag betrug eine Mark und die Vereinsfarben wurden Blau-Weiß-Schwarz.

Das erste Spiel des neu gegründeten Vereins fand auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz in der Stadtmitte statt und wurde gegen eine Osnabrücker Mannschaft geführt. Ein Ergebnis ist nicht überliefert, jedoch ist bekannt, dass die Arminia im Gegensatz zu den Vereinsfarben in Orangen Trikots spielte.

Der Club erntete rasch neue Mitglieder und nahm bereits im Herbst 1905 Kontakt zum DFB auf. Zuerst musste geklärt werden, wo die geografischen zwischen den Bezirken 1. BFC West- oder Norddeutschland gelegene Arminia denn nun zugeordnet wird. Der Westdeutsche Spielverband gründete daraufhin den Fußballbezirk Westfalen und nahm die Arminen auf.

Bereits 1906/07 nahm der Bielefelder Verein am Ligaspielbetrieb teil und spielte dabei gegen die Osnabrücker Vereine Teutonia, Olympia 1903 und FC 1899. Aus mehreren Fusionen ergab sich aus den Bielefelder Kontrahenten irgendwann der VfL Osnabrück.

In ihrer Debütsaison belegten die Arminen mit 6:6 Punkten und 7:7 Toren den dritten Platz.

In Bielefeld gründeten sich nun weitere Vereine, so dass von der Arminia ausgehend der Bielefelder Ballsportverband gegründet wurde. Auch 1907 schloss sich der FC Siegfried der Arminia an und somit hatten diese einen neuen Platz an der Kaiserstraße. Das neue Gelände wurde jedoch nach nur 5 Monaten von der Stadt beschlagnahmt, da die Arminia von finanziellen Problemen geplagt war.

Julius Hesse wurde zum neuen Präsidenten gewählt und ließ den Club umgehend ins Vereinsregister eintragen. Durch geschicktes Verhandeln mit den Gläubigern gelang Hesse sogar, die Schuldenlast des Vereins zu mildern.

1910 bekam die Arminia den Platz an der Pottenau. Dort ging das Debütspiel jedoch klar mit 1:4 an den Essener Sportbund verloren.

1912/13 gab es dann den ersten großen Bielefelder Erfolg zu feiern. Nachdem die Bielefelder erster in der A-Klasse Westfalen in ihrer Gruppe Ost wurden, stand ein Qualifikationsspiel zur westdeutschen Meisterschaft gegen den BV Dortmund 04 an. Dieses konnte man auch mit 5:1 für sich entscheiden. Als Westfalenmeister musste man sich dann im Halbfinale der westdeutschen Meisterschaft dem Düsseldorfer SC Union geschlagen geben. Da sich allerdings herausstellte, das beide Mannschaften zuvor im Viertelfinale gegen einen falschen Gegner angetreten waren, erklärte der westdeutsche Verband aus Zeitnot den Duisburger SpV zum Vertreter Westfalens bei der deutschen Meisterschaft.

Der Erste Weltkrieg stoppte den Bielefelder Höhenflug prompt. Währen der folgenden 4 Jahre spielte die Arminia nur noch auf Bezirksebene. 1916 und 1917 wurde die Meisterschaft im Bezirk Ravensberg-Lippe gewonnen.
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges stoppte den Höhenflug der Arminen. In den folgenden vier Jahren spielte der Verein nur noch auf Bezirksebene. Die Arminia gewann 1916 und 1917 die Meisterschaft im Bezirk Ravensberg-Lippe.


1918-1933: Die goldenen Zwanziger

Nachdem die erste Saison nach Kriegsende abgebrochen wurde, war der Betrieb in der eingleisigen Bezirksklasse Westfalen kaum zu tätigen. Da die Alliierten ein Reiseverbot verhängt hatten, konnte die Meisterschaft zur zum Teil ausgetragen werden. Arminia spielte 17 von 18 Spielen, FC Osnabrück 99 hingegen nur 8. Es folgte eine Bielefelder Fusion, die der Arminia mit der Turngemeinde 1848 Bielefeld. Das Bündnis, welches das Ziel verfolgte einen Großverein mit vielen Abteilungen zu schaffen, nannte sich dann TG Arminia Bielefeld.

Ein Jahr darauf wurde die Arminia zwar Meister der Ostgruppe der Kreisliga Westfalen. Jedoch um die Westfalenmeisterschaft gegen Preußen Münster durfte der DSC nicht antreten. Die Arminia wurde für drei Monate vom Spielbetrieb ausgeschlossen, da der Spieler Friemauth von Hammer SpVg mit illegaler Vorgehensweise abgeworben wurde.

Zwölf Monate darauf konnte der DSC doch noch sein Finale spielen. Nachdem man in der Bezirksklasse alle Spiele für sich entschied, war man punktgleich mit dem Kölner BC 01 auf dem ersten Platz. Das Entscheidungsspiel gewann Köln mit 2:1. Nur wenige Tage nach dieser Partie wurde das Endrundenspiel der Kölner gegen den Essener Turnerbund neu angesetzt. Begründet wurde dies durch eine falsche Spielberechtigung für den schottischen Verteidiger der Kölner, Gregor Smith. Köln trat nicht an und somit wurde das Spiel als Sieg für Essen gewertet.

Durch diese Vorkommnisse war die Arminia in der ausgebesserten Tabelle mit einem Punkt Vorsprung Meister und nahm dadurch an der Endrunde der Deutschen Meisterschaft teil. Allerdings war dort bereits im Viertelfinale in Karlsruhe Schluss. Gegen den FC Wacker München unterlag der DSC klar mit 0:5.

Neben den sportlichen Erfolgen gab es aber auch negative Schlagzeilen zu vermelden. Am 20. Oktober 1922 stand der Konkurs fest. Kurze Zeit darauf wurde der 1. Bielefelder FC Arminia gegründet. Auch der Bielefelder Turngemeinde 1848 wurde wieder Leben eingehaucht.

Jedoch blieben sich Turner und Fußballer weiterhin fremd. Durch die Neugründung der Stammvereine kam die Vereinsführung der angeordneten reinlichen Scheidung zuvor, die 1924 reichsweit zig Vereine spaltete.

1922/23 schaffte es die Arminia die Bezirksklasse ohne jeglichen Punktverlust abzuschließen. Bielefeld schaffte es auch, nachdem man Preußen Münster und Jahn Siegen bezwungen hatte, ins Finale der westdeutschen Meisterschaft vor zu rücken. Im Essener Uhlenkrugstadion hieß der Gegner TuRU Düsseldorf. Zur Halbzeit lagen die Arminen bereits 1:3 zurück, so dass die Rheinländer die Weichen bereits auf Sieg stellen konnten. Jedoch schafften es die Blauen eine Verlängerung zu erzwingen. Durch den Siegtreffer in der Verlängerung wurde die Arminia zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte Westdeutscher Meister. Zum ersten Mal wurde für die Anhänger ein Sonderzug zur Verfügung gestellt.

Das Viertelfinale der deutschen Meisterschaft wurde gegen den SC Union Oberschöneweide aus Berlin in Bochum ausgetragen. Die Partie wurde nach 2,5 Stunden torlos abgebrochen. Nun sollte die Entscheidung in Berlin fallen. In Berlin brachte Pohl die Arminia in der 85. Spielminute mit 1:0 in Front. Kurz vor Abpfiff konnten die Berliner jedoch noch den Ausgleichstreffer erzielen. In der Verlängerung erzielte dann Lux den Berliner Siegtreffer und der Traum der deutschen Meisterschaft war für Bielefeld geplatzt.

Bielefelds Spielmacher Walter Claus-Oehler wurde als erster Westfale überhaupt in die Nationalmannschaft einberufen. Sein erstes Spiel im Nationaltrikot absolvierte er dann am 10. Mai 1923 gegen Holland. Insgesamt machte er 2 Spiele für Deutschland in welchen ihm ein eigener Treffer gelang. 75 Jahre sollten vergehen, ehe wieder ein Spieler der Bielefelder Arminia für die Nationalmannschaft auflaufen sollte.

Ab 1923 war der sportliche Höhenflug auf nationaler Ebene erst einmal vorbei. Es gelang den Blauen zwar, noch 4 weitere westfälische Meisterschaften zu erringen, jedoch hatte die Arminia bei den westdeutschen Meisterschaften nicht mehr viel zu melden. Jedoch sollte die Arminia 1925 Rundfunkgeschichte schreiben. Das Auswärtsspiel gegen Preußen Münster, das Bielefeld mit 5:0 gewann, war das erste live im deutschen Rundfunk übertragene Fußballspiel.

Die zweite Hälfte der 20er Jahre brachte noch zwei bedeutsame Änderungen für den Verein mit sich. Im Januar 1926 wurde auf Anstreben des Tierarztes Mennerich die Umbenennung in „Deutscher Sportclub (DSC) Arminia Bielefeld“ beschlossen. Außerdem fand die Arminia mit dem Umzug auf „die Alm“ nach 21 Jahren wechselnder Spielstätten endlich eine endgültige Heimat. Mit einem Spiel gegen den SC Viktoria Hamburg wurde die neue Heimspielstätte am 01. Mai 1926 offiziell eröffnet.

Es folgte wieder eine finanzielle Krise für den DSC. 1928 erreichte der VfB 03 Bielefeld erstmals eine bessere Platzierung in der Abschlusstabelle als die Arminia. Durch den ausbleibenden sportlichen Erfolg gingen ebenfalls die Zuschauerzahlen zurück. Jedoch konnten die Geldsorgen durch Freundschaftsspiele gegen den Hamburger SV und den 1. FC Nürnberg unter Kontrolle gebracht und ad acta gelegt werden.

Erst 1932 gab es auch wieder aus sportlicher Sicht Grund zur Freude bei dem DSC Arminia Bielefeld. Nach einem 3:1 Erfolg über den VfL Osnabrück wurde der Westfalenpokal gewonnen.

Auch ein Jahr später standen die Arminen im Finale um die Westfalenmeisterschaft gegen die SpVgg Herten. Nachdem beide Spiele mit 2:2 endeten musst auf neutralem Boden, damals in Münster, eine endgültige Entscheidung her. Die Arminia entschied das Entscheidungsspiel mit 4:2 für sich und rückte ins Viertelfinale der westdeutschen Meisterschaft. Allerdings war das Viertelfinale gegen den SuS Hüsten 09 auch Endstation für Bielefeld.

Dass der Erfolg in Bielefeld Ende der 20er Jahre ausblieb hatte mehrere Gründe. Die Spieler wurden älter und kamen in die Jahre, unter ihnen machte sich auch eine gewisse Selbstzufriedenheit breit. Außerdem drängten die Arbeitervereine nach vorne. Diese „Proletenclubs“ wurden zu Beginn von den hochnäsigen bürgerlichen Vereinen eher misstrauisch begutachtet. Auf die Anfrage um ein Freundschaftsspiel an die Arminia von einem dieser Vereine, gab es als Antwort nur, dass dieser Verein doch „erst einmal Fußball spielen lernen sollte“. Dieses Antwortschreiben hing lange Zeit hinter Glas in der Geschäftsstelle des FC Schalke 04.


1933-1945: Arminia im Dritten Reich

Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten gab es auch Änderungen im Fußball. Statt 30 höchsten Spielklassen wurden 16 Gauligen eingerichtet, deren territorialer Zuschnitt sich nach den Gauen der Partei richtete. Die Arminia war eines der Gründungsmitglieder der Gauliga Westfalen, und zählte zu den Mannschaften die sich sportlich dafür qualifizierte. Die Dortmunder Zwangsfusion Sportfreunde 95 hingegen wurde wegen der Begründung aufgenommen, da die Stadt Dortmund ja einen Gauligisten bräuchte. Jedoch war in der vorherigen Saison keiner der Vereine in Dortmund erstklassig gewesen.

Die erste Saison verlief für die Arminen alles andere als gut. Mit nur 6 Pluspunkten stand am Ende der Saison als Tabellenletzter der Abstieg in die Bezirksliga Ostwestfalen fest. Nachdem man 1937 noch in der Aufstiegsrunde scheiterte, gelang der ersehnte Wiederaufstieg dann 1938.

Sportlich konnten die Bielefelder nun deutlich besser Schritt halten und sorgten für so manche Überraschung. Zum Beispiel konnte man dem Dauermeister Schalke 04 auf fremden Platz ein 1:1 abkämpfen. 1939/40 schaffte es die Arminia dann, sogar Vizemeister zu werden, obwohl man im Februar noch auf dem vorletzten Tabellenplatz stand. Ein Highlight dieser Saison war ein 8:2 Kantersieg gegen Borussia Dortmund. Diese revanchierten sich dann allerdings mit einem 10:2 auf der Bielefelder Alm. Der Arminia gelang auch das torreichste Spiel in der Gauliga. Gegen den Aufsteiger des VfL Altenbögge gelang in der Spielzeit 1941/42 ein 13:4 Sieg. In diesem Jahr gelang Bielefeld auch mit einem 2:1 Sieg in Schalke eine absolute Sensation.

Je länger der zweite Weltkrieg andauerte desto mehr Auswirkungen hatte er auf die Bielefelder Mannschaft. Immer öfter wurde die Mannschaft aus Jugendlichen, Fronturlaubern und Veteranen gebildet. Am 25. Juli 1943 ging die Arminia dann mit dem VfB 03 eine Kriegsspielgemeinschaft ein. Der „Bielefelder Fußballrest“ wurde in der Saison 1943/44 dann schließlich Letzter in der Abschlusstabelle. Nach der Saison wurde die Gauliga dann aufgelöst und durch drei Kriegs-Gauklassen ersetzt. Die Bielefelder Kriegsspielgemeinschaft bestritt jedoch nur noch ein Spiel gegen die SpVgg Union Herford, welches 1:1 unentschieden endete.

Die Zeit zwischen 1933 bis 1945 waren Teil eines der dunkelsten Kapitel der Vereinsgeschichte. Die Propaganda der Nationalsozialisten wurde auf Seiten der Arminia aktiv unterstützt. Der Verein äußerte sich wie folgt: „Wir begrüßen es aus innerster Überzeugung, dass nunmehr vom Führer eine klare Richtlinie gegeben ist, wie sich demnächst der gesamte Fußballbetrieb abwickeln wird. Eine Stellungnahme erübrigt sich, da wir uns voll und ganz dem Führergedanken untergeordnet haben.“

Jedoch war der DSC alleine mit seiner Regimeunterstützung. Der VfB 03 und andere Vereine hielten sich eher zurück. Karl Demberg wurde neuer Präsident der Arminia und mit ihm wurde ab 1934 das Führerprinzip umgesetzt. Jüdische Mitglieder wurden ausgeschlossen und hatten von dort an Hausverbot auf der Bielefelder Alm. Fritz Grünewald, der ein ehemaliges Vorstandsmitglied war, musste sogar seine goldene Ehrennadel wieder abgeben. Erst im Jahre 2003 sollte er diese wieder zuerkannt bekommen.


1945-1963: Auf und Ab nach dem Krieg

Die Stadt Bielefeld blieb weitestgehend im Gegensatz zu anderen Städten von Zerstörung verschont. Somit wurde bereits kurz nach Kriegsende die Arminia wieder neu gegründet. Kurzzeitig wurde sogar über eine Fusion des VfB 03 und der Arminia nachgedacht. Da aber beide Vereine ihre Tradition fortführen wollten, wurde diese Idee schnell wieder vergessen. Im Spätsommer 1945 wurde ein Treffen einberufen, in welchem von Vertretern aller 18 Vereine die zuvor in der Gauliga Westfalen spielten die Landesliga Westfalen als Provisorium gegründet wurde. Diese startete den Spielbetrieb dann am 17. Februar 1946. Der DSC wurde Vorletzter der Gruppe 2 und stieg dadurch in die Bezirksklasse ab.

Das Ziel sofortiger Wiederaufstieg wurde dann verpasst. Die Arminia erreichte gerade einmal den 5. Rang. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte war die Arminia dann auf Grund der Gründung der Oberliga West drittklassig geworden.

Jedoch sollte durch Karl Wunderlich, der von der SG Chemnitz als Trainer zur Arminia stieß, alles besser werden. Mit 41:3 Punkten und 112:29 Toren wurde die Arminia Meister in der Bezirksklasse, und dies ungefährdet. Allerdings konnte die Meisterschaft nicht besonders lange gefeiert werden. Auch aus Chemnitz gekommen, verschwieg Helmut Ullmann, dass er zwischenzeitlich noch in Hannover aktiv war. Nach damaligen Bestimmungen zog ein Wechsel von einer Besatzungszone zur Anderen eine sechsmonatige Sperre nach sich. Als Strafe wurden der Arminia 14 Punkte abgezogen. Dadurch stiegen nicht die Bielefelder, sondern der SC Oelde auf.

1948/49 wurde es dann kurios. Nach man bereits Spiele in der Bezirksklasse bestritten hatte, beschloss der Verband nachträglich die Aufstockung der Landesliga um 2 Teams, was für die Arminia das Nachrücken dorthin bedeutete. In der Landesliga wurde die Arminia dann auch sofort Gruppensieger und stand in den Aufstiegsspielen der SpVgg Herten und dem VfL Witten gegenüber. Nach der Runde waren alle drei Mannschaften punktgleich. Es fand dann eine Entscheidungsrunde auf neutralen Plätzen statt. Nachdem die Arminia Herten mit 3:1 in Gladbeck besiegte, spielte man dann in Münster gegen Witten. Durch ein per Kopf erzieltes Tor von Helmut Hasse gewann der DSC mit 1:0 und stieg damit in die Oberliga auf.

In der Oberliga folgte dann rasch die Ernüchterung. Die Mannschaft war einfach zu schwach für die höchste westdeutsche Spielklasse. Zwar konnte man gegen Schalke 04 mit 4:2 gewinnen, doch stand mit Platz 15 am Ende der Abstieg in die neu gegründete II. Division fest.

Jeglicher Versuch, in die Oberliga zurück zu kehren scheiterte. Die Arminia hatte es schwer, neue gute Spieler zu bekommen und die Eigenen zu halten. Da die Verdienste der Spieler festgeschrieben waren, unterschrieben diese bei Vereinen, die mehr Handgeld zahlten.

Zwar schaffte es die Arminia dann 1952 sich für die eingleisige II. Division zu qualifizieren, dennoch folgte der Abstieg in die Landesliga nach einer 1:4 Niederlage am letzten Spieltag der Saison 1953/54 gegen die SG Wattenscheid 09.

Nach dem Abstieg in die Drittklassigkeit verhandelte die Arminia einmal mehr mit dem VfB 03 bezüglich einer Fusion. Dieser machte allerdings im letzten Moment einen Rückzieher.

Die Arminia stagnierte dann in den folgenden Jahren in der dritten Liga, landete zwar immer unter den ersten 5, war aber nie wirklich ein Anwärter auf den Aufstieg. Dies sollte sich jedoch dann 1962 ändern.

Die Arminia wurde in diesem Jahr mit einem Zähler Vorsprung auf vor Germania Datteln Sieger der Nordoststaffel und spielte gegen den Sieger der Parallelstaffel, den BV Brambauer um die Westfalenmeisterschaft. Der DSC setzte sich mit 2:1 und 0:0 in der Gesamtwertung gegen seinen Kontrahenten durch und hatte endlich wieder sportlichen Erfolg.

Durch diesen Erfolg hatte sich die Arminia für die Aufstiegsrunde zur II. Division qualifiziert. Gegner in der Runde waren der Duisburger FV 08 und TuRa Bonn. Gegen die Bonner unterlag man mit 0:1, konnte aber Duisburg mit 2:0 besiegen. Bonn verzichtete dann auf den Aufstieg. Dadurch kehrte Bielefeld wieder in die zweithöchste deutsche Spielklasse zurück.

Der DFB beschloss die Gründung der Bundesliga zur Saison 1963/64. Unterbau sollten 5 Regionalliegen werden. Für diese Liga qualifizierten sich die ersten 8 der II. Division West.

Nach 20 Spieltagen war Bielefeld Vorletzter und hatte nur 14:26 Punkte auf dem Konto. Niemand glaubte mehr an die Qualifikation zur Regionalliga. Trainer Jakob Wimmer wurde entlassen und von Hellmut Meidt ersetzt. Unter ihm startete der DSC eine Serie. 8 der nächsten 9 Spiele sollten gewonnen werden. Am letzten Spieltag gewann die Mannschaft dann mit 4:1 gegen den Dortmunder SC 95 und sprang auf Rang 7 in der Tabelle. Wie immens wichtig dies Qualifikation für den DSC war, zeigt der Fakt, dass außer dem VfL Bochum kein anderer Verein, der die Qualifikation zur Regionalliga verpasste, wieder in den Profifußball zurück kehren konnte.


1963-1972: Das Erreichen der Bundesliga

Als Ziel für die erste Regionalligasaison wurde der Klassenerhalt gesetzt. Die Mannschaft, deren Altersdurchschnitt bei 23 Jahren lag, startete grandios und besiegte Hamborn 07 mit 6:1. Die Vorrunde lief recht erfolgreich, jedoch folgten die richtigen Rückschläge erst in der Rückrunde, unter anderem mit einer 8:0 Klatsche gegen den späteren Meister Alemannia Aachen. Trotzdem wurde die Klasse gehalten und am Ende stand der Aufsteiger aus Bielefeld auf Rang 11 in der Tabelle. In der darauffolgenden Saison konnte dieser sogar noch verbessert werden und man schloss auf Rang 5 ab.

Jedoch ließ die finanzielle Situation der Arminia nur Verstärkungen durch junge Talente zu. Dadurch stand auch 1966 nur der 10. Platz zu Buche. Allerdings konnte der DSC durch eine 3:2 Erfolg über Alemannia Aachen den Westdeutschen Pokal gewinnen.

Die Saison 1966/67 sollte jedoch weitaus besser verlaufen. Einer der Gründe für den Leistungsschub war der von Hessen Kassel zum DSC gelockte Angreifer Ernst Kuster, der zum erfolgreichsten Torjäger der Vereinsgeschichte werden sollte. Bis zum letzten Spieltag hatte die Arminia, die bereits Herbstmeister geworden war, die Chance auf einen der beiden ersten Tabellenplätze, die die Berechtigung mit sich gebracht hätte, in die Aufstiegsrunde zur Bundesliga vor zu rücken. Jedoch verlor die Arminia am letzten Spieltag mit 0:1 beim SV Wuppertal und belegte letztendlich nur Rang 3.

Parallel zum Erfolg stieg auch die Erwartungshaltung der Fans. Nachdem der DSC dann 4. Und 7. wurde, kam man zu Beginn der Saison 1969/70 nicht über das Tabellenmittelfeld heraus. Im November übernahm dann der Pole Egon Piechaczek die Trainerposition und führte die Mannschaft bis Mitte April zur Tabellenspitze. Am letzten Spieltag verlor der DSC aus taktischen Gründen gegen Bayer 04 Leverkusen, da die Konfrontation mit den Offenbacher Kickers vermieden werden sollte.

Die Aufstiegsrunde begann für die Arminen mit einem 1:0 Sieg beim „Dorfverein“ SV Alsenborn. Man lieferte sich ein Kopf an Kopf Rennen mit dem KSC. Am letzten Spieltag musste ein Bielefelder Sieg über Tennis Borussia Berlin her, um den Traum von der Bundesliga wahr zu machen. Die „Veilchen“, für die es um nichts mehr ging, bereiteten dem DSC arge Probleme. Jedoch erzielten dann Kuster und Stockhausen die so immens wichtigen Treffer für Bielefeld, die den Aufstieg in die Bundesliga bedeuteten.

In der ersten Saison in der Bundesliga hatte der DSC schwer zu kämpfen. Trotz riesiger Begeisterung im örtlichen Umfeld und dem mit 23.946 zweithöchsten Zuschauerschnitt der Liga schaffte die Arminia erst am 6. Spieltag gegen Hannover 96 den ersten Sieg in der Bundesliga. Obwohl man gegen den großen FC Bayern auch mit 1:0 gewinnen konnte, konnte man seinen Stammplatz im Tabellenkeller nicht verlassen. Es zeigte sich, dass durch die erst späte Qualifikation Nachteile auf dem Transfermarkt entstanden waren. Eine 0:5 Niederlage gegen die Offenbacher Kickers brachte den DSC zu einem fatalen Entschluss: Die Beteiligung am Bundesligaskandal durch Bestechung gegnerischer Mannschaften.

Am Ende der Saison stand die Arminia auf dem 14. Platz. Nur einen Tag nach dem Saisonende feierte Offenbachs Präsident Horst Gregorio Canellas seinen Geburtstag. Auf seiner Feier deckte er die Spielmanipulationen am Saisonende auf, was die Öffentlichkeit schockte. Die Bielefelder Seite leugnete, an solchen Schiebereien beteiligt gewesen zu sein. Als die Beweislast zu erdrückend wurde, legte DSC-Präsident Wilhelm Stute am 24 Oktober 1971 ein umfassendes Geständnis zum Manipulationsskandal ab.

Der DSC zahlte Schalke 04 40.000 Mark für den 1:0 Sieg am 28. Spieltag. Am 33. Spieltag wurde der VfB Stuttgart bestochen. Am letzten Spieltag flossen an die Berliner Hertha 200.000 Mark und der DSC Eintracht Braunschweig bot man ebenfalls 40.000 Mark für einen Sieg über Rot-Weiß Oberhausen. Als einziger gescheiterter Bestechungsversuch ist jener am MSV Duisburg bekannt.

Wegen Bestechung in 5 Fällen wurde die Arminia zur Saison 1972/73 in die höchste Amateurklasse zurück degradiert. Die laufende Saison durfte der DSC zwar noch fertig spielen, allerdings wurden die Ergebnisse nur für den Gegner gewertet.

Der DSC legte Berufung ein und das Urteil wurde in diesem abgeschwächt. Bielefeld musste nur in die Regionalliga absteigen und erhielt einen Punktabzug von 10 Zählern am Saisonende. Ein finanzieller Ruin konnte nur durch Transfers von Burdenski oder Roggensack abgewendet werden. Die Bielefelder Wirtschaft versagte dem mit einer Millionen Mark verschuldeten Verein allerdings vorerst die Unterstützung. Am Ende waren es die Fans der Arminia, die ihren Verein durch Spenden retteten.


1972-1980: Der Bundesligaskandal und seine Folgen

Die Saison 1972/73 war die reine Belastungsprobe für die junge Bielefelder Mannschaft. Lange Zeit spielten die mit 10 Zählern sanktionierten Arminen um den Klassenerhalt. Am Ende der Saison hatte man 11 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Der DFB wandelte daraufhin den Punktabzug in eine Geldstrafe um.

In der folgenden Saison ging es um die Qualifikation für die 2. Bundesliga, die als Ablöse für die fünfgleisige Regionalliga ab 1974 folgen sollte. Der DFB erstellte bekanntermaßen einen 5-Jahres-Schlüssel, durch welchen die Teilnehmer an der 2. Bundesliga ermittelt wurden. Durch die zwei Jahre Bundesligazugehörigkeit hatte die Arminia bereits einige Punkte gesammelt, allerdings war die Qualifikation kein Selbstläufer. Nach Regelung des DFB wären die letzten 3 der Regionalliga unabhängig von ihrem Punkteschlüssel sowieso nicht zu 2. Bundeliga zugelassen worden. Nach dem 20. Spieltag stand der DSC auf dem vorletzten Tabellenrang.

Zur Winterpause übernahm Rudi Fassnacht das Amt des Trainers. Mit Volker Graul und Jonny Hey wurden auch noch zwei weitere Spieler verpflichtet. Auf Grund der letzten zehn Spiele, in denen die Arminia ungeschlagen blieb, konnten sich die Bielefelder trotz Platz 14 für die 2. Bundesliga qualifizieren.

Mit 13 Spielen ohne Niederlage startete der DSC in die zweite Liga. Allerdings konnte der Aufstieg in die Bundesliga nicht realisiert werden. Die Arminia spielte 14 Mal unentschieden und ließ dadurch zu viele Punkte auf der Strecke. Volker Graul wurde durch seine 30 Tore zum Torschützenkönig. Dieser traf alleine gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst fünf Mal. Highlight der Saison war mit Sicherheit das Freundschaftsspiel gegen den spanischen Spitzenklub Real Madrid, für welchen zu dieser Zeit Günter Netzer und Paul Breitner aktiv waren. Der DSC unterlag mit 2:4 nur knapp den Königlichen.

Nicht ganz erfreulich verlief die Spielzeit 1975/76. War der DSC doch zeitweise an der Spitze der Tabelle wieder zu finden, stand am Saisonende nur ein neunter Rang auf der Tabelle fest. Karl-Heinz Feldkamp wurde neuer Trainer eingestellt, der der Mannschaft eine offensivere Ausrichtung verpasste. Mit Mit Uli Stein, Norbert Eilenfeldt und Christian Sackewitz kamen neue Spieler, die in den nächsten Jahren zu Leistungsträgern werden sollten. ´

Nachdem man nach einem2:0 gegen Schwarz-Weiß Essen Herbstmeister geworden war, stand am Ende der Saison noch der FC St. Pauli vor der Arminia, da diese schwach in die Rückrunde gestartet waren. Die Vizemeisterschaft brachte die Relegationsspiele gegen den TSV 1860 München mit sich, welche von Dramatik nur so strotzten. Die Arminia gewann das Hinspiel mit 4:0 und war schon als sicherer Aufsteiger angesehen. Jedoch schafften es die „Löwen“ tatsächlich, das Rückspiel mit 4:0 für sich zu entscheiden. Die Entscheidung sollte dann im Frankfurter Waldstadion fallen. Das Entscheidungsspiel gewannen die Münchener und somit verpasste der DSC den Aufstieg in die Bundesliga denkbar knapp.

Dieser Schock musste erst einmal verdaut werden. Dementsprechend verunsichert startete der DSC in die Saison 1977/78. Zur Saisonhalbzeit standen die Bielefelder nur auf dem 5. Platz. Jedoch war die Arminia in der Rückrunde so stark, dass sie sich durch einen grandiosen Schlussspurt mit 8 Siegen aus 9 Spielen die Meisterschaft und den damit verbunden Wiederaufstieg in die Bundesliga doch noch sichern konnte.

Die Aufstiegssaison begann gut. Nach einem Unentschieden gegen den MSV Duisburg und einen Sieg über Schalke 04 folgte ein 2:1 Sieg im DFB Pokal über den Hamburger SV.

Nach den guten ersten Ergebnissen folgte eine Durststrecke von 6 Spielen ohne Sieg, was das Aus für Milovan Beljin, den Trainer des DSC, mit sich brachte.

Nachfolger wurde Otto Rehhagel. Dieser brachte die Arminen bis zur Winterpause auf Rang 10 und mit einem sensationellen 4:0 Erfolg über den FC Bayern München stand wahrscheinlich einer der größten Erfolge der Vereinsgeschichte zu Buche. Auf diese sensationelle Vorstellung folgte eine sehr schwache Phase – aus den letzten 15 Spielen konnte die Arminia nur 2 mal als Sieger den Platz verlassen. Am Ende stand mit dem drittletzten Platz der erneute Abstieg fest.

Obwohl der Kader größtenteils zusammengehalten wurde, verlief der Saisonstart 1979/80 etwas holprig. Otto Rehhagel wechselte anschließen zu Fortuna Düsseldorf. Hans-Dieter Tippenhauer wurde neuer Cheftrainer des DSC. Unter ihm verbesserten sich die Bielefelder Leistungen und die Mannschaft konnte mehrere Rekorde aufstellen, von denen mancher noch heute gültig ist. 5 Spieltage vor Schluss wurde dann auch der direkte Wiederaufstieg unter Dach und Fach gebracht.

Einer der Rekorde war eine Tordifferenz von +89 (120:31 Tore). Ein Weiterer war eine Serie von 28 Spielen ohne Niederlage und währenddessen 12 Siege in Folge.

Auch der bisher höchste Sieg in der 2. Bundesliga konnte durch die Arminen in dieser Saison gefeiert werden. Am vorletzten Spieltag bekam Hannover 96 mit 11:0 eine richtige Abreibung verpasst.

Großen Anteil an den Ergebnissen der Rekordsaison hatte Bielefelds 100-Tore-Sturm der aus Christan Sackewitz (35 Tore), Norbert Eilenfeldt (30 Tore) und Gerd-Volker Schock (22 Tore) bestand.


1980-1985: Etablierung in der Bundesliga

Durch diesen souveränen Aufstieg ging Bielefeld optimistisch in die darauf folgende Bundesligasaison 1980/81. Allerdings startete man mehr als schlecht. 1 Punkt aus 6 Spielen bedeutete den letzten Platz. Anfang Dezember folgte dann der Rücktritt von Trainer Tippenhauer, der von Horst Franz ersetzt wurde. In der Rückrunde keimte jedoch wieder Hoffnung auf. Der DSC konnte 4 Heimspiele in Folge gewinnen und am 30. Spieltag folgte das „Wunder vom 9. Mai“. Der Konkurrent im Abstiegskampf, TSV 1860 München, war auf der Alm zu Gast. Diese führten bis zu 88 Minute mit 2:1. Die Bielefelder schafften es aber noch, die Partie mit 2 Toren zu ihren Gunsten zu drehen. Am Ende der Saison schaffte die Arminia den Klassenerhalt und wurde 15.

In der nächsten Saison musste der DSC auch wieder gegen den Abstieg kämpfen. Am 2. Spieltag kam es zu einem kleinen Eklat. Die Arminia spiele in Bremen gegen die Mannschaft von Ex-Trainer Otto Rehhagel. Eine üble Grätsche des Verteidigers Norbert Siegmann schlitzte den Oberschenkel von DSC-Akteur Ewald Lienen auf 30 Zentimetern Länge auf. Unter Schock stürmte dieser dann auf Werders Trainer Rehhagel zu und warf diesem vor, Siegmann zu diesem groben Foul animiert zu haben.

Die Wende zu Gunsten der Arminia gelang wiederum erst im Frühjahr als man erneut zur eigenen Heimstärke zurück fand und 6 Heimspiele in Folge für sich entschied. Am Ende stand man schließlich auf einem zufriedenstimmenden 12. Tabellenplatz. In jenem Jahr nahm die Arminia zum ersten Mal am Intertoto Cup teil. Wie auch bei den weiteren Teilnahmen 1984 und 1985 wurde der DSC 2. in der Gruppe.
Nach der Saison wurde Norbert Müller als erster hauptamtlicher Manager des DSC engagiert. Mit seinem Konzept, auf junge Talente zu setzen, wollte dieser die Arminen in der Bundesliga etablieren und auch in Richtung UEFA-Pokal schieben. Jedoch machte sich Müller durch die Entlassung des bei den Anhängern des DSC beliebten Trainers Horst Franz kaum Freunde. Er schaffte es auch, die komplette Mannschaft so sehr gegen sich auf zu bringen, dass diese nicht einmal mehr mit ihm reden wollte. Daraufhin wurde Müller dann entlassen.

Horst Köppel wurde Bielefelds neuer Trainer. Der junge Köppel hauchte dem Verein in der Offensive neues Leben ein und verhalf dem DSC zum besten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Zwischenzeitlich stand Bielefeld sogar an der Spitze der Tabelle. Die Mannschaft konnte zuvor drei Siege in Folge verbuchen. Am 05. November 1982 stand die Arminia immer noch auf Rang 6. An diesem Tag konnte die Arminia einen etwas traurigen Rekord aufstellen. Nachdem es zur Halbzeit gegen Borussia Dortmund noch 1:1 stand, kassierte die Arminia als bisher einzige Mannschaft in der Bundesliga 10 Gegentore in einer Halbzeit. DSC-Keeper Olli Isoaho ging als „Pannen-Olli“ in die Vereinsgeschichte ein.

In dieser Saison geriet Bielefeld nie wirklich in Abstiegsgefahr und stand am Ende der Spielzeit auf Platz 8. Besondere Leistungen wurden den Neuzugängen Gregor Grillemeier und Pasi Rautiainen bestätigt.

Nach dieser Saison verließ Köppel die Arminia in Richtung DFB. Sein Nachfolger wurde Karl-Heinz Feldkamp. Dieser setzte im Gegensatz zu seiner ersten Amtszeit auf ein Defensiv-Bollwerk, welches aus Dirk Hupe, Karl-Heinz Geils und Horst Wohlers bestand. Dieses war auch der Garant für die beste Bielefelder Bundesligasaison der Vereinsgeschichte und am Ende stand man wieder auf Platz 8.

Der sportliche Erfolg war zwar erfreulich, dennoch hatte die Saison auch ihre Schattenseiten. Kamen 1980/81 noch 23.000 Zuschauer auf die Alm, so waren es 83/84 gerade einmal 14.000 Zuschauer, was wiederum finanzielle Lücken aufwarf.Diese Lücken konnten nur durch den Verkauf von Leistungsträgern wie Gregor Grillemeier, Frank Pagelsdorf und Karl-Heinz Geils größtenteils geschlossen werden. Trotz der Abgänge war nicht nur der Verein, sondern auch das Umfeld optimistisch was die neue Saison anging und man hoffte auf einen Platz in der erweiterten Spitzengruppe. Allerdings blieben die Neuzugänge, bis auf Siegfried Reich der mit 18 Bundesligatreffern in einer Saison den Bielefelder Vereinsrekord aufstellte, weit hinter den Erwartungen zurück. Vom Verletzungspech verfolgt und durch die Querelen mit Manager Müller entnervt schaffte es die Mannschaft einfach nicht, den Kopf frei zu bekommen und ihre Leistung aufs Spielfeld zu bringen und stand deswegen die meiste Zeit der Saison irgendwo im Tabellenkeller. Am Ende musste man als Drittletzter in die Relegation gegen den 3. der 2. Bundesliga, den 1. FC Saarbrücken um den Klassenerhalt kämpfen.

Der Aufgabe gegen die saarländischen Hauptstadtkicker blickte der DSC optimistisch entgegen und bekamen gleich einmal eine 2:0 Niederlage in Saarbrücken verpasst. Im Rückspiel konnte die Anhängerschaft der Arminia dank des Treffers von Matthias Westerwinter zwar nochmals hoffen, wurde aber dann durch den Saarbrückener Ausgleich zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Der DSC musst nach 5 Jahren Bundesliga den bitteren Gang in Liga 2 antreten.


1985-1994: Tiefer Fall und Tristesse

Der Abstieg traf Bielefeld hart. Außerdem gab der Verein während der Bundesligazeit sechs Millionen Mark mehr aus, als eingenommen wurde. So häufte sich ein Schuldenberg von 3 Millionen Mark an. Dieser zwang die Arminia wieder einmal zum Verkauf seiner Schlüsselspieler, wie zum Beispiel Dirk Hupe. Dennoch konnte sich die Mannschaft bis zur Mitte der Rückrunde der Saison im Aufstiegsrennen halten. Jedoch folgte eine Serie von 5 Spielen ohne Sieg, die die Mannschaft letztendlich den Aufstieg kostete und Bielefeld Rang 4 bescherte.

Die sportliche und finanzielle Talfahrt hatte noch kein Ende gefunden. Hinzu kam nun noch das Verletzungspech, was bewirkte, dass die Arminia in der Saison 1986/87 nie in Bestbesetzung antreten konnte. Am 18. Oktober 1986 stand die Partie gegen den 1. FC Saarbrücken auf dem Spielplan. Der DSC verfügte nur noch über 7 gesunde Spieler. Der DFB erteilte ihnen aber auch keine Sondergenehmigung, dass mehr als 3 Amateurspieler eingesetzt werden dürfen. So musste der DSC mit nur 10 Spielern antreten. Nach 10 Minuten verletzte sich bereits Thomas Ostermann, der nicht ersetzt werden durfte. So spielte die Arminia mit 9 Mann gegen 11 Saarbrückener und konnte bis kurz vor Schluss ein 1:1 halten, musst sich aber dann doch mit 3:1 geschlagen geben. Zwei Wochen später lief sogar der eigentliche Torhüter Wolfgang Kneib gegen den VfL Osnabrück als Stürmer auf.

Am Ende der Saison wurde man doch noch 9. Jedoch machten die finanziellen Verhältnisse des Traditionsvereins wieder große Schlagzeilen. Im September 1987 ermittelte ein Wirtschaftsprüfer einen Gesamtschuldenstand von 4,5 Millionen Mark. Nach reichlicher Überlegung verzichte der DSC aber auf die Rückgabe der Lizenz und strebte einen Vergleich an. Die Gläubiger ließen dann von einem Großteil ihrer Forderungen ab und um die restlichen Schulden zu begleichen, wurden Benefizspiele gegen Bayern München, den 1. FC Köln und eine Zweitligaauswahl veranstaltet. Die Erlöse aus diesen Spielen gingen direkt an die Arminia.

Unter solch schlechten finanziellen Voraussetzungen konnte der Verein allerdings 1987/88 keinen konkurrenzfähigen Kader zusammen stellen und wurde am Ende der Saison Letzter, was den Abstieg nach 25 Jahren „bezahlten Fußballs“ in die Drittklassigkeit bedeutete. Nach 2 Trainerwechseln wurde die Saison unter dem erst 29 Jahre alten Ernst Middendorp zu Ende gespielt. Dieser Lehrer aus Rheine sollte sich noch als wahrer Glücksgriff heraus stellen.

Middendorp tauschte vor der kommenden Saison nahezu den gesamten Kader aus. Er bildete eine Mannschaft aus zahlreichen Talenten, die um Routiniers wie Wolfgang Kneib herum aufgebaut wurden. Die Talente waren zumeist aus der näheren Region. Beispiele hierfür sind Jörg Bode, Frank Geideck oder Thomas Stratos. Und überraschenderweise funktionierte Middendorps Plan. Der Erfolg kam zurück an die Alm und die Arminia führte lange Zeit die Tabelle der Oberliga Westfalen an. Erst Richtung Ende der Saison fing die Middendorp-Mannschaft an, nachlässig zu werden und unter dem Druck ein zu brechen. Der Konkurrent aus Münster kam immer näher. Am letzten Spieltag hätte dem DSC ein Unentschieden gegen den VfB Rheine gereicht, um den Meistertitel klar zu machen. Allerdings ging dieses Spiel mit 1:2 an Rheine.

In der nächsten Saison war die Arminia die dominierende Macht der Oberliga Westfalen und wurde mit 6 Punkten Vorsprung auf den TuS Paderborn-Neuhaus Meister und durfte dadurch an der Aufstiegsrunde teilnehmen. Nach zwei Siegen in Folge brachte eine Niederlage beim krassen Außenseiter der Aufstiegsrunde, dem TSV Havelse, die Arminen aus dem Konzept. Der DSC wurde anschließend nur 3. und der Nicht-Aufstieg war ein riesiges Desaster. Viele Leistungsträger verließen Bielefeld in Richtung Zweit- und Drittligaklubs.

Die folgenden vier Jahre sollten eine Zerreißprobe für die Nerven der Bielefelder Fans werden. Jedes Mal gelang ein toller Saisonstart und jedes Mal brach die Mannschaft im Winter oder im Frühjahr wieder ein. Zwischen 1990 und 1994 belegte die Arminia zwar immer einen Platz unter den ersten 5 der Liga, dennoch war immer eine große Distanz zwischen dem DSC und dem Meister. Auch Ernst Middendorp wurde im Herbst 1990 entlassen und Franz Raschid, Fritz Grösche und Ingo Peter versuchten vergeblich, die Weichen bei der Arminia wieder auf Erfolg zu stellen.

Tiefpunkte dieser Entwicklung war zum Einen der mit 2.320 Zuschauern niedrigste Zuschauerschnitt aller Zeiten in der Saison 1990/91 und zum Anderen ein Spiel beim DSC Wanne-Eickel. Die Spieler mussten sich von aufgebrachten Fans beschimpfen und bespucken lassen, weil deren Leistung so dermaßen daneben war.

In der Saison 1993/94 wurde durch einen 3. Platz die Qualifikation zur Regionalliga erreicht. Mehr Aufsehen als die sportlichen Leistungen der Arminia erregten zu dieser Zeit mehr die Verpflichtungen von Bundesligaprofis, wie Thomas von Heesen, Armin Eck, Jörg Bode und Fritz Walter. Diese Transfers wurden durch den als hauptamtlicher Manager tätig gewordenen Rüdiger Lamm.


1994-2004: Renaissance und Fahrstuhlzeit

Durch die hochkarätigen ging der von der Boulevardpresse „Arminia Vielegeld“ genannte Verein als haushoher Favorit in die Saison. Der größte Flop dieser Saison war die Verpflichtung von Wolfgang Sidka. Der neue Arminen-Coach schaffte es innerhalb kürzester Zeit die gesamte Mannschaft gegen sich auf zu bringen und Verließ die Arminia nach nur 4 Spieltagen. Sein Nachfolger wurde ein alter Bekannter, Ernst Middendorp. Diesem gelang es, aus dem Kader ein Team zu fordern.

Der DSC startete eine Aufholjagd und konnte dank dieser mit einem 4:0 Sieg über den Tabellenführer Rot-Weiß Essen und einem weiteren 4:0 Sieg am Ende der Saison bei Borussia Neunkirchen nach 7 Jahren 3. Liga endlich wieder in die 2. Bundesliga zurück kehren.

Die spektakulären Neuverpflichtungen blieben aber aus, wenn man von der Rückkehr der Torwartlegende Uli Stein absieht. Die Bielefelder konnten dann den Durchmarsch zurück in die Bundesliga perfekt machen.

Für die Saison 1996/97 wurde der frisch gebackene Europameister Stefan Kuntz nach Ostwestfalen gekauft. Für eine Ablösen von 2,5 Millionen Mark kam dieser vom türkischen Verein Besiktas Istanbul und war nach 73 Jahren wieder der erste deutsche Nationalspieler aus Bielefeld. Nachdem der DSC den Start etwas verpasste konnte man sich vor der Winterpause mit 3 Heimsiegen in Folge etwas Luft auf den Tabellenkeller verschaffen. Eine Entdeckung dieser Saison wurde Guiseppe Reina.

Vor der nächsten Saison machte die Arminia wieder durch zwei Verpflichtungen Schlagzeilen. Mit Ali Daei und Karim Bagheri wurden die ersten Iraner der Bundesligageschichte verpflichtet. Zur Saisonhalbzeit stand der DSC auf Rang 14, und konnte die Auswärtsschwäche durch starke Auftritte im eigenen Stadion gerade so noch kompensieren. In der Rückrunde gab es dann allerdings größere Probleme. Zwölf Spiele ohne Sieg katapultierten die Arminia auf den letzten Platz der Tabelle zurück. Ein Grund für diesen sportlichen Absturz war das zerstörte Verhältnis zwischen Stefan Kuntz und Ernst Middendorp, welches das Mannschaftsklima stark belastete. Die Lage spitzte sich immer weiter zu und auf der Rückfahrt des Auswärtsspieles gegen den Hamburger SV verfolgte Middendorp ein Interview mit Kuntz, dass diesen so in Rage brachte, dass er Ausstieg und die letzten 70 Kilometer mit dem Taxi nach Hause fuhr.

Der Abstieg war besiegelt und mit ihm auch der Rücktritt von Ernst Middendorp und Rüdiger Lamms. Thomas von Heesen übernahm dem Rest der jungen Saison das Traineramt und legte viel Wert auf eine offensive Ausrichtung. Davon profitierte der Neuzugang Bruno Labbadia, der mit 28 Treffern Torschützenkönig wurde. In der Rückrunde gingen nur 3 Spiele verloren und die Arminia konnte souverän Meister werden und war sofort nach dem Abstieg wieder aufgestiegen.

Durch eine erneute finanzielle Schieflage musste der DSC mit einem geringeren Etat planen und so in die neue Bundesligasaison starten. Als neuer Trainer wurde Herrmann Gerland vorgestellt. Die Arminia startete gut und verlor keines der ersten vier Spiele. Danach ging es allerdings steil bergab.

Die Arminia verlor 10 Spiele in Folge und stellte somit den Negativrekord von Tasmania Berlin und dem 1. FC Nürnberg ein. Neben dem Trainer Hermann Gerland wurde auch Bruno Labbadia heftig kritisiert. Dieser stellte in jener Saison ebenfalls einen Rekord auf. Er verschoss 3 Elfmeter in einer Saison.

Um die finanzielle Situation ein zu dämmen mussten einmal mehr viele Leistungsträger verkauft werden, darunter Silvio Meißner und Jörg Böhme. Zum Unmut der Anhänger hielt man an Gerland fest. Trotz 4 Siegen zu Saisonbeginn forderten die Fans den Rauswurf des Trainers. Elf Spiele ohne Sieg ließ die Arminia dann in die Abstiegszone rutschen. Nachdem Gerland entlassen war, sorgte Torwart Goran Curko für einen Eklat. Mitten unter einem Spiel zog dieser seine Handschuhe aus und zeigte den Zuschauern den Mittelfinger und verschwand dann in der Kabine. Der neue Trainer des DSC hieß Benno Möhlmann und dieser brachte mit Mathias Hain noch einen Torwart von Greuther Fürth mit. Erst gegen Ende der Saison konnte sich die Arminia auf Rang 13 retten. Einen großen Anteil daran hatte der bereits als Fehleinkauf abgestempelte 3 Millionen Mark Mann Artur Wichniarek. Dieser erzielte 18 Tore und wurde mit dem Reutlinger Olivier Djappa gemeinsam Torschützenkönig.

Die Saison 2001/02 hingegen lief deutlich besser. Mit Rüdiger Kauf und Ansgar Brinkmann verstärkte man sich gezielt und konnte auf Grund von 12 Heimsiegen und 20 Toren von Artur Wichniarek den Grundstein für den bereits 6. Aufstieg ins deutsche Fußballoberhaus legen. Dies machte aus Bielefeld den Rekordaufsteiger. Im Hintergrund wurde die Lizenzspielerabteilung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien ausgelagert.

Nach dem ersten Spieltag, als man den SV Werder Bremen mit 3:0 in die Knie zwang, war der DSC zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte Tabellenführer in der 1. Bundesliga. Zwischen dem 14. und 19. Spieltag verlor die Arminia kein Spiel und stand nach 28 Spieltagen mit 34 Punkten kurz vor dem Erreichen des Saisonzieles Klassenerhalt. Aber 2 Punkte aus den letzten 6 Spielen warfen die Arminen zurück und bedeuteten den erneuten Abstieg. Grund für die Unruhe in der Mannschaft war mitunter ein Prozess gegen Ansgar Brinkmann, der in einem Schnellrestaurant in eine Prügelei verwickelt worden war.

Die Saison 2003/04 sollte eine Achterbahnfahrt werden. Der DSC startete sehr schwach, konnte sich aber fangen und zwischenzeitlich sogar die Führung in der Tabelle übernehmen. Gegen Jahresende rutschte man dann aber bis auf den 8. Tabellenplatz zurück und das Ziel Wiederaufstieg war in weite Ferne gerutscht. Auch nach der Winterpause startete die Arminia schlecht und konnte aus den ersten 3 Spielen keinen einzigen Sieg holen. Benno Möhlmann musste seinen Hut nehmen und wurde durch Uwe Rapolder ersetzt, welcher einen Ruck durch die Bielefelder Mannschaft gehen ließ. Sechs Siege in Folge bildeten den Start einer enormen Aufholjagd, welche bereits am vorletzten Spieltag mit einem torlosen Remis gegen den VfL Osnabrück die Belohnung mit sich brachte. Der 7. Aufstieg ins Fußballoberhaus Deutschlands war perfekt. Neben dem Platz erregten Liquiditätsprobleme einmal mehr Aufsehen. Die Gehälter der Spieler wurden teilweise verspätet ausgezahlt.


2004-2009: Festsetzen in der Bundesliga/die Bayernjäger

Da die finanzielle Situation in Bielefeld mal wieder angespannt war, blieben die großen Verpflichtungen einmal mehr aus. Der Start war nicht gerade gut, aber dann schaffte es der DSC erstmals in seiner Vereinsgeschichte, drei Auswärtsspiele in der ersten Bundesliga hintereinander zu gewinnen. Delron Buckley erwies sich als lohnender Neuzugang und Patrick Owomoyela reifte zum Nationalspieler heran. Bis zur Winterpause kamen die Arminen auf insgesamt 24 Punkte. Nach der Winterpause schafften diese allerdings nur noch 4 Spiele zu gewinnen, darunter auch ein 3:1 Sieg über den deutschen Rekordmeister FC Bayern München. Vier Spieltage vor Saisonende konnte mit einem 3:1 Erfolg über den SC Freiburg dann der Klassenerhalt gesichert werden. Auch im DFB Pokal konnten die Arminen für Aufsehen sorgen. Erst im Halbfinale wurde der DSC durch den FC Bayern mit einem 2:0 zu Hause eliminiert. Trotz dieser glanzvollen Saison gab Trainer Rapolder bekannt, dass er in der nächsten Saison nicht mehr Teil des Trainerstabs des DSC Arminia Bielefelds zu sein. Er würde zum 1. FC Köln gehen. Auf Grund dessen beendete die Vereinsführung mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit dem Fußballlehrer. Die Nachfolge Rapolders übernahm der bis dahin als sportlicher Geschäftsführer tätige von Heesen.

In der Saison 2005/06 zeigte sich eine schreckliche Offensivschwäche auf Seiten der Arminia. 15 Spiele ohne eigenen Treffer sprechen Bände. Ein Grund dafür war mit Sicherheit der Wechsel von Delron Buckley zu Borussia Dortmund. Diesen konnte Bielefeld einfach nicht ersetzen. Obwohl die Arminia eine schreckliche Rückrunde spielte reichte es zum Schluss für Rang 13, was auf die Schwäche im Abstiegskampf zurück zu führen war. Besser lief es allerdings im DFB-Pokal. Der DSC erreichte dort wieder das Halbfinale und ein Sieg über Eintracht Frankfurt wäre gleichbedeutend mit der Qualifikation für den UEFA-Pokal gewesen, da der FC Bayern München die Teilnahme an der Champions League bereits inne hatte. Die Eintracht aus Frankfurt gewann jedoch in heimischer Spielstätte mit 1:0.

Nach dem wie immer schwachen Saisonstart schaffte es die Arminia mit 8 Spielen ohne Niederlage einen neuen Bundesligavereinsrekord auf zu stellen. Allerdings kam es im weiteren Verlauf der Saison 2006/2007 zu Problemen zwischen dem Vorstand und dem Trainer Thomas von Heesen, was sich verunsichernd auf die Mannschaft der Bielefelder auswirkte. Es folgten 14 Spiele, aus welchen nur ein einziger Sieg geholt wurde. Daraufhin wurde das Arbeitsverhältnis mit von Heesen beendet. Frank Geideck, der bis dato Co-Trainer gewesen war, übernahm die Mannschaft, rutschte mit dieser allerdings auf einen Abstiegsplatz ab. 9 Spiele vor Schluss kam es wieder zu einem Trainerwechsel. Es war Ernst Middendorp, der sich mal wieder der Arminia annahm und diese 4 Spiele in Folge zum Sieg führte. Er bewahrte Bielefeld vor dem Gang in die 2. Bundesliga und sicherte den Klassenerhalt.

„Bayernjäger“ nannte Middendorp seine Mannschaft, nachdem man aus den ersten 5 Spielen der Saison 2007/08 zehn Punkte ergattern konnte. Danach folgte eine schreckliche Talfahrt und deren Tiefpunkt war mit Sicherheit die 1:8 Niederlage gegen den SV Werder Bremen. Middendorps „Bayernjäger“ konnten das Leistungsniveau nicht halten. Middendorp wurde einmal mehr entlassen, nachdem man in Dortmund mit 1:6 untergegangen war. Detlev Dammeier, der vorübergehend neue Cheftrainer, sorgte mit einem 2:0 Heimsieg gegen den amtierenden Meister VfB Stuttgart immerhin für einen etwas versöhnlichen Jahresausklang. Ab 01. Januar 2008 übernahm dann Michael Frontzeck das Ruder. Auch er konnte das Abrutschen in die Abstiegsränge nicht verhindern. Es gab einmal mehr personelle Konsequenzen. Der sportliche Geschäftsführer Reinhard Saftig entlassen, Detlev Dammeier beerbte ihn. Am letzten Spieltag gelang der Arminia der Klassenerhalt. Durch Nürnbergs Niederlage in Schalke reichte dem DSC das 2:2 in Stuttgart zum Erreichen des rettenden Ufers.

In der Saison 2008/09 war es dann so weit. Mit den wenigsten Siegen und den meisten Unentschieden der Liga landete der DSC letztendlich auf dem letzten Platz und war zum 7. Mal aus der Bundesliga abgestiegen. Kurios war, dass Jörg Berger als Retter hätte fungieren sollen und am letzten Spieltag alles hätte herausreißen sollen. Nachdem das Unentschieden am letzten Spieltag aber nicht zum Klassenerhalt reichte, wurde die Zusammenarbeit bereits am nächsten Tag wieder beendet.

2009-heute: Runter bis zur 3. Liga

Durch den 7. Abstieg aus dem deutschen Oberhaus kam es zu einer riesigen Unruhe im Traditionsverein. Diese führten zur größten personellen Veränderung seit mehreren Jahren. Der gesamte Vorstand, welchem eine unstete Personalpolitik im Führungsbereich vorgeworfen wurde, trat gemeinsam zurück. Finanzgeschäftsführer Roland Kentsch wurde freigestellt. Als neuer Trainer kam Thomas Gerstner nach Bielefeld. Dieser verließ den Verein jedoch bereits wieder am 11. März 2010.

Hinzu kam noch eine Strafe, welche wegen Verstößen gegen die Lizenzierungsordnung vom DFB auferlegt wurde, in Höhe von vier Punkten Abzug sowie 50.000,- Euro. Die Schuldenprobleme Bielefelds waren auch auf 12 Millionen Euro gestiegen. Grund war der teure Ausbau der Osttribüne. Dieser kostete statt 8 satte 19 Millionen Euro. Der Verein erhielt dann doch noch die Lizenz, nachdem weitere Darlehen aufgenommen, Stundungen durchgeführt und Zahlungen von Sponsoren vorgezogen wurden. Trainer wurde Christian Ziege und mit Ralf Schnitzmeier wurde auch ein neuer Geschäftsführer präsentiert. Vorher wurde durch Wolfgang Brinkmann, dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden ein neues Präsidium eingesetzt. Der vorherige langjährige Präsident Hans-Hermann Schwick war zuvor zurück getreten.

Trotz zahlreicher Nachverpflichtungen war die Mannschaft in der zweiten Bundesliga nicht konkurrenzfähig und stieg in der Saison 2010/11 als Tabellenletzter ab.

Gerade so ergatterte Bielefeld die Lizenz für die 3. Liga und galt als erster Aufstiegskandidat der Saison 2011/12. Allerdings war der DSC nach 4 Spieltagen und nur einem Punkt wieder Schlusslicht. Belastend kam die Rotlicht-Affäre um Geschäftsführer Schnitzmeier hinzu. Ihm wurde während eines privaten Bordellbesuches Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. Als Reaktion darauf trennte sich der Verein von ihm. Nach der 0:4 Heimniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken musste auch der neue Trainer Markus von Ahlen gehen. Seine Nachfolge trat Stefan Krämer an. Unter diesem Verlor die Mannschaft in den letzten 11 Spielen nur noch eines und konnte somit ins gesicherte Tabellenmittelfeld vorrücken. Auch den Westfalenpokal gewann die Arminia nach einem 2:0 Sieg im Finale gegen den Erzrivalen Preußen Münster. Die Qualifikation für den DFB-Pokal war bereits mit dem Erreichen des Finales erfolgt gewesen.


Schüco-Arena




Namensgebung

Wie es Mitte der 20er Jahre zu dem ungewöhnlichen Namen „Alm“ kam, darüber wird heute höchstens noch spekuliert. Die am meisten genannte Version bezieht sich auf Heinrich Pehle, der im Anblick des Geländes „Hier sieht es ja aus wie auf der Alm.“ ausstieß. Eine andere Variante geht auf den späteren Vereinsführer Demberg zurück. „Lasst sie man kommen, auf unserer Alm werden wir sie schon knicken!“ sagte dieser. Humorvolle Zungen sagen, das Stadion heißt „Alm“, weil es der höchstgelegene Spielort in der Bundesliga ist. Man brauch für Auf- und Abstieg jeweils immer wieder ein Jahr.


Entwicklung zwischen 1926-1970

Seit Gründung nutzte der DSC mehrere verschieden Plätze in der Stadt. In den 20er Jahren wurde dann durch die Handballer der Kontakt zu einem Landwirt namens Lohmann hergestellt, von welchem dann ein bisher landwirtschaftlich genutztes Gelände für 100 Jahre zur Pacht erworben wurde. Allerdings war die Alm damals weniger ein Fußballstadion als man es glauben möchte. Es war mehr ein Acker als ein Rasen. Bei Regen sammelte sich das Wasser in kleinen Furchen und der Boden war sehr uneben. Es gab auch keine Umkleidekabinen. Während die Handballer eine nahe gelegene Gartenlaube als Umkleide nutzen durften, mussten die Fußballer in die 300 Meter entfernte Gaststätte Scholle zum Umziehen gehen.

Am 01. Mai 1926 wurde das erste Fußballspiel auf der Alm ausgetragen. Vor 2.000 Zuschauern gewann man gegen Victoria Hamburg mit 5:1.

Während des 2. Weltkrieges wurde die Alm von einer Bombe getroffen. Der Schaden hielt sich jedoch in Grenzen. Auch nach dem Aufstieg in die Oberliga 1949 war das Spielfeld keine einheitliche Rasenfläche und die Tornetze bestanden aus gespanntem Maschendraht. 1954 beschloss die Stadt Bielefeld dann, die „Alm“ zum „Zwischenstadion“ auszubauen.

Vom Bauern Lohmann wurde weiteres Land erworben. Es wurden ein Hartplatz („Hartalm“) und ein weiterer Trainingsplatz („Westplatz“) errichtet. Außerdem wurde am ganzen Stadion Rasen gesät. Es wurden auch die ersten Betonstufen gegossen.

Nachdem der DSC 1966/67 Herbstmeister der Regionalliga West wurde, kam das Gerücht auf, das im Falle eines Bundesligaaufstieges die Arminia ins Herforder Jahnstadion ausweichen müsste. Daraufhin entfachte ein Streit, welchem zu Folge die Südtribüne entstand, die 3.000 weitere Stehplätze bot.


Ausbau für die Bundesliga (1970-1996)

1970 stand eben dieser Bundesligaaufstieg an. Daraufhin wurde das Stadion komplett ausgebaut. Die Westseite bekam eine überdachte Sitzplatztribüne und die auf der Ostseite wurde eine provisorische Stehplatztribüne errichtet. Die Kapazität stieg auf 30.000 an. Es folgten 2 Flutlichtmasten die 1.500 Lux Leistung vorweisen konnten.

Am 4. Dezember 1970 fand vor 28.000 Zuschauern das erste Flutlichtspiel auf der Alm statt.

Hinter der Südtribüne gab es nun die „Almhalle“, welche die Spieler als Umkleideräume nutzen konnten. Durch einen Tunnel gelangten diese dann zum Spielfeld. Für diese Umbauten, welche innerhalb weniger Wochen geschehen sein mussten, zahlte der Verein 1,5 Millionen Mark.

Auch die Nordseite bekam nach dem zweiten Aufstieg 1978 eine Stahlrohrtribüne, so wurde die Kapazität noch weiter erhöht. Im November 1978 sollen angeblich 35.000 Zuschauer das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern gesehen haben.

Mit der Zeit zerfiel die Alm Stück für Stück. Die als Provisorium gedachten Stahlrohrtribünen rosteten und auf der Südtribüne herrschte Einsturzgefahr. Nach Besichtigung eines Gutachters mussten alle Stahlrohrtribünen entfernt werden. Die Kapazität fiel auf 15.000, ehe die neue Osttribüne aus Betonfertigteilen entstand.


Neubau der Nord-, West- und Südtribüne (1996-1999)

Nachdem die Möglichkeit des Durchmarsches zurück in die Bundesliga bestand, wurde einmal mehr über den Aus-, Um- oder Neubau der Alm diskutiert. Das Stadion war in keinem bundesligatauglichen Zustand. Nachdem Pläne eines neuen Stadions im „Neuen Bahnhofsviertel“ oder „auf der grünen Wiese“ gemeinsam mit dem FC Gütersloh abgelehnt wurden, kam man zum Entschluss die Alm Stück für Stück aus zu bauen.

Zuerst streubten sich die Anwohner gegen einen Ausbau der Südtribüne. Nachdem ein Kompromiss gefunden wurde, wurden in die Süd-, die West- und die Nordtribüne für rund 15 Millionen Mark ausgebaut. Die Tribünen wurden ebenfalls in Fertigbauweise hergestellt und dann vor Ort zusammen gesetzt. Dies bedeutete ein Fassungsvermögen von 22.512 Plätzen.

Neben Logen unter dem Dach, Umkleidekabinen, sowie Presse- und VIP-Bereichen beinhaltete die Alm seit dieser Zeit zum ersten Mal eine elektronische Anzeigetafel. Die Rasenheizung, welche der DFB vorschreibt wurde 1999 ebenfalls nachinstalliert. Ein Jahr darauf wurde die Südtribüne wieder abgerissen und baugleich mit den anderen Tribünen wieder aufgebaut. Auf dem Dach wurde ebenfalls eine Solaranlage errichtet. Nun konnten 26.600 Zuschauer die Spiele der Arminen im eigenen Stadion verfolgen.

Im Sommer 2000 entstand die neue Geschäftsstelle des Vereines zwischen Süd- und Osttribüne.


Neubau der Osttribüne (2006-2008)

Die letzte Ausbaustufe wurde nach dem Abstieg 2003 vorerst nicht weiter verfolgt. Jedoch wurde diese dann 2006 in Angriff genommen. Die Südtribüne wurde in eine Stehplatztribüne verwandelt und auf der Ostseite entstand eine neue Haupttribüne. Der endgültige Ausbau begann dann erst im Juni 2007. Die Osttribüne wurde allerdings zum finanziellen Debakel für die Arminia. Statt 11 Millionen kostete der Bau satte 19 Millionen Euro.


Die neuartige Solardachkonstruktion der Haupttribüne

Ein Merkmal der neuartigen Tribüne ist die Glasdachkonstruktion. In dieser Konstruktion sind Solarzellen integriert.

Als Einweihung des Stadions galt ein Konzert von Herbert Grönemeyer am 01. Juni 2008.

Bereits vor Beginn des Ausbaus wurden neue Plätz für Rollstuhlfahrer geschaffen. Deren Kapazität stieg von 30 auf 41. Hinzu kommt die gleich Anzahl an Plätzen für Begleitpersonen.

Die Finanzierung des Ausbaus wurde durch Fananleihen (Aktion „Bau auf Blau) und durch ein besonderes Konzept, dies einer Kombination von Zuschauertribünen mit Bürokomplex, ermöglicht.

Quelle: wikipedia.de


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