Die Weltpremiere für die Stuttgarter Kickers

Eine kleine Weltpremiere wird es im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion am morgigen Samstag geben, wenn der gastgebende SV Babelsberg 03 auf die Stuttgarter Kickers treffen wird. Beide Teams haben schon in der Zweiten Liga gekickt. Allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. Genauso im Amateurlager, wo aufgrund der regionalen Entfernung ein Aufeinandertreffen nie so richtig zustande kommen konnte. Nun gibt es ein Spiel im Kampf um den Klassenerhalt, denn beide Teams haben sich diese Zielsetzung vor der laufenden Spielzeit auf ihre Fahnen geschrieben. Im Gespräch mit der "Märkischen Allgemeinen" hat sich Kickers-Trainer Dirk Schuster ehrlich und offen gezeigt und viele relevante Fragen beantwortet.

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Auch in der Vergangenheit gab es für den ehemaligen Spieler des Karlsruher SC schöne Zeiten, die vor allem in den atemberaubenden UEFA-Cup-Nächten gegen den spanischen Spitzenverein FC Valencia ihren Höhepunkt gefunden haben. Dazu erinnert sich der mittlerweile 44-jährige Trainer der Kickers: "Es war ein sehr schönes Erlebnis und bleibt natürlich massiv in Erinnerung. Wir hatten damals ja eine Serie mit vielen tollen Spielen gegen den PSV Eindhoven, Valencia, Girondins Bordeaux und Boavista Porto. Leider war dann im Halbfinale gegen Austria Salzburg aufgrund der Auswärtstorregel Schluss. Die Höhepunkte meiner Karriere waren für mich die Spiele mit der Nationalmannschaft. Ich habe ja viermal für die DDR und dreimal für die Bundesrepublik gespielt."

Nun gibt es also das Punktspieldebüt für die Stuttgarter Kickers beim SV Babelsberg 03, der sein Heimspiel unbedingt gewinnen möchte, um sich ein wenig Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Mit zwölf Punkten belegen die Filmstädter den 17. Tabellenplatz und stehen damit nur einen Zähler über einen Abstiegsplatz, den derzeit der SV Darmstadt 98 belegt. Für das Team von Trainer Christian Benbennek mutiert ein Heimsieg fast schon zur Pflichtaufgabe. Gäste-Trainer Dirk Schuster hingegen klassifiziert das Spiel wie folgt: "Für uns ist jedes Spiel ein wichtiges Spiel. Es ist ein wichtiges Duell für beide Mannschaften. Wir wollen den Weg weitergehen, den wir haben." Über den bisherigen Saisonverlauf meint der akribische Trainer: „Wir liegen im Soll, doch es war mehr möglich. Wir hätten gern ein paar Punkte mehr gehabt, haben uns durch individuelle Fehler selbst bestraft und nicht den Lohn erhalten, den wir verdient gehabt hätten. Gefühlt sind es drei, vier Zähler zu wenig."

In der letzten Oktoberwoche gab es einen heftigen Wintereinbruch, der dazu geführt hat, dass Babelsberg und die Kickers einen Spielausfall hinnehmen mussten. Über seine eigene Pause meint Schuster gegenüber der "Märkischen Allgemeinen": "Wir hatten ja am Mittwoch zuvor ein brisantes Derby gegen den Karlsruher SC. Das haben wir verdient mit 0:2 verloren. Da hätten wir uns natürlich gern gegen Unterhaching umgehend rehabilitiert. Auf der anderen Seite mussten wir eine hohe Belastung wegstecken. Dafür hatten wir durch die Pause genügend Zeit."

Bekanntlich war Dirk Schuster 20 lange Jahre selbst als Fußballprofi unterwegs und kann daher sehr gut einen Vergleich zwischen diesen beiden unterschiedlichen Facetten im Fußballsport anstellen. Diesen präzisiert er: "Als Spieler hast du viel mehr Zeit. Du versuchst im Training das umzusetzen, was dir vorgegeben wird. Dann gibt es die Nachbereitung und du fährst nach Hause. Als Trainer hast du die Verantwortung für 20 bis 23 Spieler, bist rund um die Uhr mit dem Training der eigenen Mannschaft, Spielbeobachtungen, Spielanalysen, dem Anlegen von Stärke-Schwäche-Profilen und vielen anderen Dingen beschäftigt. Das ist ein Fulltime-Job, bei dem vieles auf der Strecke bleibt."

Schuster gilt als ausgesprochen gewissenhafter Trainer, der hinlänglich seine überragenden Qualitäten unter Beweis gestellt hat. Auch beim Trainerlehrgang im Dezember 2007 hat der ehrgeizige Trainer sein großes Können unter Beweis stellen können, als er als Jahrgangsbester in Köln die Prüfung zum Fußballlehrer abschließen konnte. Dazu meint er nun: "Nein, nein, das hat mich selbst überrascht. Ich habe ganz einfach versucht, meine Aufgaben zu erledigen, so viel wie möglich mitzunehmen. Es war ein sehr aufschlussreicher Lehrgang, wir hatten eine gute Truppe, zu der Jos Luhukay, Claus-Dieter Wollitz oder Steffi Jones gehörten. Wir haben uns gut ergänzt, es hat so ziemlich alles gepasst. Wir haben sogar eine gemeinsame Abschlussfahrt gemacht. Aber nein, ein Streber war ich nie."

Bei den Stuttgarter Kickers sitzt auch gewaltige Fachkompetenz im Team hinter der Mannschaft. Präsidiumsmitglied Guido Buchwald ist ein Kandidat, der als Spieler eine glanzvolle Karriere hingelegt hat und sich nun um seinen Heimatverein mächtig engagiert. Über die Zusammenarbeit mit dem Weltmeister von 1990 meint Schuster gegenüber der "Märkischen Allgemeinen": "Es gibt einen engen Austausch. Wir sprechen viel über die Spieler, über Fußballer anderer Teams, über die Liga im Allgemeinen, über mögliche Transfers."

Quelle: maerkische-allgemeine.de


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