Der Karlsruher SC glaubt wieder an den Aufstieg

Der Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC ist zweifelsfrei eine Mannschaft mit einer beeindruckenden Moral. Anders ist es nicht zu verstehen, dass man nach einem mehr als holprigen Saisonstart mit einem zeitweiligen Abrutschen bis in die gefährdete Abstiegsregion kommen konnte. Aber mit einer unglaublichen Punktejagd in den letzten Wochen konnte nun der nicht mehr unbedingt für möglich gehaltene Anschluss an die Aufstiegsplätze hergestellt werden. Mit zwei Punkten Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz mischt der KSC nun wieder kräftig im Aufstiegsrennen mit.

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Der Karlsruher SC glaubt wieder an den Aufstieg
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Da ist es nur selbstverständlich, dass nach dieser beeindruckenden Aufholjagd viele Fragen aufkommen, die Cheftrainer Markus Kauczinski im Gespräch mit den „ka-news.de“ beantwortet. Der Weg war steinig und hart. Nun wird er sicherlich nicht leichter werden, denn in Konkurrenz zu den anderen Aufstiegskandidaten muss nun auch zukünftig fleißig gepunktet werden. Dieser überaus wichtige 3:0-Sieg beim Mitabsteiger FC Hansa Rostock hatte auch für die mentale Komponente eine überaus große Wichtigkeit. Dennoch war besonders die erste Halbzeit keine für Fußball-Feinschmecker, wie auch der Trainer ehrlich zugeben musste: „Da hätte man die Tore abbauen können. Im Ernst: Beide Teams hatten Respekt voreinander und wollten keinen Fehler machen. Das war 45 Minuten kein gutes Spiel. Insgesamt war es ein hartes Stück Arbeit. Mit einer, wie Sie sagten, zähen ersten Halbzeit.“
Auffällig ist besonders im zweiten Spielabschnitt gewesen, dass der badische Traditionsverein in Sachen Chancenverwertung sehr souverän und abschlussstark aufgetreten ist. Über seine Halbzeitansprache verrät Kauczinski folgendes: „Ich habe gesagt, dass ich mehr erwarte, denn wir wollen hier gewinnen – nicht Unentschieden spielen. Ich sagte: Ihr müsst mutiger sein, konsequenter nach vorne spielen und den Abschluss suchen. Und: Wir sind immer für ein Tor gut.“
Realismus ist eine Eigenschaft, die vom bodenständigen KSC-Trainer vorgelebt wird. Deswegen möchte er nicht als alles entscheidender Faktor für den jüngsten sportlichen Aufschwung gesehen werden: „Das kann man so nicht sagen. Ich habe anfangs, als es nicht so lief, auch nicht alles falsch gemacht. Es greifen die Rädchen besser ineinander, die Arbeit trägt Früchte. Aber: Wir machen wahrlich noch nicht alles richtig. Es bleibt noch viel Arbeit. Da muss ich nur an die erste Halbzeit in Rostock erinnern. Wir bleiben am Boden. Ich mag dieses Achterbahnfahren nicht. Wir flippen bei den Erfolgen jetzt nicht aus. Eben so wenig wie wir anfangs, als es nicht so rund lief, nicht in tiefe Trauer oder Aktionismus verfallen sind. Auf dem Boden bleiben – und arbeiten.“
Das Mittelfeldteam aus Wehen Wiesbaden, welches in der bisherigen Spielzeit besonders mit einer ausgeprägten Unentschiedentendenz überzeugen konnte, stellt sich als nächster Kontrahent im Karlsruher Wildpark vor. Unterschätzen darf man keinen Gegner. Auch nicht den SVWW, der am letzten Spieltag das Hessen-Derby gegen die Offenbacher Kickers für sich entscheiden konnte und nun mit Selbstvertrauen beim Aufstiegskandidaten aus Baden antreten wird. Keine Überheblichkeit kennzeichnet Kauczinski, wenn er sagt: „Logisch ist das unser Ziel… Nochmals: Wir bleiben auf dem Boden. Wir wollen im nächsten Spiel gegen Wehen-Wiesbaden den nächsten Schritt machen, darauf konzentrieren wir uns.“ Und lobt die Unaufgeregtheit seiner Mannschaft ausdrücklich: „Ich sehe da keine Probleme und sollten welche kommen, werden wir gegensteuern.“
Den KSC zeichnet explizit aus, dass er wahrscheinlich über den stärksten Kader von allen Drittligateams verfügt. Deshalb gibt es auch einen extrem harten Konkurrenzkampf, wie in diesem Fall zwischen dem erfahrenen Daniel Gordon und dem erst 17-jährigen Talent Kevin Akpoguma. Dazu meint der Trainer: „Akpoguma hat wirklich gut gespielt. Aber es ich doch klar, dass man einen Unterschied zwischen einem erfahrenen 27 Jahre alten Daniel Gordon und dem talentierten Kevin Akpoguma sieht. Gordon ist ein gestandener Akteur. Die Tendenz geht zu Gordon. Aber wir wissen, dass in einer Woche viel passieren kann und sind sehr froh, solch eine Qualität im Kader zu haben. Zudem: Konkurrenz belebt das Geschäft.“
Eine besonders gute Kondition müssen sicherlich die KSC-Kicker besitzen, da in der zweiten Halbzeit dynamischer und erfolgreicher gespielt werden kann, als im ersten Spielabschnitt. Über diese Tatsache erklärt der Trainer des ehemaligen Bundesligisten: „Im Moment - ja. Das zeigt, dass wir die Kraft und Konzentration haben, um immer wieder zulegen zu können. Aber das wird sich auch wieder drehen. Wir werden auch wieder anfangs Tore machen. So lange wir wissen, dass wir dazu in der Lage sind, in der zweiten Halbzeit Tore zu machen, ist das für alle okay.“
Ein Premierentreffer erlebte der von Eintracht Frankfurt verpflichtete Stürmer Elia Soriano, der beim 3:0-Auswärtssieg bei Hansa Rostock erstmals für seinen neuen Arbeitgeber als Torschütze in Erscheinung treten konnte. Lobende Worte, nicht nur wegen dieses Treffers, fand der Karlsruher Übungsleiter: „Ich habe ihn zuletzt immer wieder eingewechselt, und da konnte er positive Impulse setzen. Er bringt immer Frische rein und hat mit dem Tor das alles positiv untermauert. Wichtig ist, dass die anderen wissen: Da ist einer, der drückt nach vorne. Das merken auch die Sturmkollegen, und das ist gut für den Konkurrenzkampf. Alle müssen noch mehr Gas geben.“
Der Weg war wie schon erwähnt extrem anspruchsvoll und schwierig, denn diese Aufholjagd hat körperliche und mentale Kraft gekostet. Nun winkt als Belohnung sogar ein Relegationsplatz, wenn das Heimspiel gegen den SV Wehen-Wiesbaden gewonnen werden sollte. Zur Ambition der Karlsruher sagt der Coach gegenüber den „ka-news.de“: „Könnte... Wir wollen gewinnen, dann sehen wir weiter. Über unser Saisonziel brauche ich nicht mehr zu reden. Das ist bekannt.“

Quelle: ka-news.de

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