„Die Alemannia ist ein Aushängeschild für die Stadt Aachen“

Bekanntlich macht finanzielle Not auch ein wenig erfinderisch. Drittligist Alemannia Aachen weiß von dieser Problematik sicherlich ein Lied zu singen, da schon seit Jahren das Monetäre rund um den Tivoli äußerst rar ist. Dementsprechend sorgsam muss mit diesem seltenen Gut auch umgegangen werden. Folglich erhielten die beiden Angreifer-Routiniers Henrich Bencik und Cecilio Lopes, die schon jenseits der 30 sind, keinen Vertrag beim TSV.

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„Die Alemannia ist ein Aushängeschild für die Stadt Aachen“
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Das Alter ist nicht unbedingt das entscheidende Kriterium bei den Westdeutschen. Vielmehr fehlt das Geld, um sich die Gehälter der beiden arbeitslosen Kicker leisten zu können. Über diese Tatsache wundert sich Alemannen-Manager Uwe Scherr schon ein wenig und nennt dies ein bisschen verwunderlich, da die Zuschauer sehr zahlreich in den neuen Tivoli strömen und die Berufsgenossenschaft derzeit die Gehälter für die langzeitverletzten Aimen Demai und Sascha Rösler zahlt. Dennoch ist die Bedingung klar, dass es zumindest bis Weihnachten keine weiteren Gastspieler bei der Alemannia geben wird. Damit dürfte auch klar sein, dass der erfahrene Japaner Norikazu Murakami die letzte Neuverpflichtung bei den „Kartoffelkäfern“ sein wird. Im eminent wichtigen Heimspiel gegen Darmstadt 98 wird der torgefährliche Asiate im Kader stehen.

Zumindest konnte aber auch der jetzige Kader zuletzt eindrucksvoll beweisen, dass Qualität definitiv vorhanden ist. Der Manager Scherr hat sogar den Eindruck, „dass hier etwas zusammenwächst.“ Die tolle Moral wurde beim jüngsten Spiel beim Chemnitzer FC unter Beweis gestellt. Mit dem erst 22-jährigen Denis Pozder hat sich ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs mit drei Treffern an die Spitze der internen Torjägerliste geschossen.

Beim Schweden Freddy Borg hingegen ist derzeit eine eklatante Formschwäche zu erkennen. Auch wenn der routinierte Borg über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz verfügt und alle Qualitäten für einen guten Drittliga-Stürmer mitzubringen vermag, so lässt er von diesen Qualitäten derzeit viele verborgen. Dazu der Manager: „Aber wir werden ihn nicht fallen lassen, werden ihn aus seinem Tal heraushelfen.“ Einen Anreiz in Form einer neuen Konkurrenz benötigt er dafür keineswegs. Borg kennt Formschwächen und hat bisher immer wieder den Weg aus diesen selbst gefunden. Ein Erfolgserlebnis im kommenden Heimspiel gegen Darmstadt würde dabei sicherlich behilflich sein.

Die Stadt Aachen ist zweifelsohne absolut fußballverrückt. Deshalb hat die lokale Zeitung „Aachener Nachrichten“ eine Aktion „time2talk“ ins Leben gerufen, wo Protagonisten der Alemannia zu Wort kommen. So wurde am vergangenen Dienstag neben Trainer Rene van Eck auch Manager Uwe Scherr und die beiden Spieler Kai Schwertfeger und Christian Weber eingeladen. Unter der Frage: „Ist Alemannia gut für Aachen?“, äußerte sich auch Jürgen Frantzen, der jobbedingt im gesamten Bundesgebiet unterwegs ist. Seine Antwort: „Dort ist die Alemannia überall ein Begriff. Sie ist auf jeden Fall ein Werbeträger für die Stadt und ein Aushängeschild.“ Seine Schlussfolgerung lautete: „Alemannia ist gut für Aachen.“

Auch Leserin Sandra Göttgens sieht dies so: „Alemannia Aachen ist genauso wichtig wie CHIO, Kaiser Karl, Dom und Printen. Alle zwei Wochen strömen Tausende zum Tivoli. Alemannia Aachen ist zur Zeit in einer schwierigen Phase, aber zusammen schafft man alles.“

In den „Aachener Nachrichten“ hat sich auch Dirk Frömer umfassend dieser Thematik angenommen, der meint: „In den schweren Zeiten muss man zusammenhalten. Als auf dem Markt der Bundesliga-Aufstieg gefeiert wurde, waren wir alle Öcher und haben gerne den Schal geschwungen.“ Die Stadt Aachen habe dafür gesorgt, „dass die Alemannia im Moment in ruhigen Fahrwasser schwimmen kann, aber der sportliche Erfolg ist unabdingbar. Und dafür sollten alle zusammenstehen - nicht erst dann, wenn wieder bessere Zeiten kommen.“

In der Tat ist es extrem enttäuschend, dass solch ein traditionsreicher und populärer Verein, wie es die Alemannia ist, nicht in den ersten beiden Ligen angehörig erscheint. Das Potential in vielerlei Hinsicht hat dieser ganz besondere Verein zweifelsfrei. Einzig sportlich und wirtschaftlich fehlt diesem sympathischen Klub die Zweitligareife. Das sind jedoch die elementaren Komponenten für die Klassenzugehörigkeit.

Quelle: aachener-nachrichten.de

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