Die 3. Liga gewinnt immer mehr an Bedeutung

Die dritte Liga ist eine Liga im deutschen Profifußball, die zur Saison 2008/2009 gegründet wurde. Sie bildet die eingleisige Zwischenstufe zwischen der ebenfalls eingleisigen 2. Bundesliga und der derzeit fünfgleisigen Regionalliga.

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Die 3. Liga gewinnt immer mehr an Bedeutung
Foto: Luca Alicia Rogge
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Die Pläne für eine attraktivere dritte Liga

Im Januar 2006 kamen Pläne zur Gründung einer eingleisigen dritten Liga an die Oberfläche. Sie existierten schon länger, wurden jedoch nie weiterverfolgt. Die Amateurligen sollte im Zuge dessen neu ausgerichtet werden. Als Ziel der Reform sollte eine größere Leistungsdichte im Unterbau der 2. Bundesliga entstehen, damit talentierte Spieler besser gefördert werden können und sich besser entwickeln. Außerdem sollte eine eingleisige dritte Liga besser vermarktet werden können als die zwei bisherigen Regionalligen Nord und Süd. Zu Beginn der Planungen stellten die Verantwortlichen sich die Frage, ob die zweiten Mannschaften der Profis ebenfalls an der Neugegründeten Liga teilnehmen sollten oder nicht. In den bisherigen zwei Regionalligen waren sie teilnahmeberechtigt, sollten allerdings aufgrund von Wettbewerbsverzerrung und niedrigen Zuschauerzahlen nicht an der neuen dritten Liga teilnehmen, damit diese besser vermarktet werden könnte. Die Proficlubs hingegen forderten ein uneingeschränktes Teilnahmerecht, damit ihre jungen Talente auf einem hohen Niveau spielen könnten. Man fand relativ schnell einen Kompromiss, gemäß dem vier zweite Mannschaften in der ersten Saison starten dürfen. Am 8. September wurde dann die Einführung der neuen Liga beschlossen.

Die dritte Liga in ihren Anfängen

Die Bedeutung der neuen Spielklasse war von Beginn an hoch, denn es qualifizierten sich die besten Clubs der Regionalligen Nord und Süd und die vier Absteiger der zweiten Liga für die erste Austragung. Die dritte Liga steht unter der Verwaltung des DFB und heißt deshalb offiziell nicht dritte Bundesliga. Die erste und zweite Bundesliga steht unter Verwaltung der DFL. Zur Ermittlung der Teilnehmer der ersten Auflage hat man beispielsweise bei der Einführung der zweiten Liga im Jahr 1974 oder Zusammenlegung der beiden zweiten Ligen zur Saison 1981/82 eine Mehrjahreswertung genutzt. Für die dritte Liga war diese Handhabung nicht vorgesehen, es galt also ausschließlich das Abschneiden in der Saison 2007/08. Die Mannschaften, die in den beiden Regionalligen die Plätze Drei bis Zehn belegten, waren automatisch für die dritte Liga qualifiziert. Die Regionalligisten, die sich nicht für die neue Liga qualifizieren konnten, mussten den Weg in die dann viertklassige Regionalliga antreten. Das erste Spiel der neuen Spielklasse war eines mit einer großen Bedeutung für Fans und Verantwortliche. Die beiden Ost-Clubs Dynamo Dresden und Rot-Weiß Erfurt trafen aufeinander. Der Meister der ersten Saison wurde Union Berlin und durfte den achteinhalb Kilogramm schweren Pokal entgegennehmen. Mit dem großen Pokal unterstrich der DFB die Bedeutung der neuen Liga für den Fußballsport in Deutschland.

Steigerung der Attraktivität

Zu Saison 2018/19 gab es mehrere kleine Reformen, mit deren Hilfe die Vermarktung verbessert werden sollte. Es wurden regelmäßige Montagsspiele eingeführt, damit diese Spiele live im Fernsehen übertragen werden konnten. Außerdem konnte sich erstmals keine zweite Mannschaft für die Liga qualifizieren, was für die Qualität der Mannschaften spricht. Rot-Weiß Erfurt stieg in der Vorsaison ab und damit befinden sich nun keine Gründungsmitglieder mehr in der Liga, die nicht durch Auf- oder Abstiege zwischenzeitlich die Liga wechselten. Ebenfalls wurde in dieser Saison ein Ausrüstervertrag mit Adidas geschaffen, damit ein einheitlicher Ball verwendet wird. Vorher hatten die Vereine eigene Sponsoren und nutzten verschiedene Bälle. Durch diese Reformen wurde die dritte Liga professioneller und wird ihre Bedeutung auch in Zukunft weiterhin ausbauen können.

Eine besondere Regel zur Nachwuchsförderung

Die U23-Regelung verpflichtet die Vereine dazu, jungen Talenten eine Chance zu geben. Die in der Liga befindlichen ersten Mannschaften müssen zu jedem Spiel mindestens vier Spieler im Kader haben, die das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bei zweiten Mannschaften dürfen maximal drei Spieler die das 23. Lebensjahr überschritten haben, gleichzeitig auf dem Platz stehen.

Die Bedeutung steigt durch Fernsehübertragungen

Die Bedeutung der Liga ist vor allem für die Fans sehr hoch, denn viele Traditionsvereine haben hier mittlerweile ihre neue Heimat gefunden. Ehemalige Bundesligisten wie Eintracht Braunschweig, der 1. FC Kaiserslautern, der Karlsruher SC, Hansa Rostock und Energie Cottbus treffen auf kleinere Clubs wie den SV Meppen, Preußen Münster oder den VfR Aalen. Um das Niveau der Liga hoch zu halten, fordert der DFB von den Vereinen einige Rahmenbedingungen. Die Stadien müssen über mindestens 10.000 Plätze verfügen, davon müssen mindestens ein Drittel unter einem Dach liegen. Die Trainer der Vereine müssen die Fußballlehrer-Ausbildung des DFB absolviert haben. Pro Saison wurden ursprünglich 100 bis 120 Spiele als Liveübertragung auf den dritten Programmen der ARD ausgestrahlt. Zusätzlich wurden ausgewählte Spiele zwischen 18 und 18:30 Uhr in einer Zusammenfassung innerhalb der Sportschau ausgestrahlt. Seit der Saison 2017/18 zeigt die Deutsche Telekom alle Spiele per Livestream im Internet, dadurch gewinnt die Liga zusätzlich an Attraktivität. Die ARD und ihre Sendeanstalten zeigen seither nur noch 86 Spiele pro Saison live im Fernsehen. Die Vereine erhalten dadurch mehr als eine Million Euro pro Saison für den Verkauf der Übertragungsrechte, das sind vierzig Prozent mehr als bisher ausgeschüttet wurden. Die zweiten Mannschaften werden nicht an der Ausschüttung beteiligt.

Bedeutung für Sportwetten

Die Dritte Liga wird für den Bereich Sportwetten immer interessanter, insbesondere durch die Live-Übertragungen. Fussball-wetten.net erklärt worauf man achten sollte und gibt die aktuellen Quoten der Buchmacher bei Wetten auf die 3. Bundesliga wieder. Die Spiele finden in der Regel am frühen Samstagnachmittag statt und sind deshalb für viele Wetter attraktiv, weil keine anderen Spiele zu der Zeit stattfinden. Ein Blick lohnt sich immer.

Starke Abweichungen in den Zuschauerzahlen

Die großen Traditionsvereine, die der Liga eine gewisse Attraktivität verleihen, ziehen sehr viele Zuschauer an. Dabei handelt es sich um namhafte Vereine wie Fortuna Düsseldorf, den TSV 1860 München, Eintracht Braunschweig, Alemannia Aachen, den Karlsruher SC, Arminia Bielefeld, den MSV Duisburg, Hansa Rostock, den 1. FC Magdeburg, den 1. FC Kaiserslautern und Dynamo Dresden. Demgegenüber stehen vor allem die zweiten Mannschaften, die oft nur wenige hundert Zuschauer in die Stadien locken, die Traditionsvereine erzielen fünfstellige Zuschauerzahlen. Die Stadien der meisten Traditionsvereine stammen noch aus den Bundesligazeiten. Das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern ist mit 49.850 Zuschauerplätzen das größte der aktuellen Drittligavereine, vor der Schauinsland-Arena in Duisburg mit 31.500 Plätzen und dem Karlsruher Wildparkstadion mit 29.699 Plätzen. Das Stadion Zwickau, das Frimo Stadion in Lotte und die Mechatronik Arena in Sonnenhof Großaspach sind mit knapp über 10.000 Plätzen die Schlusslichter dieses Rankings.

Bedeutung für die Vereine

Die dritte Liga hat eine starke Bedeutung für die Vereine, denn diese investieren mittlerweile Summen in Millionenhöhe für Spieler und Infrastruktur. Manch ein Verein ist dadurch schon in große finanzielle Schwierigkeiten gekommen und den Zwangsabstieg nach einer Insolvenz hinnehmen. Als Gegenmaßnahme für die Pleite der vielen Vereine beschloss der DFB die Einführung eines Financial Fair-Plays für die dritte Liga. Über einen Nachwuchsförderungstopf sollen insgesamt 3,5 Millionen Euro an die Vereine ausgeschüttet werden. Vereine, die gut mit ihrem Geld haushalten, sollen einen Bonus aus dem Topf bekommen. Außerdem wird ein gewisser Anteil an die Drittligisten fließen, die viele deutsche U-21 Spieler einsetzen.

Bundesliga des Ostens

Die dritte Liga bekam von einigen Fans den Spitznamen "Bundesliga des Ostens" verpasst. Grund dafür sind die verhältnismäßig vielen Ostvereine in der Liga. In der ersten und zweiten Spielklasse konnten diese sich nach der Wiedervereinigung nur für wenige Saisons etablieren und rutschten dann in den Amateurfußball ab. Die dritte Liga ist für die Vereine aus Ostdeutschland von enormer Bedeutung, denn mit Hansa Rostock, dem Halleschen FC, dem Chemnitzer FC, dem FC Carl Zeiss Jena, dem 1. FC Magdeburg und dem FSV Zwickau sind nun einige Mannschaften wieder im Profifußball zu Hause.


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