Burghausens Weg zur Nullnummer - Kritik am Verein wird immer lauter

Der SV Wacker Burghausen, ehemaliger Zweitligist und Gründungsmitglied der 3. Liga, hat seine Höhen und Tiefen erlebt. Zweimal stieg man sportlich ab, wurde dann aber am "grünen Tisch" noch gerettet. Doch selten war die Stimmung bei den Anhängern so mies wie jetzt.

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Burghausens Weg zur Nullnummer - Kritik am Verein wird immer lauter
Foto: Wacker Burghausen
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Selbst die treuesten Fans des SV Wacker Burghausen meiden mittlerweile den Gang ins Stadion. Es hagelt immer wieder Kritik am Vorstand, besonders aber am Trainer Georgi Donkov und an der taktischen Einstellung.

Nun steht Burghausen aktuell sicher auf dem 9. Tabellenplatz mit 41 Punkten, ist seit 4 Spielen ungeschlagen und konnte sogar im Laufe der Vorrunde eine vereinsinterne Rekordserie von 5 Siegen in Folge aufstellen.

Doch, so ruhig und gelassen wie man anscheinend in der oberen Etage der Vereinsführung scheint, ist die aktuelle Situation nicht. Die Fans, der zwölfte Mann, die den Verein voranpeitschen sollen, schwinden. Die Zuschauerzahlen des SVW sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken und es werden immer wieder Stimmen laut, die ihren Unmut äußern.

Hatte es in der Saison 2011/12 so etwas wie einen Umschwung gegeben, als mit Rudi Bommer Burghausens absoluter Erfolgstrainer, der damals, bei seinem ersten Engagement in der Salzachstadt, auch die Mannschaft in die 2. Bundesliga führte, verpflichtet wurde und mit Youssef Mokhtari ein Hochkaräter zu Burghausen gelotst worden. Statt gegen den Aufstieg spielte Burghausen sogar kurzzeitig um den Aufstieg mit.

Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Bommer verließ den Verein, Reinhard Stumpf setzte den Trend noch fort, doch mit ihm hatte der Verein am Ende der abgelaufenen Saison nicht verlängert. Stattdessen hat man den langjährigen Co-Trainer, Georgi Donkov, zum Cheftrainer befördert. Die namhaften Abgänge konnten nicht kompensiert werden und so sank die Qualität des Kaders.

Der Start in die Saison verlief dann nicht gut, was für den gestandenen Wackerfan nicht weiter schlimm ist, da Leidensfähigkeit eine besondere Eigenschaft der Schwarz-Weißen ist. Doch auch als die Mannschaft begann, Punkte zu sammeln verbesserte sich die Art und Weise des Spiels nicht.

Nun, über die Zeit hinweg wurde die Kritik am Trainer, dem Vorstand, der so selbstzufrieden wirkte und auch an verschiedenen Mannschaftsteilen immer lauter.

Der Höhepunkt scheint nun erreicht. Burghausen konnte in den letzten Spielen überhaupt nicht mehr überzeugen, obwohl die Punkteausbeute stimmte. "Die Spielweise ist mehr als schrecklich", erklärte ein treuer Fan. "Der Vorstand muss sich etwas überlegen, so geht das nicht mehr weiter! Sieht man den nicht dass der Trainer schlecht arbeitet!", sagte dieser weiter. Doch der Verein selbst betont immer wieder, dass man mit dem Saisonverlauf absolut D´accord ist.

Es ist ein müdes hin und her Gekicke, dass sich den mittlerweie höchstens noch 2.000 übrig gebliebenen Zuschauern bietet. Verschlimmert hat sich dies noch durch den Ausfall des Denkers und Lenkers im Spielaufbau, Youssef Mokhtari, der bis Ende der Saison fehlen wird.

Im Offensivbereich scheint das Problem am größten. In den letzten 3 Spielen gab es gar kein Tor, weder von Burghausen, noch vom jeweiligen Gegner, zu bestaunen. Die beiden letzten Treffer des SVW gegen Alemannia Aachen wurden sogar beide zum "Kacktor des Monats" nominiert, doch den Award des MDR sicherte sich ein anderes "Traumtor".

Gegen Offenbach konnte man den schwachen Auftritt noch auf die wirklich schrecklichen Platzverhältnisse schieben, gegen Erfurt und in Halle, wo die spielerische Leistung ebenfalls desaströs war, mangelte es einfach an Druck und an Ideen.

Und auch eine Sturmspitze, die ausreichend Qualitäten für die 3. Liga besitzt, fehlt. Auch wenn Felix Luz immer sehr bemüht wirkt, kann dieser alleine kaum für Aufregung in der gegnerischen Hintermannschaft sorgen. Als Lösung für dieses Problem wurde bereits in der Winterpause nachgerüstet. Mit Assmiou Ayewa wurde ein Stürmertalent verpflichtet, in welches die Anhänger noch einen Funken Hoffnung hatten.

Doch Ayewa, der in Dubai bereits neben Luca Toni, dem ehemaligen Bayernprofi, sein Geld verdiente, kam noch nicht einmal in der Liga zum Einsatz und wird hauptsächlich in der Zweitbesetzung eingesetzt. "Ayewa wurde verpflichtet, um ihn und seine Entwicklung zu beobachten. Das wurde bei dem Transfer auch so mitgeteilt.", erläuterte WBFG-Geschäftsführer vor dem Spiel gegen den KSC gegenüber 3-Liga.com. Eine Aussage die für Entrüstung wirkte.

"Schlechter als Luz könne er kaum sein.", erklärte ein Fan des SVW im Fanforum. Dort wird auch umfassend über die Trainerfrage diskutiert, doch die Anhänger der "Billiglösung" Georgi Donkov ist klein, beziehungsweise nicht mehr vorhanden. Doch Donkov hat noch Vertrag bis 30. Juni 2014 und der Vorstand wird, sollten die Ergebnisse weiterhin so konstant bleiben, sicher keine Schritte einleiten, die diesen Vertrag vorzeitig beenden würden.

Für die Fans der "Macht von der Salzach" heisst es also: "Weiter leiden". Doch die Stimmung bei den Heimspielen, die zwar durch das Anfeuern der "Ultras" auf der Westkurve wieder besser geworden war, zuvor gab es einen Boykott (wir berichteten), wird dadurch auf langfristige Sicht gewiss nicht besser.

Quelle: www.


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