Arminia Bielefeld: Abturz in die fünftklassige Oberliga Westfalen droht

So richtig scheint beim DSC Arminia Bielefeld der Schmerz über den dramatischen Abstieg in die 3. Liga immer noch nicht abgeklungen zu sein. Durch einen Treffer in der letzten Spielminute der Nachspielzeit hat der ostwestfälische Traditionsverein den Abstieg in die Drittklassigkeit nun verkraften müssen. Die Tränen sind so langsam getrocknet, weshalb nun automatisch Fragen aufkommen, die dieses Desaster versuchen zu erklären.

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Arminia Bielefeld: Abturz in die fünftklassige Oberliga Westfalen droht
Foto: Arminia Bielefeld
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„Ein Klub wie Arminia muss sich bei einem Abstieg immer Sorgen machen“

So ist derzeit etwa noch völlig unklar, ob die Arminia überhaupt die Lizenz für die 3. Liga erhalten wird. Es bleibt noch eine knappe Woche Zeit, bis die mit einem stattlichen Schuldenberg von 25 Millionen Euro verschuldeten Arminia Klarheit über die Drittliga-Lizenz haben wird. Die notwendigen Unterlagen müssen beim Deutschen Fußball-Bund eingereicht werden, damit dieser die notwendige Bonität erkennen kann. Gegenüber der „Bild-Zeitung“ hält sich DSC-Geschäftsführer Marcus Uhlig ein wenig bedeckt, wenn er sagt: „Ein Klub wie Arminia muss sich bei einem Abstieg immer Sorgen machen. Für die Zulassung müssen wir noch ein Finanz-Loch schließen...“ Der berühmte Teufel sollte sicherlich nicht an die Wand gemalt werden. Dennoch sollte ehrlich konstatiert werden, dass die Drittklassigkeit für die finanzschwachen Bielefelder im Vergleich zur 2. Fußball-Bundesliga eine erhebliche Einnahmeverminderung zur Folge haben wird. Besonders die Felder der TV-Einnahmen und Zuschauer- und Sponsoren sind davon unmittelbar betroffen.

Oberliga Westfalen als Schreckensszenario

Konkret geht es darum, dass rund eine Millionen Euro dem langjährigen Bundesligisten nun fehlen werden. Wenn diese nicht gerade geringe Summe innerhalb der nächsten Tage irgendwie aufgetrieben werden kann, könnte in der nächsten Spielzeit sogar nur in der fünftklassigen Oberliga Westfalen gespielt werden. Es bleibt die Hoffnung, dass dies nur ein Schreckensszenario bleiben wird, denn bisher konnte sich kein Geldgeber finden, der nach dem Abstieg ausgestiegen ist.

Aus von Trainer Norbert Meier scheint beschlossene Sache zu sein

Es wird auf der Trainerposition nach dem denkwürdigen Abstieg in die Drittklassigkeit einen Personaltausch geben. So wird der 55-jährige Norbert Meier aufgrund der anhaltenden Erfolgslosigkeit für einen neuen Fußball-Lehrer weichen. Uhlig möchte explizit kein vernichtendes Urteil über den glück- und erfolgslosen Trainer fällen: „Ich stehe positiv zu Meier.“ Es wird auch noch eine weitere Unterhaltung geben, um dieses fast schon historische Rückspiel zu analysieren, doch insgeheim weiß jeder Beteiligte, dass der Abstiegstrainer keine Chance für die neue Saison mehr erhalten wird. Meier selbst zeigte sich ausgesprochen wortkarg und wollte sich zur derzeitigen Situation explizit nicht äußern.

„Wir müssen den Gürtel enger schnallen“

Nach aktuellem Stand wird es hingegen keine allzu große Fluktuation im Spielerkader geben. So haben 20 Kicker noch einen Vertrag, der auch für die 3. Liga gilt. Einzig bei Hübener, Platins, Hille, Rahn, Jerat, Burmeister, Appiah und Müller sieht es anders aus, da sie für die 3. Liga keine Verträge mehr besitzen. Arminias-Goalgetter Fabian Klos stellt sich der Verantwortung: „Ich habe noch bis 2016 Vertrag. Ich bin kein Typ der weg läuft, ich werde beim Trainingsauftakt dabei sein.“ Positiv ist auch die Tatsache, dass auf der Geschäftsstelle, wo 35 Voll- und Teilzeitkräfte arbeiten, keine Entlassungen ausgesprochen werden müssen. Arminia-Boss Hans-Jürgen Laufer spricht klare Worte: „Wir müssen den Gürtel enger schnallen. Aber ich denke, dass wir niemanden entlassen müssen.“

„Die Darmstädter waren physisch einfach stärker“

So richtig lässt die Beteiligten die Partie immer noch nicht los. Immer noch zeigen sich die Leineweberstädter nach der 2:4-Heimniederlage gegen den SV Darmstadt 98 ein klein wenig konsterniert und berichten in Form von Geschäftsführer Uhlig: „Wenn man sich in der 121. Minute das entscheidende 2:4 fängt, ist das wie ein Genickschuss.“ Realistische Worte fand hingegen der Bielefelder-Noch-Trainer Meier, der die Niederlage als gerecht empfunden hat: „Vielleicht haben die Nerven ein wenig mitgespielt. Aber die Darmstädter waren physisch einfach stärker.“

Quelle: bild.de, "thueringer-allgemeine.de"


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Kommentar von BARTHEL HARTMUT am 30.05.2014 um 20:39 Uhr:

Es ist ein Elend, mit zusehen zu müssen, wie Traditionsvereine wie MSV Duisburg, Achen,Bielefeld, Dynamo Dresden ( in den 90igern von der 1. Bundesliga durchgereicht bis in die Oberliga)und viele Andere aus finanziellen Gründen absteigen und fast ausgelöscht werden. Topvereine kaufen für zig Millionen neue Spieler. Warum wird in Deutschland kein Fond für finanzschwache Vereine eingeführt. Es wird so viel Geld umgesetzt und an die, die von Saison zu Saison ums Überlrben kämpfen denkt kein Mensch.

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