Chemnitz-Kapitän Bankert exklusiv: „Für uns hat es diese Saison definitiv Luft nach oben gegeben“

Silvio Bankert ist eine echte Bank beim Chemnitzer FC. Seit rund vier Jahren kickt der 28-Jährige Defensivspezialist für den CFC und erzählt nun im Interview mit 3-liga.com-Reporter Henning Klefisch,warum die bisherige Saison für die „Himmelblauen“ so schwierig gewesen ist. Auch über seine eigene Vergangenheit und über das Projekt RB Leipzig nimmt er intensiv Stellung.

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Chemnitz-Kapitän Bankert exklusiv: „Für uns hat es diese Saison definitiv Luft nach oben gegeben“
Foto: Foto Butzhammer
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3-liga.com: Herr Bankert, seit Saisonbeginn sind Sie Spielführer beim Chemnitzer FC und haben in der laufenden Spielzeit 35 Partien absolviert, in denen sie einen Treffer erzielen konnten. Wie schätzen Sie ihre bisherige Spielzeit persönlich ein?

Bankert: „Insgesamt bin ich mit meiner bisherigen Saison zufrieden. Sicherlich gab es noch Steigerungsbedarf, wie bei der gesamten Mannschaft, aber ich habe defensiv gut gearbeitet und meinen Beitrag zum Klassenerhalt zwei Spieltage vor dem Saisonende leisten können.“

3-liga.com: Vor der Spielzeit seit ihr zu einem Geheimfavoriten in der Spielklasse ernannt worden. Der CFC-Kader verfügt über eine enorme Qualität. Warum verlief die Spielzeit für euch bisher so wechselhaft?

Bankert: „Wie im ganzen Verein mit Höhen und Tiefen. Es lief nicht alles optimal. Besonders Schädlich-Entlassung war nicht gut. Für ihn persönlich tut es mir auch leid, dass es zur Trennung von solch einem verdienten Trainer gekommen ist. Es hat in der Saison definitiv Luft nach oben gegeben. Wir waren temporär im Abstiegsstrudel aber haben uns befreien können. Die Bewertung der Saison hängt vom Pokalspiel ab. Die Ausgeglichenheit in der Liga ist wirklich enorm. Bis auf den 1. FC Heidenheim, die an der Spitze relativ dominant gewesen sind, hat jede Mannschaft sich in der Liga gegenseitig schlagen können. Es ist alles sehr eng beieinander. Dies hat sich im Saisonverlauf so ergeben können. Es hat sich bewahrheitet, dass wirklich vieles zusammenpassen muss, damit wir unser ambitioniertes Ziel mit dem möglichen Mitmischen im Aufstiegskampf verwirklichen möchten.“

3-liga.com: Kontrovers diskutiert worden ist auch die Thematik rund um den finanzstarken Aufsteiger RB Leipzig, der als erstes Team in der Historie vor dem direkten Durchmarsch von der Regionalliga in die 2.Fußball-Bundesliga steht. Wie bewertest du diesen Verein?

Bankert: „Trotzdem stehen elf gegen elf auf dem Spielfeld. Auf Dauer ist es einfach nicht aufzuhalten, dass RB sich immer weiter bis nach oben durcharbeitet. Es war auch damit zu rechnen gewesen. Das es jetzt sofort zum Durchmarsch gekommen ist, zeigt auch, welch große Qualität im Kader vorhanden ist. Die Fans sehen solch ein Projekt natürlich auch durch den Blickwinkel der Tradition.Dort hat sich nicht alles normal entwickelt, wie beim eigenen Verein. Die Gegebenheiten sind aber nun mal so. Sportlich ist die Entwicklung sehr erfreulich. Dem gebührt auch Anerkennung.“

3-liga.com: Seit mittlerweile vier Spielzeiten sind Sie beim CFC und haben seitdem mehr als 100 Partien für den sächsischen Traditionsverein bestritten. Wie beschreiben Sie ihre persönliche Entwicklung beim CFC?

Bankert: „Ich bin damals in der Regionalliga zum Verein gekommen. Da wurde das klare Ziel ausgegeben, dass wir in die 3. Liga aufsteigen sollen. Das haben wir auch verwirklicht. Schon damals war RB bei uns in der Staffel. Seitdem sind wir stetig unseren Weg gegangen. Im ersten Jahr wollten wir die Liga halten. Da wurden wir Zehnter. Im zweiten Jahr sind auf dem sechsten Rang eingelaufen. Die Entwicklung sollte immer ein wenig weitergehen. In diesem Jahr haben wir einen kleinen Durchhänger gehabt. Ich finde es auch ganz normal, dass es im Laufe eines Vereinslebens auch mal Rückschläge gibt. Diese haben wir nun ganz gut verkraften können. Wir wollen uns auch weiterhin sportlich gut aufstellen. Der Stadionumbau läuft. Das ist natürlich ein Meilenstein für den Verein. Ich bin ein Spieler, der den Verein schon seit einigen Jahren begleitet. Durch den Aufstieg kann so etwas auch schon mal umgesetzt werden. Dies ist eine schöne Sache.“

3-liga.com: Vor der laufenden Spielzeit galt ihre Team bei einigen Experten als so genannter Geheimfavorit. Die Mannschaft tat sich jedoch schwer und konnte sich erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt durch einen 2:1-Heimsieg über Holstein Kiel sichern. Warum verlief die Spielzeit bisher nicht so wie gewünscht?

Bankert: „Mehrere Faktoren spielen da eine Rolle. Der Saisonstart war nicht so gut. Mit Heidenheim und Osnabrück haben wie schwierige Gegner zu Saisonbeginn. Die Erwartungshaltung war hoch. Die sportliche Leistung konnte dem noch nicht gerecht werden. Wir kamen in einen Negativstrudel. Die Leistungen der Liga haben geschwankt. Das passiert parallel zu den Erwartungen, die sich die Spieler selbst gestellt haben. Das wird dann auch ein kleiner Selbstläufer. Wenn man zwei Spieltage vor dem Saisonende den Klassenerhalt perfekt machen kann, ist dies durchaus positiv zu bewerten. Die Saison war auch nicht so einfach. So ist mit Gerd Schädlich ein langjähriger Trainer zurückgetreten. Das Ende hätte man sich gewiss auch schöner vorstellen können. Das waren alles Faktoren, die eine Rolle gespielt haben.“

3-liga.com: Nun zu ihrer persönlichen Vita. Sie spielten in der Jugend beim FC Energie Cottbus und haben zudem zwischen 2004 und 2008 143 Partien für die Reserve bestritten, in denen sie sechs Treffer erzielen konnten. Trotz ihrer Verbundenheit zu Energie schafften Sie es jedoch nicht, dass sie einige Partien für das Profiteam absolvierten. Was waren die Gründe dafür?

Bankert: „Es ist immer schwierig aus dem eigenen Stall kommen, ist es schwierig Karriere im gleichen Verein zu machen. Dies war auch in Cottbus der Fall. Zumal der Verein in der zweiten und ersten Liga relativ erfolgreich gewesen ist. Deshalb war es auch für mich schwierig in das Profiteam zu Einsätzen zu kommen. Dennoch habe ich meinen Weg in der U23-Auswahl gemacht. Damals bin ich aus der Oberliga in die Regionalliga mit der Reservemannschaft aufgestiegen. Das war damals eine wertvolle Erfahrung, wo ich mich auch als Fußballer weiterentwickeln konnte. In Cottbus war der Konkurrenzkampf in der ersten Mannschaft enorm hoch. Deshalb muss man probieren, dass man woanders seinen Fuß in die Tür stellen kann. Deshalb bin ich damit auch recht zufrieden, wie es gelaufen ist. Ich habe einen guten Weg hingelegt und bin lieber einen Schritt zurück gegangen, um dann zwei nach vorne zu gehen.“

3-liga.com: Nach dem Trainerwechsel hin zu Karsten Heine kam der Erfolg zurück. Beschreiben Sie bitte die Arbeit des erfahrenen Trainers?

Bankert: „Er hat viel Erfahrung. Er ist ein absoluter Fußballfachmann. Er kann sehr gut mit jungen Spielern umgehen. Dies hat er eindrucksvoll bei der U23-Mannschaft von Hertha BSC unter Beweis stellen können. Er ist ein absoluter Fußballfachmann, was ich Gerd Schädlich auch nicht absprechen möchte. Die beiden Trainer sind verschiedene Typen. Heine kann sehr gut mit jungen Spielern umgehen. Weil er eben die Erfahrung damit hat. Das sieht man bei uns eben auch mit Christian Mauersberger, der immer mehr mit eingebaut worden ist. Aufgrund seiner enormen Erfahrung weiß er eben, wo die Hebel auch in einer schwierigen Phase anzusetzen sind.“

3-liga.com: Für die neue Spielzeit ist die Motivation beim CFC sicherlich wieder vorhanden, dass entsprechende Ergebnisse für einen besseren Tabellenplatz am Saisonende sorgen sollen. Was macht Sie so optimistisch, dass die neue Serie besser laufen wird?

Bankert: „Nach solch einer Spielzeit wird es zunächst unser Ziel sein, dass wir möglichst schnell die 45 Punkte zu sammeln. Wir wollen solch eine Drucksituation wie in diesem Jahr nicht wieder aufkommen lassen. Wir müssen auch schauen, inwieweit die Mannschaft auch wieder zusammengestellt wird. Es laufen viele Verträge aus. Diese Sachen müssen sicherlich erst einmal geklärt sein.“

3-liga.com: Was sagst du zu den möglichen Neuzugängen für die 3. Liga. Energie Cottbus wird definitiv absteigen. Bei Dynamo Dresden scheint dies noch unklar zu sein. Aus der vierten Liga kommen auch einige interessante Mannschaften hoch. Wie schätzt du die kommenden Gegner ein?

Bankert: „Mit Cottbus habe ich eine besondere Affinität haben. Dadurch, dass ich auch dort im Nachwuchs und in der U23-Auswahl gespielt habe. Das wird ein sehr anspruchsvoller Gegner sein, der über mehrere Jahre in den ersten beiden Ligen gespielt hat. Es macht auch wieder Spaß in solchen Stadien wieder zu spielen. Da gibt es interessante Ost-Derbys. Ähnlich verhält es sich auch mit Dynamo Dresden, wo es zudem noch zu einem Sachsen-Derby kommen wird. Vom sportlichen Wert ist ein Verein wie Energie Cottbus oder Dynamo Dresden ein Gewinn für die Liga. Sie werden bestrebt sein, dass sie möglichst schnell wieder aufsteigen. Deshalb werden sie auch so zusammengestellt, dass sie qualitativ ansprechend sind. Die Qualität in der 3. Liga wird noch weiter steigen. Wenn Fortuna Köln aus der Regionalliga aufsteigen würde, wäre dies auch schön. Fortuna ist nun mal ein Traditionsverein. Die würden auch Farbe in die 3. Liga bringen. Sonnenhof Großaspach ist ein interessanter Verein mit viel Geld. Ein weiterer Farbtupfer. Solche Vereine machen die 3. Liga noch attraktiver. Wir spielen lieber gegen solche Teams als gegen zweite Mannschaften vor wenigen Fans. Das macht auch deutlich mehr Spaß. Für den deutschen Nachwuchs ist es schon wichtig, dass die Talente relativ hoch spielen. Aus Spielersicht ist es schön, wenn man in ein volles Stadion einlaufen kann."

Quelle: Klefisch-Exklusiv

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