3-liga.com-Reporter Henning Klefisch trifft Energie Cottbus-Trainer Stefan Krämer zum Exklusiv-Interview: „Als Mannschaft sind wir in der Bringschuld“

Erstmals nach 17 Jahren in der ersten und zweiten Bundesliga ist der FC Energie Cottbus wieder in der 3. Liga beheimatet. Interimstrainer Jörg Böhme hat nach dem Abstieg schnell seinen Rücktritt erklärt. Mit Stefan Krämer konnte nun der ehemalige Trainer von Mitabsteiger Arminia Bielefeld verpflichtet werden. Im Jahr 2013 ist er sensationell mit den Ostwestfalen in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Die Vereinsführung hofft, dass er dies auch mit Energie Cottbus möglichst in dieser Saison schaffen kann. Im Gespräch mit 3-liga.com Reporter Henning Klefisch äußert sich Krämer zu seinem Abgang in Bielefeld und zur Aufbruchstimmung in Cottbus.

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3-liga.com-Reporter Henning Klefisch trifft Energie Cottbus-Trainer Stefan Krämer zum Exklusiv-Interview: „Als Mannschaft sind wir in der Bringschuld“
Foto: Energie Cottbus
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3-liga.com: Herr Krämer, Sie sind nun neuer Trainer beim Zweitliga-Absteiger Energie Cottbus und müssen eine schlagkräftige Mannschaft für den direkten Wiederaufstieg zusammenstellen. Wie zufrieden sind Sie mit den bisherigen Transfers und wo besteht noch Verbesserungsbedarf?

Krämer: „Ich bin absolut zufrieden mit den Neuzugängen, weil sie unsere Kriterien erfüllen und mit großer Lust und Bereitschaft bei der Sache sind. Wir wollten keine Notlösungen, sondern Spieler mit Entwicklungspotential und Charakter. Natürlich haben wir noch die eine oder andere Position offen, das aber ganz bewusst. Der Markt kommt erst noch in Bewegung, dann wollen wir reagieren können und dürfen nicht schon „zu“ sein.“

3-liga.com: Welche Spieler sollen ihre Korsettstangen werden?

Krämer: „Es geht nach Leistung. Ich werde zu keinem Spieler sagen: Du bist ab sofort eine Führungspersönlichkeit. Die Hierarchie erarbeiten sich die Jungs selbst. Wir haben einige dabei, die Verantwortung übernehmen können und werden.“

3-liga.com: Wie schwierig ist es nach 17 Jahren Profifußball eine Aufbruchsstimmung in der Lausitz zu verbreiten?

Krämer: „Der Abstieg hat die ganze Region hart getroffen. Als Mannschaft sind wir in der Bringschuld. Wir erwarten nicht, dass die Fans uns pushen. Anders herum wird ein Schuh draus. Das darf allerdings auch nicht künstlich mit markigen Worten und kühnen Prognosen passieren, sondern mit harter Arbeit und engagierten Leistungen auf dem Rasen. Die Lausitz lechzt nach Erfolg, dessen sind wir uns bewusst.“

3-liga.com: Viele Experten sind der Ansicht, dass die kommende Spielzeit die vielleicht stärkste 3. Liga aller Zeiten sein wird. Teilen Sie diese Ansicht auch und auf welche Gegner freuen Sie sich besonders?

Krämer: „Das Leben in Superlativen ist inzwischen traditionelle Begleiterscheinung. Für mich persönlich ist das nicht messbar und auch nicht so wichtig. Die Liga ist attraktiv, interessant und spannend. Deshalb bin ich hier. Ausdrücklich freue ich mich auf niemand Konkretes und halte es wie mit unserer Herangehensweise im Pokalmodus: Von Spiel zu Spiel zu schauen, alles raus zu hauen und danach auf Reset zu drücken und von neuem anzugreifen. Die Spielklasse wird brutal eng und generiert daraus ihren Reiz.“

3-liga.com: Mit Dresden, Halle, Chemnitz, Erfurt, Rostock und ihrem Team aus Cottbus gibt es gleich sechs Teams aus den neuen Bundesländern in der Spielklasse. Was hat dies zu bedeuten?

Krämer: „Von Verallgemeinerungen halte ich wenig und ich werde auch keine tiefgreifende Bedeutung in diesem Umstand packen. Das sind alles Vereine mit Tradition, einer ganz eigenen Historie und vermutlich mit der Sehnsucht nach Erfolg. Bei diesen Duellen spielt vermutlich vor allem für die Fans Nostalgie eine Rolle. Die will ich niemandem nehmen. Derbys sind das Salz in der Suppe, insofern kann es doch kaum etwas Schöneres geben.“

3-liga.com: Bekanntlich haben sie mehrere Jahre erfolgreich beim Mitabsteiger DSC Arminia Bielefeld gearbeitet, wo sie im Februar diesen Jahres entlassen worden sind. Davor haben Sie mit den Ostwestfalen sensationell den Zweitliga-Aufstieg feiern können. Haben Sie mit etwas Rückblick Verständnis für die Entlassung?

Krämer: „Ich lebe nie in der Vergangenheit und verschwende auch keine Energie an ein Hätte, Wenn und Aber. Es ist, wie es ist. Meine ganze Konzentration gilt jetzt Energie Cottbus, meiner Mannschaft. Damit hab ich genug zu tun.“

3-liga.com: Die FCE-Anhänger gelten als frenetisch und begeisterungsfähig. Mit welcher Art von Fußball wollen Sie die Energie Fans begeistern?

Krämer: „Natürlich habe ich mich vor meiner Zusage mit Energie Cottbus beschäftigt. Wofür steht der Verein, was zeichnet ihn aus. Ich bin überzeugt, dass ich mit meinen Vorstellungen von Fußball hier her passe. Wir wollen nicht reagieren und schauen was der Gegner macht. Sondern agieren. Mit Tempo, Druck, Risiko und großem Aufwand. In der Vergangenheit waren hier Wille, Wucht und Mumm wichtige Attribute, das Stadion hat zudem mit seiner Nähe zum Publikum englisches Flair. Beamtenfußball gehört hier nicht her.“

3-liga: Wann können Sie auf eine zufriedenstellende Saison zurückblicken?

Krämer: „Am 23. Mai 2015.“

3-liga.com: Haben Sie sich in Cottbus bereits einleben können? Was haben Sie von der Stadt und Umgebung bereits erkunden können?

Krämer: „Der Altmarkt ist sehr schön. Und das Stadion mit all seinen Rahmenbedingungen. Viel mehr habe ich mir noch nicht angesehen. Wir stecken mitten in der Vorbereitung. Da geht es um Arbeit, nicht um Sightseeing.“

Quelle: Klefisch-Exklusiv

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