Czichos rettet den Punkt für Kiel – Spielbericht + Bilder

In einem Verfolgerduell auf Augenhöhe bekämpften sich Kiel und Magdeburg über 90 Minuten auf höchstem Niveau. Nach einer unspektakulären ersten Hälfte drehten beide Teams im zweiten Durchgang auf. Florian Kath besorgte die Führung der Gäste, die bis in die Schlussphase hielt. Dann köpfte Czichos den Ausgleich – zuvor hatte Tim Siedschlag vom Elfmeterpunkt vergeben.

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Czichos rettet den Punkt für Kiel – Spielbericht + Bilder
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Kiels Trainer Markus Anfang musste gegenüber dem 3:0 in Mainz umbauen. Für den gelbgesperrten Patrick Herrmann begann Arne Sicker, Tim Siedschlag ersetzte den verletzten Steven Lewerenz (muskuläre Probleme). Die Mannschaft spielte mit Trauerflor, weil Vereinspräsident Roland Reime am Freitag an einer Krebserkrankung verstorben war. Magdeburgs Coach Jens Härtel brachte nach dem 0:0 gegen Wehen im Angriff Michel Niemeyer für Tarek Chahed.

Die Gäste begannen abwartend und ließen Kiel zunächst kommen. Kingsley Schindler (4.) und Dominick Drexler (5.) setzten sich im Strafraum durch ohne zum Abschluss zu kommen. Auf der andere Seite hatte Niemeyer den ersten Torschuss, der deutlich drüber ging (8.). Die Anfangsphase war von vielen Zweikämpfen im Mittelfeld geprägt, gute Ansätze in der Offensive wurden von den ebenso konzentrierten Abwehrreihen unterbunden.

Bei Kiel tat sich im ersten Durchgang Alexander Bieler als Aktivposten hervor, von der Strafraumgrenze schoss der Mittelfeldspieler knapp vorbei (29.). Ein Abspielfehler von KSV-Kapitän Rafael Czichos brachte Christian Beck in Position. Nach kurzem Antritt verzog der Angreifer (35.), der ansonsten trotz gutem Einsatz wenig Bälle bekam. Das 0:0 zur Pause war gerecht, hatte danach aber nur drei Minuten Bestand. Niemeyer bediente aus dem Mittelfeld Florian Kath, der in den Strafraum eindrang und mit dem linken Fuß ins linke Toreck traf.

Holstein zeigte auf den Gegentreffer Reaktion, Schindler vergab in der 53. Minute eine gute Möglichkeit aus spitzem Winkel. Sechs Minuten später schickte Schindler Marvin Ducksch in den Lauf. Alleine vor Leopold Zingerle setzte der Stürmer zum Heber an und scheiterte damit am Keeper. Der Nachschuss ging am Tor vorbei. Vor 2000 mitgereisten Fans verwalteten die Sachsen-Anhalter die Führung routiniert – Kiel fiel Mitte der zweiten Hälfte nicht viel ein.

Die Schlussoffensive der Störche leitete Anfang mit einem Wechsel ein. Angreifer Matthias Fetsch ersetzte Verteidiger Arne Sicker. Im Gegenzug brachte Härtel mit Julius Düker ebenfalls einen frischen Stürmer, der zehn Minuten vor Spielende fast das 0:2 erzielte. Bei den Gastgebern strahlte nur Schindler hin und wieder Gefahr aus, in der Summe war die Offensive harmlos. Sieben Minuten vor dem Ende war es eine ungeschickte Abwehraktion der Magdeburger, die Kiel zurück ins Spiel brachte. Marius Sowislo hatte im Strafrum das Bein zu hoch – Elfmeter.

In der Vorwoche hatte Magdeburg kurz vor Schluss einen Strafstoß vergeben, jetzt durften sie das Glücksgefühl des Gegners für kurze Zeit nachempfinden. Tim Siedschlag scheiterte vom Punkt an Zingeler, Magdeburg klärte zur Ecke. Was Siedschlag verpasste, besorgte Czichos allerdings im direkten Anschluss. Den Eckball flankte Bieler über Peitz auf den Kopf des Innenverteidigers – 1:1 nach 85 Spielminuten. Kiel war mit dem Punkt nicht zufrieden und spielte nach dem Ausgleich weiter nach vorne. Echte Torchancen kamen aber nicht mehr zu Stande, einen in die Mitte verlängerten Kopfball der Gäste köpfte Czichos raus (92.). Kiel und Magdeburg trennen sich leistungsgerecht mit 1:1.

"Hinten raus ist das bitter für uns: Wir halten den Elfmeter und kriegen gleich im Anschluss das Gegentor. Wenn wir ein bisschen abgeklärter sind, retten wir das über die Zeit, aber das ist halt Fußball. Am Ende haben wir heute zwei Punkte verloren", sagte FCM-Stürmer Beck nach dem Spiel. Trainer Jens Härtel sagte, dass sein Team zumindest das "Minimalziel" erreicht habe: "Es war ein sehr intensiven Drittligaspiel. Kiel hatte in der ersten Halbzeit mehr Spielanteile, wir aber die besseren Chancen. Leider haben wir die Konter nach der Führung nicht gut ausgespielt. Kiel ist eine starke Mannschaft und trotzdem waren wir kurz davor, drei Punkte mitzunehmen."

Sein Gegenüber Markus Anfang war mit dem Ergebnis ebenfalls nicht vollständig zufrieden: "Aus dem Spiel heraus haben wir wenig zugelassen. Nach vorne haben wir immer wieder versucht in die Box zu kommen, dort aber keinen Abnehmer gefunden. Wenn du phasenweise gegen ein 5-4-1 anrennst, ist das aber auch schwer. In der zweiten Halbzeit passiert dann genau das, was gegen so eine Mannschaft eigentlich der K.o. ist. Deswegen: Hut ab vor meiner Mannschaft, der Punkt ist redlich verdient. Schade, dass wir uns am Ende nicht mit drei Punkten belohnt haben."

Kiels unumstrittener Mann des Tages war Rafael Czichos. Der Kapitän lobte genau wie sein Coach die Moral des Teams: "Es war das erwartet schwere Spiel. Weil wir nach dem Rückstand noch Druck gemacht haben, ist das am Ende auch verdient, dass wir noch einen Punkt geholt haben. Ich bin ziemlich froh darüber, dass wir sogar nach dem Elfmeter noch Moral gezeigt haben." Für Holstein Kiel war das Spiel der Auftakt zur nächsten Englischen Woche. Nach dem Nacholspiel am Dienstag in Lotte sind die Störche am Samstag zu Gast in Bremen. Ebenfalls am Samstag emfängt Magdeburg Rot-Weiß Erfurt zum Ostduell.



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Daten zum Spiel

Anstoß: 25.03.2017 um 14.00 Uhr (29. Spieltag 2016/17)

Ergebnis: 1 : 1 (0:0)

Tore: 0:1 Kath (49.), 1:1 Czichos (85.)

Holstein Kiel: Kronholm - Siedschlag, Dominik Schmidt, Czichos, Lenz - Peitz, Bieler - Kingsley Schindler, Drexler, Sicker (76. Fetsch) - Ducksch

1. FC Magdeburg: Zingerle - Weil, Hammann, Handke - Sowislo, Löhmannsröben (52. Laprevotte) - Butzen, Schwede, Niemeyer (51. Chahed) - Beck (79. Düker), Kath

Zuschauer: 8420

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Kommentar von Stefan am 25.03.2017 um 19:21 Uhr:

Danke Holstein für diesen Kampf, der mehr wert war als ein Sieg. Ein Punkt ist besser als keiner. Niemand hat Nerven wie Drahtseile - das ist billiges Geschwätz. Mann muss sich immer an seinen Möglichkeiten messen lassen und die habt ihr heute optimal genutzt. Ein verschossener Elfer ist so gut und schlecht wie ein Joker im Kartenspiel. Darauf den Erfolg zu bauen wäre nicht im Sinne des Erfinders dieses Sports. Die Maxime heißt hier seit mehr als 100 Jahren: Kämpfen bis zum Schlusspfiff. Und das hat sich heute gelohnt.

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