Die Gründe für die Selbstanzeige von RW Erfurt-Geschäftsführer Thomas Kalt

Rot-Weiß Erfurts-Geschäftsführer Thomas Kalt hat sich nun selbst angezeigt und damit Transparenz und ein Stück weit Vertrauen herstellen können. Von April 2010 bis Juli 2012 war Kalt bei Ligakonkurrent Offenbacher Kickers als Geschäftsführer tätig und durch die sich immer weiter ausdehnende Finanzkrise beim OFC hat er die offensive Variante gewählt und sich nun selbst angezeigt. Eine Aktion, die Erfurts-Präsident Rolf Rombach allergrößten Respekt abgenötigt hat, wie er gegenüber der "Thüringer Allgemeinen" deutlich werden lässt: „Ich vertraue Thomas Kalt einhundertprozentig.“

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Kalt will Klarheit
Insgesamt ist Kalt mehr als 20 Jahre am Bieberer Berg in verschiedensten Funktionen tätig gewesen. Dies tat er mit enormer Hingabe und vor allem auch ehrenamtlich. Zuletzt hat ihn die Offenbacher Führung für die gewaltigen, finanziellen Probleme verantwortlich gemacht. Damit die schweren Vorwürfe ein wenig entkräftet werden konnten, hat sich der 48-Jährige nun selbst angezeigt. Der 48-Jährige tat dies am vergangenen Freitag. In einer persönlichen Erklärung dazu gibt er bekannt: „Im Rahmen dieser Selbstanzeige bitte ich die Staatsanwaltschaft um Aufklärung der Sachverhalte hinsichtlich erhobener Vorwürfe der neuen Geschäftsführung der OFC GmbH und des neu gewählten Präsidenten der Offenbacher Kickers.“

20 Jahre Ehrenamt beim OFC für Kalt
Kalt betont ausdrücklich darin, dass er sich „immer im vorgegebenen gesetzlichen Rahmen bewegt und alle juristisch- und wirtschaftlich relevanten Entscheidungen mit den entsprechenden Fachleuten abgestimmt" habe. Nun geht er in den Gegenangriff über, denn er kritisiert deutlich, dass ihm trotz mehrfacher Aufforderung keine Unterlagen mit den abweichenden Feststellungen des Wirtschaftsprüfers gegeben worden sind. Warum sollte eine Person wie Kalt, der 20 Jahre ehrenamtlich für seinen Herzensverein gearbeitet hat, finanziell so grobe Fehler begangen haben. Kalt ist zuzutrauen, dass er dem Verein nur das Beste gewünscht hätte. Das Zufügen eines Schadens ist ihm sicherlich nicht zuzutrauen. Warum sollte er seinen guten Ruf aufs Spiel setzen. Dennoch muss auch ehrlich eingeräumt werden, dass Kalt sicherlich in einigen Situationen ein wenig fahrlässig gehandelt zu haben scheint. Die prekäre, finanzielle Situation sorgt für Stress- und Drucksituationen. Der Überblick ist ihm vielleicht ein wenig verloren gegangen.

OFC-Vereinsführung sucht Verantwortliche für Finanzmisere
Nach neuesten Erkenntnissen haben die Offenbacher Kickers doch einen Schuldenberg in Höhe von 9,1 Millionen Euro angehäuft. Im September 2012 hat die damalige OFC-Führung um Kalt und seinen Geschäftsführer-Kollegen Jörg Hambückers nur eine Summe in Höhe von 4,7 Millionen Euro angegeben. Die Kritik hat sich deshalb entladen, weil offensichtlich Defizite in der Führung der Geschäftsbücher entstanden sind. Ebenfalls ist als Problem die Stadionmiete in Höhe von 800.000 Euro anzusehen, die für den Drittligisten nur äußerst schwer zu stemmen sind. Nach Ansicht des DFB-Spielausschusses sollen die Offenbacher „Verstöße im Rahmen des wirtschaftlichen Zulassungsverfahrens zur Spielzeit 2012/2013" fahrlässig begangen haben. Ein Fehler, der mit einem Abzug von zwei Punkten am Saisonende bestraft werden wird. Die Kickers waren regelrecht empört über solch eine drastische Strafe. Ein kleiner Rückschlag im Abstiegskampf für das Team von Trainer Rico Schmitt. Mit nunmehr 31 Punkten steht der DFB-Pokalsieger aus dem Jahr 1970 nur noch vier Zähler vor einem Abstiegsplatz. Die Angst geht um am Bieberer Berg. Und deshalb wird versucht einen Schuldigen zu finden. Dazu wollte Kalt in seiner jüngsten Aussage deutlich machen, „dass ich mich in der Ausübung meiner Amtsgeschäfte immer korrekt verhalten habe." Und er fügt hinzu, dass er immer „im Rahmen meiner diversen Verantwortungen für das Wohlergehen des OFC gekämpft und alles unternommen habe, um den Verein zu fördern und auch in schwierigsten Phasen die Existenz zu sichern." Mit der nun getätigten Selbstanzeige hat er das klare Ziel, dass ein Aufklärungsprozess angetrieben werden könnte.

Erfurt-Boss Rombach von Kalt überzeugt
RW Erfurt-Boss Rombach ist derweil felsenfest davon überzeugt, dass die Problematik um Kalt und seinem Ex-Verein keinen negativen Einfluss auf seine aktuelle Arbeit in Erfurt haben wird. Seit Dezember arbeitet Kalt auf Honorarbasis für den thüringischen Traditionsverein. Rombach berichtet von dieser Thematik: „Ich war von Herrn Kalt vom ersten Tag an unterrichtet. Er ging sehr offen mit der Sache um." Grundsätzlich ist er der Meinung, dass es nicht die feine Art sei, „wie mit einem Mann umgegangen wird, der so viel für den Offenbacher Verein getan hat.“ Möglicherweise hätte ein Gespräch zwischen der alten und neuen Führung zu einer Entspannung durch Klarheit führen können. Kalt genießt eine hohe Wertschätzung bei Rombach. Nicht zuletzt, weil er mit seinem Konzept „Mission 2016“ beeindrucken konnte. Durch verschiedene Methoden soll innerhalb von drei Jahren die wirtschaftliche Basis für den Zweitliga-Aufstieg gelegt werden. Dafür ist jedoch der Klassenerhalt der Erfurter in dieser Spielzeit die absolute Bedingung.

Nachwuchskeeper Klewin vor Pflichtspieldebüt
Glücklicherweise wird beim ehemaligen DDR-Oberligisten auch noch Fußball gespielt. So ist bekannt geworden, dass der erst 19-jährige Nachwuchsmann Philipp Klewin schon in Kürze sein Pflichtspieldebüt in der 3. Liga feiern könnte. Am Mittwoch gastiert das Team von Trainer Alois Schwartz anlässlich des Nachholspiels im Stadion Rote Erde, um sich mit der U23 von Borussia Dortmund zu duellieren. Da RWE-Stammkeeper Andreas Sponsel wegen seiner Augen-Operation verletzt ist und für unbestimmte Zeit ausfallen wird, ist die Wahl auf Klewin gefallen. Beim Donnerstagstraining ist Sponsel mit Joan Oumari zusammengestoßen und hat sich einen Bruch des Augenhöhenbodens zugezogen. Zu dieser Personalie sagt Coach Schwartz: „Die Operation ist gut verlaufen. Der Heilungsprozess in den nächsten Tagen wird zeigen, wie lange Andi uns fehlen wird.“ Sponsels Stellvertreter Manuel Salz plagt sich schon seit drei Wochen mit einem Ödem im Sprunggelenk herum, weshalb er nur ein lockeres Lauftraining absolvieren konnte. Diese verletzungsbedingten Zufälle bescheren voraussichtlich Klewin sein Pflichtspieldebüt. Schwartz hat Vertrauen in den Teenager: „Mir ist nicht bange, wenn er seine Trainingsleistungen im Spiel bestätigen kann.“ Der 192 cm große Keeper hat in zehn Oberliga-Spielen meist überzeugen können. Immerhin in zwei Partien konnte er seinen Kasten sauber halten.

Quelle: www.thueringer-allgemeine.de

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